Wohnung Kaufen - Was beachten?

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4 Antworten

Du schreibst nur, dass Du rund 1000-1200€ mtl. aufwenden kannst.

Das interniert jedoch die Banken nicht. Die gehen vom verfügbaren Einkommen aus. 

Banken setzen pro Haushalt gewisse Pauschale Lebenshaltungskosten an. z.B. 1.200€. Auch wenn Du sparsam lebst und real weniger Ausgaben hast.

Dann werden noch Kfz. kosten, Nebenkosten für das Objekt abgezogen. Vom restlichen Einkommen muss der Kapitaldienst bedienbar sein.

Kurzum - ohne Kenntnis Deinem Nettoeinkommen kratzt jede Antwort nur an der Oberfläche.

Bei deinem Beispiel: KP 250 TEUR und Fremdkapital 240 TEUR hast Du einen Auslauf von 96% (Vorausgesetzt die Bank wertet die Immobilie 1:1 zum Kaufpreis ein).

Gute Konditionen bekommst Du bei einem Auslauf von 40-60%. Sollte die Bank den Wert unter dem Kaufpreis taxieren, liegt der Auslauf über 100%. Da wird es nicht einfach, bzw. teurer, eine Bank zu finden die Dein vorhaben begleitet.

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Wie knapp oder großzügig Du das berechnet hast, kann ich natürlich nicht wissen.

Im Hinblick auf die Kaufnebenkosten finde ich Dein EK mit 35.000,- noch zu gering. Ein Deiner Stelle würde ich noch ca. 2 Jahre streng sparen, wenn Du es ernst meinst. Gleichzeitig hättest Du noch ca. 2 Jahre Bedenkzeit.

Mit entsprechendem Eigenkapital finde ich Deine Finanzierungsidee: 10J; 1,5% Zinsen; 4,0% Tilgung, Restschuld ca. 136.000,- nicht zu riskant. Immerhin hast Du dann 104.000,- (43%) abbezahlt.

Sollten die Zinssätze tatsächlich steigen, würde bei einem Neuabschluss eine Darlehenszinssatzänderung von 1,5 auf z.B. 5,5% Deine Monatsbelastung nicht erhöhen. Das ist gut gedacht!

Die Immobilie wäre theoretisch in gesamt 25,5 Jahren bezahlt. Auch gut!

Über Fragen zur Lage, Zustand, Kosten für Werterhalt bzw. Wertsteigerung muss Du Dir auch Deine Gedanken machen.

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sehr viel Miete und würde lieber dieses Geld in meine eigenen 4 Wände

Liebe Ursel123, jetzt kommt mein ernster Tipp zu diesen zitierten Worten:

Soviel Miete ist doch sehr relativ, zumal sie sich noch aufteilt in Kaltmiete und Nebenkosten. Du lässt uns völlig im Dunkeln, was für Dich viel ist und warum.

Die eigenen 4 Wände ist zwar ein schöner Ausdruck, aber ähnlich inhaltsleer. Strenggenommen sind 4 Wände ein einziger Raum. Das sollte für Dich immer reichen. Wenn es mehr sein sollte, dann sollte man es auch schreiben.

Du bleibst mit Deinen Beschreibungen sehr im vagen. Auch bei Deiner neuen Traumwohnung. Kein Alter, keine Größe, keine Lage. Hast Du an die Ablösung der Instandhaltungsrücklage gedacht?

Willst Du mit 10-jähriger Zinsfestschreibung Harakiri begehen (wenn die Zinsen nach 10 Jahren bei 6 % liegen sollten)?

Das Arbeitslosigkeitsrisiko hat man häufig, aber warum gerade Du? Wenn es für Dich real und wahrscheinlich ist, dann solltest Du lieber von Deiner derzeitigen Wohnung in eine 4-Wändewohnung ziehen, die Hartz IV-tauglich ist.

Tschüß bis später.

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Kommentar von LittleArrow
25.08.2017, 11:33

Ursel123,

Du hast das Glück, dass in diesem Forum bereits früher schon oft ähnliche Fragen gestellt und beantwortet wurden. Siehe bitte z. B. in diesen eher zufällig ausgewählten Links:

https://www.finanzfrage.net/tag/wohnungskauf/1

www.finanzfrage.net/frage/wohnungskauf-welche-rate-bei-eur-100-000-kaufpreis

https://www.finanzfrage.net/frage/reicht-mein-gehalt-fuer-eine-eigentumswohnung

https://www.finanzfrage.net/frage/eigentumswohnung-kaufen-womit-anfangen

Und für die

Finanzierung

empfehle ich Dir noch diese Frage mit Antworten:

https://www.finanzfrage.net/frage/volltilgerdarlehen-immer-die-guenstigste-finanzierungsvariante

1

Ja, wo denn bitteschön kaufen? Es ist ein Stammtischspruch, daß Immobilien immer an Wert gewinnen. Die Realität sieht anders aus:

http://www.rp-online.de/wirtschaft/genug-wohnungen-nur-am-falschen-ort-aid-1.6893024

Es gibt eine ganze Menge von Gegenden in Deutschland wo man Immobilien nicht mit der Kneifzange anfassen sollte und trotzdem tun es viele derzeit. Nur deshalb, weil die Zinsen ja so herrlich niedrig sind.

Wenn die Bevölkerungsentwicklung sich so wie vorhergesagt vollzieht, werden wir 20 oder 30 Jahren in etlichen Regionen Deutschlands Geisterdörfer und sogar Geisterstädte haben. Ganz generell lohnen kann sich Immobilienanlage daher nur dort, wo auch dann noch Nachfrage besteht.

Zudem frage ich mich, ob Du wirklich eine Bank finden kannst, die eine "Nahezu-Vollfinanzierung" mitmacht. Das sind weit weniger als sich das Kaufinteressenten erhoffen.

Was kannst Du also tun?

Zum ersten genau überprüfen, ob Dein Wohnort zukunftsfähig ist. Dazu gibt es sicherlich Prognosen.

Zum zweiten Dir überschlagen, ob der Kauf einer Wohnung auch im Hinblick auf die laufenden Kosten finanzierbar ist. Oftmals wird ignoriert, daß die Kreditrate ja nicht die einzige Ausgabe ist und, daß das an die Eigentümergemeinschaft zu zahlende Hausgeld nicht alle Ausgaben des Wohnens abzudecken braucht.

Zum dritten die langfristige Entwicklung der Hypothekenzinsen betrachten und daraus Schlüsse auf den eigenen Finanzplan ziehen. Natürlich weiß niemand, wie sich die Zinsen entwickeln, aber 4% in 10 Jahren oder 7% in 20 Jahren sind nicht unrealistisch.

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