Würde sich eine Rezession oder Inflation auf Immobilienmarkt auswirken?

2 Antworten

Was ist "der" Immobilienmarkt denn? Es würde doch niemand behaupten, dass sich der Preis für ein Geschäftshaus an der Düsseldorfer Königsallee genauso entwickeln wird wie der für eins im Eifeler Euskirchen. Eine Eigentumswohnung in München-Schwabing ist ein Schatz, eine in der Platte von Eisenhüttenstadt unverkäuflich. Egal, ob Rezession oder Inflation: An diesen Verhältnissen wird sich nichts ändern. Ich halte diesen Denkansatz für unbrauchbar und das ganz besonders für die eigene Anlageentscheidung unbrauchbar. Viel entscheidender als die allgemeine Wirtschaftslage ist bei der Immobilie die geografische Lage.

Das macht es ja so schwierig. Bekannte hatten ein Haus mit Garten in guter Lage in Berlin (Müggelsee) gekauft, über das jetzt die Startbahn des neuen Flughafens angeflogen wird. Ich habe ihnen gesagt: wartet bis die leisen Antriebe kommen, in 15 Jahren hört man die Maschinen kaum noch, dann ist es dort schöner als am Prenzelberg! Schwacher Trost, denn kein Mensch kauft dort zur Zeit noch ein teures Haus. Und wenn irgendwo ein Werk geschlossen wird, zieht das die ganze Stadt runter. Aber so ist das Leben. Was halten Sie von mittelgroßen Städten wie Bremen? Ich frag mich warum dort die Immobilien noch relativ günstig sind. Die Schulden schütteln die Städte doch mit der Inflation ab, oder?

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@pinke14

Es gibt für den Hausbesitzer in Deutschland eine viel größere Gefahr als die Wirtschaftskrise und diese Gefahr ist die Bevölkerungsentwicklung der nächsten Jahrzehnte. Millionen Menschen weniger brauchen Millionen Wohnungen, Geschäfte, Büros etc weniger. Diese Entwicklung vollzieht sich zudem auch noch ungleichmäßig. In Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Stuttgart oder München, um hier die wesentlichen Gewinner der Entwicklung zu nennen, wird es auf absehbare Zeit keine Probleme geben. Völlig anders hingegen im ländlichen Raum und in den kleinen bis mittelgroßen Städten. Die günstigen Preise beispielsweise in Bremen zeigen doch, dass sich der Markt auf diese Entwicklung vorbereitet. Ich würde da nicht kaufen, auf keinen Fall.

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@Privatier59

Hmm, klingt einleuchtend. Aber dann wären doch gut gemanagte Immobilienfonds, die in ausgesuchte Objekte an Plätzen mit positiver Prognose investieren, in Europa oder global, auch eine gute Alternative, oder? Aber man liest, dass die Zeit der Immobilienfonds vorbei sei. Warum laufen die nicht mehr so gut oder gehen pleite?

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Du musst schon zwischen Rezession und Inflation unterscheiden. Bei einer Inflation würden die Preise steigen. Bei einer Rezession werden eher Jobs abgebaut und der Arbeitsplatz unsicher, so daß nur wenige sich eine Immobilie leisten können. Eventuell müssen sich Immobilieninhaber von Immobilien trennen, da sie den Arbeitsplatz verloren haben und nun die Zinsen und tilgung nicht mehr aufbringen können, daher stagniert der Immobilienmarkt. Eventuell fallen sogar die Preise mehr oder weniger.

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