Zeugenaussage zurückziehen?

4 Antworten

Kommt darauf an. Einschränkungen gibt es, wenn ein Zeugnisverweigerungsrecht besteht und der Minderjährige den Umfang dessen nicht alleine einschätzen kann (§ 52 Abs. 2 StPO).

Erziehungsberechtigte müssen m. W. in der Regel über eine Vernehmung ihres Kindes informiert werden, müssen aber nicht zwingend anwesend sein. Ich gehe davon aus, dass auch Vernehmungen gegen den Willen der Eltern zulässig und verwertbar sind, sofern dies nicht dem Kindeswohl widerspricht.

Fraglich ist hier auch, wieso die Eltern eine Aussage verhindern möchten. Wenn sie selbst Beschuldigte sind, haben sie da ohnehin kein Mitspracherecht.

Woher ich das weiß:Hobby – Hobbyjurist - Grundwissen, garniert mit Recherche

Erst mal müssen Zeugen aussagen, wenn sie zur Aufklärung eines Schachverhaltes vor Gericht beitragen können und geladen sind. Man kann sich das nicht aussuchen, ob man als Zeuge aussagen will. Deshalb ist auch egal, ob die Erziehungsberechtigten der Aussage zustimmen.

Ausnahme: Wenn der Minderjährigen ein Zeugnisverweigerungsrecht oder ein Aussageverweigerungsrecht hat. (Z.B. wenn er sich mit der Aussage selbst oder nahe Angehörige belasten könnte, ..) Hier ist eine Einwilligung der Eltern oder eines Pflegers erforderlich, wenn der Minderjährige die Tragweite eines solchen Rechts nicht beurteilen kann. Ein normaler 15 Jähriger kann das aber beurteilen. Deshalb ist eine Einwilligung der Eltern nicht nötig.

Ich „musste“ sogar eine Zeugenaussage tätigen, mit 15 Jahren, ohne Einverständnis der Eltern. Ich denke, dass man, nach dem Unterschreiben der Aussage, nicht viel ändern kann.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Das kommt auf das Alter des Zeugen an.
Im Allgemeinen benötigen Polizei und Staatsanwaltschaft aber nicht die Erlaubnis irgendwelcher Erziehungsberechtigten um ihrer Aufgabe der Wahrheitsfindung nachzugehen.

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