Zinsbindung - Formulierung im Vertrag zur Immobilienfinanzierung so üblich?

6 Antworten

Der Vorteil einer Zinsbindung von 15 Jahren ist, dass man nach 10 Jahren mit einer Frist von 6 Monaten kündigen kann. Somit hat man einen Korridor von 5 Jahren (bis zum Ablauf der 15 Jahre) in dem man flexibel agieren kann (Bank wechseln oder neu verhandeln) . In dem angebotenen Fall würde es zu einer Prolongation von 5 Jahren führen. Dann kannst du erst wieder nach diesen 5 Jahren die Bank wechseln. Somit halte ich die angebotene Variante für (leicht) nachteilig gegenüber der Zinsbindung von 15 Jahren.

Hallo KS2016,

du hast ja schon viele Antworten auf Deine Frage bekommen :)

Ich empfehle Dir, auf die Bank zuzugehen und Dir ein gegebenenfalls ein Vergleichsangebot mit 15 Jahren vorlegen zu lassen oder die Hintergründe der aktuellen Finanzierungskonstellation zu erfragen.

Ich wünsche Dir alles Gute mit Deinem Vorhaben.

Viele Grüße aus München

Jennifer von der Interhyp AG

KS:

Deine Vorsicht ist berechtigt, die Formulierung ist m.E. unüblich, Little Arrow stimme ich zu.

Auffällig ist folgendes:

1. Das Angebot enthält einen Nominalzins von 1,51 % für weitere fünf Jahre. Warum nennt die Bank hierbei nicht den Effektivzinssatz? Hält sie sich etwa vor, eine Verlängerungsgebühr (von z.  B. 1, 2, 3 % des Restkapitals) zu berechen, um eine bestimmte marktangepasste Rendite zu erzielen?

2. Nicht ausgeschlossen werden kann, dass sie eine neue aufwendige Bonitäts- und Sachriskoprüfung vorbehält und etwaige Kosten (z.B. für eine externe Immobilienwertschätzung) zu Lasten des Darlehensnehmers gehen.

Empfehlung: Vor Unterzeichnung eindeutig klarstellen. Warum bietet die Bank nicht saubere 15 Jahre ohne Klimmzüge an?

Auf den ersten Blick scheint diese Klausel Dich nicht negativ zu betreffen, aber ich frage mich, warum die Bank dann von "Verhandlungen" spricht und den Verhandlungsgegenstand völlig im Dunkeln läßt.

Offenbar will sie zur Verlängerung sich das Recht einer neuen Kreditprüfung vorbehalten, so wie das bei einer normalen Anschlussfinanzierung üblich ist. Wenn sie auf die erneute Bonitätsprüfung verzichten will, sollte sie dies auch so schreiben. 

Aber wenn wir für uns sicher sein können, dass wir eine erneute Bonitätsprüfung "bestehen" würden, gäbe es tatsächlich nix negatives daran?! 

Obendrein schreibt die Bank ja, dass sie auf ihr gesetzliches Sonderkündigungsrecht nach Ablauf der ersten Sollzinsbindung verzichtet!! Gilt dies auch im Rahmen einer erneuten Kreditprüfung?

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@KS2016

Nein, sie verzichtet lt. Zitat auf ihr vertragliches Kündigungsrecht (nicht auf ein Sonderkündigungsrecht).

Das Sonderkündigungsrecht (6 Monate nach 10-jähriger Kreditlaufzeit ab Vollauszahlung bzw. Abschluss, s. § 489 BGB) hätte der Kreditnehmer bei einer längeren Zinsbindungsdauer als 10 Jahre. Nun ist fraglich, ob Du nach 10 Jahren überhaupt kündigen kannst oder die Bank durch ihre Formulierung dies gar nicht zum Ende der 10 Jahre zuläßt.

Fraglich bleibt auch, welcher Zins anzuwenden ist, wenn die Verhandlungen sich über das 10. Jahr hinausziehen.

Der Textvorschlag ruft doch einige Fragen auf.

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@LittleArrow

K.S.: Nur mal eine Interessensfrage: Ist das ungefähr eine 90 %-Finanzierung? Nur so könnte ich mir den hohen Zinssatz erklären. Eigentlich sollte der 15-Jahres-Festzins eher um 1,50 % effektiv liegen (s. Finanztest Heft 11/2016, S. 92).

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Hallo, das ist so in Ordnung, Die Bank trifft nur eine Regelung für die Zeit nach 10 Jahren, da Du nach 10 Jahren auch bei längerer Festschreibung kündigen könntest.

Die Formulierung schließt die von franzl befürchteten Winkelzüge m.E. aus.

Viel Glück

Barmer

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