Wohnriester sinnvoll ?

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3 Antworten

Wohnriester kann unter Umständen eine sinnvolle Sache sein, wenn man eine Immobilie erwerben will.

Bausparvertrag mit Recht auf gefördertes Bauspardarlehen). Denn hier gehen später auch die Zulagen direkt in die Tilgung ein. Man hat also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zulagen und schneller Tilgung. Am besten bei einer Baussparkasse, bei der dies als Sondertilgung funktioniert. Um die volle Zulage von 154 EUR p.a. zu erhalten, muss man 4 % Gesamtbeitrag p.a. vom letztjährigen Jahresbruttogehalt zahlen.

Achtung: Ein Wohnriestervertrag kann nur ein Baustein der Gesamtfinanzierung sein, weil nämlich die Darlehenssumme nicht ausreichend ist.

Besteuerung im Rentenalter

Die Bausparkasse muss ein (fiktives) Wohnförderkonto erstellen, auf dem die geförderten Eigenleistungen und Förderbeträge gebucht werden (zurzeit max. also 2.100,- EUR p. a.) und mit 2% p.a. verzinst werden.

Damit baut sich über die Dauer des Wohn - Riestervertrags ein (fiktiver) finanzieller Vorteil für den Immobilienbesitzer auf. Auf diesen Vorteil hat der Immobilienbesitzer Steuern zu entrichten und zwar wird dieser fiktive Vorteil im Jahr der Einlösung (i. d. Regel Renteneintritt wegen Alters) dem zu versteuerndem Einkommen hinzu gerechnet und mit dem (Erste Abweichung zur Kapitalsteuer / Abgeltungssteuer) persönlichen Steuersatz versteuert.

Hierbei hat der Steuerschuldner nochmals eine Wahlmöglichkeit:

  1. Sofortige Zahlung der Steuerschuld. Dann wird das zu versteuernde Einkommen um 30% reduziert und nur daraus eine Steuerschuld errechnet (kann sich u. U. auf den Steuersatz auswirken).

  2. Das Einkommen wird vom Jahr der Fälligkeit bis zum 85. Lebensjahr zu gleichen Teilen dem jeweiligen Jahreseinkommen zugerechnet.

Beispiel A: Alter 65 Jahre, Steuerlast (fiktiv) 60.000,- EUR zu versteuerndes Einkommen. Bis zum 85 Lj. = 20 Jahre = 3.000,- EUR jährlich sind dem Einkommen hinzu zu rechnen.

Beispiel B: Alter 67 Jahre, Steuerlast (fiktiv) 60.000,- ? zu versteuerndes Einkommen. Bis zum 85 Lj. = 18 Jahre = 3.333,34 EUR jährlich sind dem Einkommen hinzu zu rechnen.

Beispiel C: Alter 60 Jahre, Steuerlast (fiktiv) 60.000,- zu versteuerndes Einkommen. Kunde will Einmalzahlung 60.000 EUR - 30% = 42.000,- EUR werden in diesem Jahr dem Einkommen hinzu gerechnet und mit dem persönlichen Steuersatz versteuert.

gammoncrack 08.02.2013, 12:09

DH! Dem ist nichts hinzu zu fügen - zumindest nicht von meiner Wenigkeit.

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HilfeHilfe 09.02.2013, 14:34

Eine kurze Nachfrage.

Ist ein BSV mit zuteilung 1,5 % nicht die bessere Alternative ?

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Niklaus 09.02.2013, 17:10
@HilfeHilfe

Kann sein , kann nicht sein. Dazu müsste man die anderen Umstände kennen. Fest steht jedenfalls, nur bei Wohnriester fließen Zulagen in die Tilgung. Diese Tatsache beschleunigt die Tilgung, was wiederum Zinsen spart.

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Wohnriester ist nicht sinnvoll, wenn man eine Ehescheidung in x Jahren in das Spektrum der möglichen Lebenssituationen einbeziehen würde.

Die Frage ist ob Wohnriester sinnvoll ist. Es kann sinnvoll sein, vor allem wenn man entsprechend viele Zulagen bekommt.

Ein recht unbekanntes Problem von Wohnriester ist, dass der Kredit den man über den Wohnriester-Vertrag bekommt, als Grundschuld in den ersten Rang muss. Dann kann man nur beim selben Kreditinstitut einen zusätzlichen Kredit beantragen, wenn Wohnriester nicht ausreicht. Der Grund ist, dass der erste Rang nicht geteilt werden kann. Das kann sehr nachteilig sein, denn man kann dann nicht mehr das günstigste Angebot für einen weiteren Kredit am Markt aussuchen. Das kann teuer werden.

Im Endeffekt legen sich alle Wohnriester-Kunden schon jetzt auf eine Bank fest, die später mal Ihre Immobilie finanziert. Oder man schließt den Wohnriester-Vertrag nicht in die Finanzierung mit ein.

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