Zieht ein überhöhter Aktien-Verkaufspreis den Aktienkurs nach oben oder unten?

5 Antworten

Wie große ist Deine Investition, dass Du denkst, dass Deine Verkaufsorder kursbeeinflussend sein könnte?

Wenn Du eine Order aufgibst, ist diese dann an der jeweilige Börse im dortigen Orderbuch ersichtlich und kann von den Tradern bzw. System bei Bedarf bedient werden. Wenn allerdings die Order zu weit vom aktuellen Kurs entfernt ist und 10% ist zu weit entfernt, wird Deine Order nicht beachtet werden. Diese kommt dann erst in die Beobachtung, wenn der Kurs in Deine Limitregionen kommt.

Wenn Deine Order dann tatsächlich so groß sein sollte, dass Sie kursbeeinflussend ist, dann ist der Einfluss lediglich dahingehend, dass die Kurse nicht über Deine Verkaufslimit steigen, denn selbst wenn der Kurs gerne höher steigen würde, verkaufst Du mit Deiner Order ja zu dem Limit Kurs und somit bleibt der Kurs so lange bei Deinem Limitkurs stehen, bis Deine gesamte Position den Besitzer gewechselt hat und erst dann können wieder höhere Kursen möglich werden. Dein Limit sorgt also für einen Widerstand.

Ähnlich ist es bei Kauflimits. Wenn die Position so groß ist, dass die Stücke zu dem gewünschten Kurs nicht "am Stück" über den Tisch gehen, dann bleibt bei fallenden Kursen, der Kurs so lange auf Deinem Kauflimit stehen, bis Deine Nachfrage gestillt ist. Dein Limit würde also kursstützend wirken.

Woher ich das weiß:Beruf – Studium Betriebswirtschaft / Vermögensverwalter und -Berater

Danke für Deine Antwort. Unabhängig von dem genauen Anteil am Tagesumsatz, ist es doch so, dass es (angenommen, alle anderen Einflussfaktoren verhalten sich an diesem Handelstag zu 100% stabil...) i.d.F. zwei gengensätzliche Faktoren gibt:

  1. Das Mengenverhältnis von Aktien, die im (z.B. Xetra-)Orderbuch zum Kauf und zum Verkauf stehen, soll sich theoretisch auf den Aktienkurs auswirken. Theoretisch soll es sich Aktienkurs-senkend auswirken, wenn im (z.B. Xetra-)Orderbuch mehr Aktien zum Verkauf als zum Kauf stehen. So habe ich es nahezu allen Quellen im Internet entnommen, die sich mit Börsenpsychologie befassen.
  2. Gleichzeitig habe ich aber auch schon häufiger gelesen, dass es einige windige Trader gibt, die versuchen, den Kurs genau gegensätzlich zu beeinflussen. Es soll z.B. die Strategie geben, eine Order über eine große Anzahl an Aktien zu beauftragen, und zwar zu einem Limit-Kurs, der UNTER dem aktuellen Aktienkurs liegt, mit dem Ziel, den Aktienkurs somit nach UNTEN zu bewegen. Wenn das wirklich funktioniert, sollte das für die andere Richtung nach OBEN (mittels einer hohen Anzahl an zum Verkauf gestellten Aktien ÜBER dem aktuellen Aktienkurs) ja auch funktionieren.

Für mich hören sich diese beiden psychologischen Ansätze total gegensätzlich an. Deshalb frage ich mich, welche der beiden Ansätze "eher" stimmt. 100% Sicherheit gibt es natürlich nie; das ist mir bewusst. Aber welcher dieser Ansätze zieht denn mehr? (angenommen, ich setze meine Aktien in einem näheren Umfeld als 10% entfernt... das war vielleicht etwas übertrieben. Aber wir verhält es sich, wenn der Ziel-Kurs nur noch 1 bis 2% erreicht ist?)

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@andi81

Wenn das Limit knapper gesetzt wird, kann natürlich das Limit eher zum Zug kommen, eventuell wenn jemand einen unliniierten Kauf eingibt und dieser dann Deinem Limit zugeordnet wird. Im Normalfall sind allerdings die Händler und Systeme so eingerichtet, dass die Kurse um den aktuellen Kurs ausgeführt werden entsprechenden den Geld-Briefkursen um den aktuellen Kurs. Du hast aber vollkommen recht, dass die Kurse sinken, wenn mehr Verkaufsangebote auf dem Markt sind bzw. die Kurse steigen, wenn mehr Käufer da sind. Das ist die Systematik Angebot und Nachfrage. Bei großer Nachfrage, steigt der Preis, bei geringer Nachfrage sinkt der Kurs.

In den letzten Monaten hat man durchaus sehen können, dass Kurse beeinflusst werden können, siehe Gamestop. Da gab es die sogenannte Ladder-Attacke. Hierbei werden Unmengen von Kauflimits (meist sogar relativ Kleine Volumen) zu immer ganz leicht niedrigeren Kursen eingegeben und diese werden dann immer wieder bedient wodurch der Kurs nach und nach fällt. Den Hedgefonds wird sogar vorgeworfen, dass zB der eine Hedgefonds den niedrigeren Kurs Kaufkurs eingibt und ein anderen zu diesem Kurs dann verkauft und das läuft so immer und immer wieder und mit dieser vermeintlichen Absprache unter den Hedgefonds kann dann der Kurs gedrückt werden und das bei relativ kleinen Volumen.

Also, wie Du schon sagst, das ist alles durchaus möglich, doch nicht unbedingt durch Privatanleger, da diese keinen direkten zugriff auf die Orderbücher haben.

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Grundsätzlich fallen oder steigen Aktienkurse auf Basis des bestehenden Angebots und der Nachfrage. Wird eine Aktie stark nachgefragt, steigt der Kurs, möchten die meisten Anleger eine Aktie verkaufen, sinkt der Kurs. Darüber hinaus spielen selbstverständlich noch andere Faktoren eine Rolle, wie z.B. wirtschaftliche Situation, politische Lage, globale News usw.

da ich alles auf eine kleine Aktie im TecDax gesetzt habe, könnte ich mir vorstellen, dass meine Verkaufsorder einen Einfluss auf die Entwicklung des Aktienkurses hat.

niedlich .... wieviel % des Unternehmens hälst du denn?

Glückwunsch zu Deinem Selbstvertrauen, dass "die Profis" Dein Orderbuch interessiert.

Wie groß ist denn Deine Verkaufsorder und was glaubst Du, wie groß eine Order sein müsste, um den Kurs zu beeinflussen? Sieh Dir mal die Tagesumsätze Deiner Aktie an.

Dein Limit kennst nur du. Wieso sollte deshalb der Aktienkurs steigen?

... Weil die Limit-Verkaufsorder in das Orderbuch einfließt..., oder habe ich das falsch verstanden?

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@Lobber

Das kann man online einsehen. Ich denke, dass die Profis dort schon reinschauen.

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