Woran liegt es, dass Frauen immer noch 22% weniger verdienen als Männer?

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5 Antworten

Diese Angabe wird jedes Jahr wieder am Equal pay day aus der Schublade gezogen. Sie stellt stark verkürzt die Realität dar, die allerdings auch Gründe hat.

Die Statistik besagt, dass wenn man alle Löhne und Gehälter in Deutschland von Frauen und Männern vergleicht, die Frauen durchschnittlich 22% weniger verdienen. Das hat im Großen und Ganzen 4 Gründe:

  1. Frauen haben aufgrund von Babypausen und Zeiten ohne aktive Erwerbsarbeit weniger Berufserfahrung, was sich im Gehalt widerspiegelt

  2. Aus diesem Grund sind sie auch seltener in überdurchschnittlich gut bezahlten Führungspositionen anzutreffen, oder nehmen die Chance dazu nicht wahr, um mehr Zeit für das Privatleben zu haben

  3. Frauen arbeiten deutlich mehr Teilzeit

  4. Typische Frauenberufe (Altenpflegerin, Verkäuferin, Putzfrau) sind weniger gut bezahlt als die oft technisch geprägten typischen Männerberufe

Soweit die "Hard-Facts". Vergleicht man eine Frau mit einem Mann in der selben Position, mit gleicher Qualifikation, Berufserfahrung, in Vollzeit etc., beträgt der Unterschied "nur" 7%, der nicht aus den oben genannten Gründen erklärt werden kann. Im Westen Deutschlands ist der Unterschied bei gleicher Qualifikation übrigens 9%, im Osten nur 2%. Über die Gründe hierrüber kann man nur spekulieren. Einige meinen, Männer würden besser verhandeln oder würden sich weniger scheuen, nach einer Gehaltserhöhung zu fragen. Das bleibt aber Spekulation.

Man sollte sich merken: Frauen werden Gehalts-technisch wirklich diskriminiert, die Unterschiede sind aber nicht so hoch wie kolportiert, es nur ca. 10%, die Frauen weniger gezahlt bekommen. Wer als Frau gleiche Bezahlung möchte, sollte in den Osten gehen! Da sind die Kinderbetreuungsmöglichkeiten eh' besser! ;-))

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Bei Statistiken ist Vorsicht geboten. In die genannte Statistik fliessen auch alle Geringverdiener ein, die nicht voll arbeiten, z.B. halbtags und das sind in der Mehrheit noch die Frauen. Wirklich aussagekräftig wären Vergleiche von Männern und Frauen, die den gleichen Beruf,die gleiche Tätigkeit, die gleiche Berufserfahrung , in der gleichen Firma ausüben, wenn sie übertariflich bezahlt werden. Zu bedenken ist auch, das von Männern immer noch mehrheitlich erwartet wird, das sie das meiste Geld nach Hause zu bringen, dh.auf ihnen lastet immer noch ein gesellschaftlicher Druck.Dementsprechend ehrgeizig verhalten sich auch Männer immer noch so im Beruf.Auch schätzen die meisten Frauen Männer mehr, wenn sie viel Geld verdienen, als potentielle Familienernährer.

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FREDL2 20.03.2013, 08:05

Auch schätzen die meisten Frauen Männer mehr, wenn sie viel Geld verdienen, als potentielle Familienernährer.

Ach? Und umgekehrt brauchen die Herren über kurz oder lang deswegen konisch geformte blaue Pillen? Interessanter Gedanke, es könnte sich bei den Arzneikosten dann um WK handeln.

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betroffen 20.03.2013, 10:19

Super gesagt, sicherfrei!

Es fehlt noch einiges an Emanzipation - doch es will keiner.

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An der Statistik! Es gibt Gehaltsunterschiede, ja! Doch eine Frau die die gleichen Voraussetzungen und Leistungen zeigt wird gleich bezahlt. Dass eine Soziologin weniger verdient als ein Ingenieur ist eine Folge von Angebot und Nachfrage. Eine Ingenieeurin verdient dasselbe wie ihr männliches Pendant. Fazit: Äppel nicht mit Birnen vergleichen, sonst kommt 22 Prozent raus. Vollkommen überflüssig die Gender Diskussion.

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Ich versuche doch mal hier eine seriöse Antwort.

Die Entwicklung in unserer Geselschaft seit den siebziger Jahren hat dafür gesorgt, dass sich die Frauen weit mehr entfalten können - Emanzipation. Theoretisch zumindest. Aber immerhin: die heutige Generation der 20-jährigen Frauen hat ganz andere Erwartungen an Beruf, Karriere und Familie.

Nur eben sind nicht alle Unterschiede der sozialen Benachteiligung beseitigt worden - nachwievor gibt es eben diese typischen Frauenberufe, Leichtlohngruppen und Undruchlässigkeit auf der Karriereleiter. Statistik versucht diese Unterschiede zu erfassen und zu beziffern. So kommen solche Zahlen wie die 22% zustande.

Wir haben bald Bundetagswahlen - wie sieht es aus in den Programmen der politischen Parteien diese sozialen Schranken zu beseitigen.

Ein aktuelles Beispiel: in NRW wird bei den unter 3 Jährigen zum Stichtag 1.8.13 eine Qouto von ca. 38%bei den KITA Plätzen - 100% werden vom Gesetzgeber gefordert.

Natürlich benachteiligt das gerade junge Mütter in Familie und Beruf. Das ist nur ein Beispiel, aber solange das so bleibt, werden wir auch in unserer Gesellschaft diese Ungleichheiten weiterhin haben.

Ich bitte das einfach als Feststellung der Fakten und Daten zu werten, ohne eine Wertung. Kommentare zu meiner Antwort diesmal ausdrücklich erwünscht...

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Anna61 19.03.2013, 21:49

Gute Antwort, nur eine kleiner Ergänzung.

Ab 1.8. gibt es einen Rechtsanspruch für Kinder ab einem Jahr. Ursprünglich ging man aber von einer Nachfrage von 34% aus (keine Ahnung wie die auf diese Zahl kommen).

Mittlerweile ist aber schon abzusehen dass diese Quote nicht ausreichen wird, denn Angebort generiert Nachfrage. Mit 38% steht NRW also theoretisch ganz gut da.

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Weil sie füher in Rente gehen und dazu noch länger leben. Um das alles zu bezahlen, müssen die Männer einfach mehr verdienen!

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