Wuchernde Pflanze, muß ich Anwaltskosten zahlen, wenn ich zur Entfernung aufgefordert werde?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Dein Nachbar muß für seine persönliche Unfähigkeit/Unwilligkeit, mit Dir zu reden, selber den Anwalt zahlen.

Das Nachbarschaftsrecht geht von gegenseitiger Rücksichtnahme und Benachrichtigung aus. Aber selbst in das BGB hat im § 910 die vorherige Anmahnung und Fristsetzung bei "Überhang" Eingang gefunden:

"BGB § 910 Überhang (1) Der Eigentümer eines Grundstücks kann Wurzeln eines Baumes oder eines Strauches, die von einem Nachbargrundstück eingedrungen sind, abschneiden und behalten. Das Gleiche gilt von herüberragenden Zweigen, wenn der Eigentümer dem Besitzer des Nachbargrundstücks eine angemessene Frist zur Beseitigung bestimmt hat und die Beseitigung nicht innerhalb der Frist erfolgt. (2) Dem Eigentümer steht dieses Recht nicht zu, wenn die Wurzeln oder die Zweige die Benutzung des Grundstücks nicht beeinträchtigen."

Eine schöne Broschüre über Rechtsprobleme an der Gartengrenze gibt es in NRW: https://services.nordrheinwestfalendirekt.de/broschuerenservice/download/85/Gartengrenze.pdf. Auch über das vorgeschaltete Schiedsverfahren.

Demnach gibt es noch andere Aspekte als überhängende Zweige bei dem Zaun zu beachten, ehe eine Entfernung der Hecke verlangt werden kann.

Andere Bundesländerinfos findest Du unter .www.baurecht.de/gesetze.htm.

Nein muss man nicht, der Nachbar hätte vorher wenigstens das persönliche Gespräch suchen müssen. Ich rate ebenfalls einen Anwaltstermin zu vereinbaren und die überstehenden Heckenpflanzen zurückzuschneiden. Der Nachbar muss seinen Auftrag an seinen Anwalt selbst bezahlen.

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