Riester-Rente abschließen - gute Wahl?

5 Antworten

Welche Aspekte machen Deine Beraterin zu einer "unabhängigen Beraterin"? Unabhängig von Vermittlungsprovisionen? Erfolgt die Beratung honorarbasiert?

Lese mal folgenden Artikel aus der FAZ u.a. zu Invest-Flex - http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/allianz-fonds-live-invest-und-invest-flex-bringen-wenig-rendite-14942297.html

Hier wird gut beschrieben wie Riester funktioniert. Erstmal wandert (nach Kosten) viel Kapital in "Sicherungstöpfe" - wegen der gesetzlich vorgegebenen Beitragsgarantie. Der kläglich Rest wird rentabler angelegt - in Unternehmenseigenen Fonds (interne Kosten???).

Beim Fonds-Riester gibt es einen anderen Fallstrick. Wegen der Beitragsgarantie, wird der CostAverage Effekt u.U. nicht optimal genutzt. D.h. statt in Baisse-Phasen nachzukaufen wird in unrentable Rentenpapiere umgeschichtet.

Nachdem "Riester" eine Lebenslange Rentenzahlung versprechen muss, ist dies mit Fonds nicht darstellbar, sondern nur mit Versicherungslösungen. Mit dem Eintritt in die Rentenphase werden Teile des angesparten Kapitals in Rentenversicherungen transferiert. Das bedeutet u.U., dass Du heute nicht wissen kannst, wie die künftigen Konditionen, z.B. der wichtige Rentenfaktor, aussehen.

Zur bAV: In der Rentenphase fallen Beiträge für KV/PV an. Jedoch sparst Du Dir diese auch im Vorfeld. Was wiederum dazu führt, dass Deine gesetzt. Rente durch eine Entgeltumwandlung niedriger ausfällt wie ohne Umwandlung. Allerdings besteht die Option der Kapitalentnahmen. Beim Riester können max. 30% Förderungsunschädlich entnommen werden.

Vererbung an dritte??? Möglich, ist jedoch Förderungsschädlich. Vom Guthaben werden Förderungen und Steuervorteile in Abzug gebracht, der Rest ausgezahlt bzw. verrentet.

Ohne Kenntnis Deiner Situation möchte ich nicht weiter ins Detail gehen. Gerne kannst Du mir eine PN zukommen lassen.

Unabhängig ist man aufgrund der eigenen Ethik. 

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@Niklaus

Das mag sein, wir wir beide das verstehen.

Wie der Fragesteller das sieht, hätte mich interessiert.

Es gibt ja Verbraucher die halten Verkäufer der D... für unabhängig, weil diese u.a. Badenia Bausparkasse, Aachen-Münchener Versicherung, Central Krankenkasse, Deutsche Bank anbieten.

Das alles mehr oder weniger unter dem Dach der Generali läuft bzw. ausgesuchte Kooperationen sind wissen die wenigsten.

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Laien haben keine Ahnung und Profis dürfen nichts zu dir schreiben, weil sie dich nicht kennen.

Deshalb meine persönliche Meinung, allerdings aus viel Erfahrung.

Eine rabattierte DWS TopRente hat für dich als relativ jungen Sparer den Effekt, dass du damit - wegen der geringen Kosten besser als mit den Alternativen - die Rente steuern kannst. Es kommen in den 35 Jahren also hohe Beträge zusammen und zum Rentenbeginn kannst du 30 % entnehmen, bevor irgendwas für Rentenkosten weggegangen ist.

Je nach zukünftiger Entwicklung an den Kapitalmärkten sind diese 30 % schnell mal mehr, als du selbst eingezahlt hast. Sehr tröstlich, wenn man noch in der Ansparzeit oder vor der Rente merkt, dass man nicht zu denen zählt, die 110 Jahre alt werden. Auch positiv finde ich , dass du dann, wenn endlich die leidige Kapitalgarantie abgeschafft wird, ohne einmalige Abschlusskosten gezahlt zu haben wechseln kannst.

Wenn dir anderes empfohlen wird, kann das auch daran liegen, dass außer dem rabattierten Ausgabeaufschlag fast nichts am Vertrieb hängen bleibt. Der Vermittler bekommt also nur seinen Teil des Ausgabeaufschlags und soll damit Abschluss und Betreuung bewerkstelligen. Wir reden rabattiert von weniger als 30 € im Jahr. Wirkt nicht wenig, ist aber fast nichts, wenn man innerlich mit dem Beruf abgeschlossen hat oder kurz vor der Rente steht. Im Vergleich ist es eh nichts! Die laufende Bestandsprovision ist in dem Fall auch vernachlässigbar.  Für Banken und viele Finanzdienstleister ist das - speziell mit Rabatt, den man überall bekommt - zu wenig.

Je nach zukünftiger Entwicklung an den Kapitalmärkten sind diese 30 % schnell mal mehr, als du selbst eingezahlt hast. 

Wie soll das gehen? Woher stammt diese Weisheit? 

Beim Riester muss der Erhalt des eingezahlten Kapitals und der Zulage garantiert werden.

Deshalb geht erst einmal ein Großteil des "Sparanteils" in eher unrentable Anlagen, bzw. wird bei fallenden Märkt zu früh umgeschichtet. Egal ob rabattiert oder nicht.

Damit diese 30% "mehr werden wie eingezahlt", muss der "Riester" NACH KOSTEN 35 Jahre lang rund 5% Ertrag p.a. bringen (bei meiner Überschlagrechnung habe ich die Steuervorteile beim Eigenaufwand berücksichtigt).

Was Du zum Interessenkonflikt (Kundennutzen vs Verdienst) der Verkäufer schreibst stimme ich zu.

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@Sammy760

Das Produkt gibt es schon seit 15 Jahren.

Dass die 30 % mehr als die Einzahlung nach Steuervorteil sein können ist ein Erfahrungswert, der schon nach 15 Jahren funktioniert.

Wenn es noch keinen Anleger gibt, der 35 Jahre eingezahlt hat, bestärkt mich das in der Überzeugung, dass die 30 % mehr sein können als die Einzahlung (nach Steuervorteil).

Es kann aber warum sollte es anders kommen?

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Ob eine Riesterrente für dich richtig ist, kann man ohne Schichtenvergleich nicht vorhersagen. Was deine Finanzberaterin und auch die örtlich Sparkasse genau bei dir analysiert hat, kann hier niemand verifizieren. Deshalb ist auch ein Antwort hier nicht zielführend.  Du solltest dir jemanden suchen, der Altersvorsorge als Kernkompetenz aufweist. Die Riesterrente ist nicht die Altersvorsorge sondern dient nur als Zusatzversorgung.

Außer Riester gibt es auch noch Rüruprente in Schicht 1 und Privatrente und Fondssparplan in Schicht 3.

Die wirklich wichtige Frage zur
Altersvorsorge sollte lauten: „Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“?

In Deutschland ist die Altersvorsorge in drei Schichten aufgebaut. Aber Achtung: Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Es ist ein große  Unterschied, ob jemand eine Rürup-Rente, eine Riester-Rente, eine  betriebliche Altersvorsorge eine privat Rentenversicherung oder  einen Fonds-Auszahlungsplan abschließt. Jede der Versorgungsarten hat unterschiedlich hohe Aufwendungen um die gleiche Nettorente zu erzielen. Dies ist abhängig von der Art der Arbeit, selbständig oder angestellt, ob er über oder unter der Beitragsbemessungs- grenze liegt, welchen Familienstand er hat, der Anzahl der  Kinder, der Höhe des Einkommensteuersatzes und der Form der Krankenversicherung, gesetzlich freiwillig gesetzlich oder privat.

Alle Versorgungsformen sind sowohl in der  Einzahlungsphase wie in der Rentenphase unterschiedlich besteuert.  Die größten Auswirkungen entstehen aber ab Beginn der Rentenphase. Die Besteuerung und die Krankenversicherung wirken sich hier enorm aus. Um eine gleiche Nettorente nach Steuern und Krankenversicherung in allen  Vorsorgearten zu erzielen, hat man unterschiedlich hohe Aufwendungen für seine
Rente. Denn es ist schon ein großer Unterschied, ob ich von dem im Angebot errechneten Betrag noch Steuern und ggf. Krankenversicherung bezahlen muss oder  nicht. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher  Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich  durchgeführt wird. Erst dann kann man sagen welche Schicht, welche Art der Altersvorsorge optimal ist. Auch Kombinationen können in Betracht kommen.

Seit 1.1.2005 gilt das Alterseinkünftegesetz,

  •   Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente) 
  • Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente 
  • Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw.–Kapitallebensversicherungen, Investmentfonds 


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