Zählen erstattete Reisekosten zu den Einnahmen bei nebenberuflicher Tätigkeit? Hat das Finanzamt Recht?

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2 Antworten

Das Finanzamt hat Recht.

Den Fehler sehe ich bei Deinem Vertragspartner, der Dir mit dem gesonderten Ausweis der Reisekosten suggeriert hat, man könne eine Erstattung für nicht einmal spezifizierte Kosten, steuerfrei stellen.

Die Regelund ist aber eindeutig. Die "Übungsleiterpauschale" § 3 Nr. 26 EStG von 2.400,- deckt die Kosten des Betreffenden ab, ausser er weist höhere Kosten nach.

Lohnsteuerrichtlinien R 17:

Werbungskosten- bzw. Betriebsausgabenabzug                                (9) Ein Abzug von Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben, die mit den steuerfreien Einnahmen nach § 3 Nr. 26 EStG in einem unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang stehen, ist nur dann möglich, wenn die Einnahmen aus der Tätigkeit und gleichzeitig auch die jeweiligen Ausgaben den Freibetrag übersteigen. In Arbeitnehmerfällen ist in jedem Fall der Arbeitnehmer-Pauschbetrag anzusetzen, soweit er nicht bei anderen Dienstverhältnissen verbraucht ist

Meandor 09.08.2017, 07:18

Hmm, Dozent an der Uni und Reisekosten riecht etwas nach § 3 Nr. 13 EStG und der Fragesteller wäre nicht ganz im Unrecht.

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wfwbinder 09.08.2017, 07:59
@Meandor

Guten Tag @Meandor, schön mal wieder von Dir zu lesen.

Guter Einwand, aber wir haben da die Bestimmungen von § Nr. 26 und § 3 Nr. 13 widerstreitend. 

Eine Anwendung von 3,13 mit dem gesonderten Abzug der Reisekosten, würde 3,26 praktisch aushebeln und für eine Behörde arbeitenden Übungsleiter/Lehrkraft überproportional begünstigen, gegenüber einem Übungsleiter bei einem Sportverein, oder Landessportbund.

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Das ist sowas von alter Hut. Diesen Trick kennt mittlerweile jeder.

Man kann von solch einem Quatsch nur abraten. Damit stehst Du ab sofort beim FA unter besonderer Beobachtung.

Hier in Minden hat das vor Jahren ein Unternehmer (Kläranlagenbau) im grossen Stil gemacht. Er hat Heimfahrten und Reisekosten erstattet, die nicht angefallen sind. Seine Angestellten haben alle nachträgliche Steuerbescheide über mehrere Jahre bekommen, als das raus kam. Den Unternehmer konnte man nicht mehr belangen, da er pleite war und sich im nicht EU-Ausland aufhielt. Der Buchhalter war dann Kronzeuge im Steuerverfahren.

Ich kenne die Details deshalb, weil jemand im Bekanntenkreis dort gearbeitet hat und betroffen war.


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