Wohnung verkaufen ohne (Berliner) Testament?

2 Antworten

Das ist doch seit 8 Jahren ein einziges rumgeeiere mit "ich weiss nicht" und "ich kann doch nicht" und "lieber nicht".

Wenn Du an einer Lösung interessiert bist, dann musst Du in die Gänge kommen, denn das nimmt Dir niemand ab.

Primär ist jetzt endlich die Erbsituation durch den Tod der Mutter zweifelsfrei zu klären, denn das ist die Basis dafür, ob Vater nur will oder auch kann.

Lassen wir erst mal den Nachlass der Mutter beiseite und konzentrieren uns auf die Eigentumswohnung:

  • Ist Vater Alleineigentümer, dann kann er verkaufen an wen er will, also auch an eine Deiner Schwestern. Mit einem Nachlass der Mutter hat es damit nichts zu tun.
  • War Deine Mutter Miteigentümerin, dann gehört Euch 4 Schwestern jetzt jeweils 25% aus dem ursprünglich der Mutter gehörenden Miteigentumsanteil. Vater kann dann wollen, aber nicht dürfen.

Wie stellst Du das jetzt fest? Mehrere Möglichkeiten:

  • Vater fragen (willst Du natürlich nicht nicht)
  • Bei Hausverwaltung nachfragen, denn in deren Unterlagen ist eine Kopie des Kaufvertrages vorhanden (kannst ja die Tochtereigenschaft sicher nachweisen)
  • Beim Grundbuchamt eine Grundbucheinsicht nehmen (gegen Kopie der Sterbeurkunde kannst Du das berechtigte Ineresse nachweisen)

Insgesamt:

Wenn ihr Schwestern zerstritten seid und Du ernsthaft diese Sache insgesamt auflösen willst, dann ist es am Sinnvollsten, dass Du das gesamte Verfahren incl. des restlichen Nachlasses der Mutter von einem Anwalt erledigen lässt.

  • An erster Stelle steht Dein Interesse und nicht andauernd "aber die Anderen"
  • Sollten die Schwestern davon sauer werden, weil sie ggfs. Nachweise führen müssen, dann sollen sie doch. Zerstritten seid ihr ja jetzt schon, also wird es nicht schlechter.
  • Sollte Vater dadurch stinkig werden und ein Testament verfassen, in welchem Du nicht berücksichtigt bist, dann hast Du immer noch das, was Dir von der Mutterseite her zusteht (und was Du ja jetzt nach 8 Jahren immer noch nicht komplett weisst, siehe Schmuck) und später bei Vater-Tod über den Pflichtteil einen Geldanspruch gegen Deine Schwestern

Vielen Dank, wjgmuc - das ist eine hilfreiche Aufdröselung meiner Möglichkeiten :-) Das Grundbuchamt hat mich heute abblitzen lassen, nur mit Personalausweis und gutem Zureden, wie an anderer Stelle hier empfohlen, lässt sich ein "berechtigtes Interesse" zumindest hier in Berlin nicht belegen... Ich habe jetzt zuallererst mal eine Sterbeurkunde beantragt, das dauert 6 - 8 Wochen. In der Zwischenzeit werde ich nach einem Anwalt suchen. Und ja - das waren 8 Jahre "lieber nicht", aber sowas passiert, wenn man kein Testament macht. Danke jedenfalls für die konstruktive Hilfe!

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Wer ist denn im Grundbuch als Eigentümer eingetragen? Wenn das ausschließlich der Vater ist, dann kann er die ETW auch verkaufen.

Allerdings dürfte dann bei der Schwester der "gute Glaube" an die Richtigkeit des Grundbuchs fehlen und der Verkauf anfechtbar sein.

Was ich mich frage ist, wieso die Kinder, die ja Miterben geworden sind, vgl.:

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1931.html

nicht längst Grundbuchberichtigung beantragt haben.

Oder, steht die Mutter immer noch als Miteigentümerin im Grundbuch? Dann wird aber nichts aus dem Verkauf.

Ich weiß leider nicht, wer im Grundbuch als Eigentümer eingetragen ist. Meine Eltern haben die Wohnung in den 70er Jahren bauen lassen, da waren wir noch Kinder und haben von den Formalitäten nichts mitbekommen. Nach dem Tod meiner Mutter ist keiner von uns auf die Idee einer "Grundbuchberichtigung" gekommen - ganz ehrlich, ich weiß nichtmal, dass es sowas gibt, ich wohne selbst zur Miete.

Das mag alles furchtbar naiv klingen, aber nachdem meine Mutter gestorben war, habe zumindest ich (...und meinen Schwestern wird es ähnlich gegangen sein) an alles mögliche gedacht, aber nicht an die Wahrung/ Durchsetzung meines Erbanspruches. Mein Vater hat ja weiterhin wie vorher in der Wohnung, mit den Antiquitäten und Kunstgegenständen meiner Mutter gewohnt, da schien kein Handlungsbedarf zu bestehen. Und es trägt halt auch nicht zum Familienfrieden bei, wenn man dann proaktiv nach dem Erbe fragt. Ich bin fast von meinen Schwestern gesteinigt worden, als ich vor ein paar Jahren mal angesprochen habe, was eigentlich aus dem Schmuck meiner Mutter geworden sei.

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@Hatschepsuth

Nur mal als Hinweis: Wenn der Vater von Anfang an als einziger Eigentümer im Grundbuch eingetragen war, dann ist es eben keine gemeinsame Wohnung und gehört nicht zum Erbe der Mutter. Der Vater könnte dann tun und lassen was er will und keiner von Euch hätte die geringste Handhabe ihn daran zu hindern.

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@Privatier59

ich hab ja keine Ahnung......

kann man nicht auch, bei berechtigten Interesse" Einsicht ins Grundbuch nehmen, ohne dass Vater bzw. Geschwister davon Wind bekommen ? Als mutmaßlicher Erbe, ist ein berechtigtes Interesse doch eigentlich gegeben.

Der Familienfrieden würde somit nicht zusätzlich strapaziert, man selbst hat aber Klarheit.

Gruß !

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@Gaenseliesel

Das wäre ein guter Anfang - allerdings kann ich ohne Mietvertrag, Entwurf eines Kaufvertrages oder Vollmacht des Eigentümers kein berechtigtes Interesse nachweisen. Einen Erbschein gibt es aus o.g. Gründen bisher auch nicht. Offenbar müsste ich doch wohl besser einen Anwalt für Erbrecht engagieren. Oder halt im Sinne des "Familienfriedens" die Füße still halten und auf eventuelle Ansprüche verzichten. Gruß und Danke jedenfalls für Eure Hinweise!

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@Hatschepsuth

Nimm den Personalausweis mit und erzähle den Beamten im Grundbuchamt worum es geht. Dann muss man Dir Grundbucheinsicht geben. Dann hast Du Klarheit. Du würdest Dich ja bis auf die Knochen blamieren wenn Du hier Ansprüche erhebt die einfach überhaupt nicht bestehen können.

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@WosIsLos

Ist der vererbbar? Da gab es neulich eine Frage zu und die Antworten solltest Du Dir mal anschauen.

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