Wie läuft das mit dem Wohn-Riester und dessen nachgelagerter Besteuerung?

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3 Antworten

Hallo KeineAhnung2015,

aus Deinen Schilderungen entnehme ich, dass Deine Anfrage einen sogenannten Wohn-Riester-Bausparvertrag betrifft, welcher zur Finanzierung einer Immobilie genutzt wird.

Ein Bausparvertrag hat drei Phasen, eine Ansparphase, die Zuteilung und die Darlehensphase.

Während der Ansparphase zahlst Du auf das Immobiliendarlehen nur die Zinsen und die Tilgung fließt in den Bausparvertrag. Die staatlichen Zulagen für den Wohn-Riester-Vertrag fließen ebenfalls in den Bausparvertrag, damit dieser schneller zuteilungsreif wird.

Nach der Zuteilung des Bausparvertrages wird Deine Rate vollständig auf das Darlehen für die Immobilie angerechnet, sodann fließen die Zulagen als Sondertilgung in das Darlehen zur schnelleren Entschuldung.

In dem sogenannten Wohnförderkonto werden die in Deiner Tilgung enthaltenen Wohn-Riester-Beiträge und die Zulagen fiktiv notiert und mit 2 % p.a. verzinst. Der Betrag hängt von Deinem Jahresbruttoeinkommen und den Dir zustehenden staatlichen Zulagen ab. Die Summe des Wohnförderkontos wird im Rentenalter versteuert.  

Deine Ansparsumme aus dem vorhandenen Riester-Vertrag kannst Du zulagenunschädlich als Eigenkapital zur schnelleren Entschuldung für die Immobilienfinanzierung verwenden.

Unter dem nachfolgenden Link findest Du weitere Informationen zum Thema Wohn-Riester: http://www.interhyp.de/bauen-kaufen/darlehensarten/wohn-riester-darlehen.html

Ich empfehle Dir, Dich zur genauen Erläuterung anhand von konkreten Zahlen und zur Erstellung von Angeboten an Deine Hausbank oder an einen unabhängigen Baufinanzierungsvermittler zu wenden.

Viele Grüße

Christina
Interhyp AG

Es wird bereits eine Immobilie finanziert und nach Darlehensablauf soll es mit der Wohn-Riester und dem dazugehörigen Bauspardarlehen weitergehen.  In der Ansparphase wird Kapital aufgebaut, welches dann nach Ablauf des Darlehens komplett ausgezahlt wird und mit der Restsumme verrechnet wird, über den Restbetrag läuft dann das Bauspardarlehen. 

Die Zulagen die ich in den 10 Jahren bekomme werden gesammelt und dann erst am Auszahlungsbetrag auf das Wohnförderkonto gepackt und verzinst. Sprich 154,--€ jährlich = 1.540€. Wenn das Bauspardarlehen greift, kommt maximal jährlich 2.100,--€ aufs Konto. Natürlich wird alles jährlich mit 2% verzinst. Ist die Immobilie abbezahlt, habe ich meine Endsumme auf dem Wohnförderkonto, welche dann wiederum mit 2% jährlich verzinst wird bis zur Rente. Der Endstand muss dann versteuert werden. 

Denke so sollte es rechnerisch richtig sein vom Verständnis her. Nur halt die Frage, werden die Zulagen, die vor dem Wechsel von der Geld-Riester zur Wohn-Riester auch mit aufs Wohnförderkonto gepackt?

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@KeineAhnung2015

Ja, natürlich. Das gesamte Guthaben (inkl. der Zulagen und Zinsen) des "Geld-Riesters" wird doch in den "Wohnriester" übertragen.

Übrigens, Wohnriester können alle Riester-Verträge. Aus allen Riesterverträgen kann man Geld für bestimmte Wohnzwecke entnehmen.

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Besteuerung im Rentenalter

Die Riesterrente ist in der Rentenphase zu besteuern. Da aber bei einem Wohnriestervertrag am Ende keine Rente gezahlt wird, weil das Kapital des Vertrages ins Eigenheim geflossen ist, hat sich der Gesetzgeber eine andere Lösung einfallen lassen. Die Bausparkasse muss ein (fiktives)Wohnförderkonto erstellen, auf dem die geförderten Eigenleistungen und Förderbeträge gebucht werden (zurzeit max. also 2.100,- EUR p. a.) und mit 2%p.a. verzinst werden. Der Immobilienbesitzer hat für den über Jahren angesammelten Betrag in seinem Wohnförderkontos Steuern zu entrichten. Dies wird im Jahr der Einlösung,  i. d. Regel Renteneintritt wegen Alters, dem zu versteuerndem Einkommen hinzu gerechnet und mit dem (Erste Abweichung zur Kapitalsteuer / Abgeltungssteuer) persönlichen Steuersatz versteuert. 

Hierbei hat der Steuerschuldner nochmals eine Wahlmöglichkeit:

  1. Sofortige Zahlung der Steuerschuld. Dann wird das zuversteuernde Einkommen um 30% reduziert und nur daraus eine Steuerschulderrechnet (kann sich u. U. auf den Steuersatz auswirken).
  2. Das Einkommen wird vom Jahr der Fälligkeit bis zum 85.Lebensjahr zu gleichen Teilen dem jeweiligen Jahreseinkommen zugerechnet.
  • Beispiel A: Alter 65 Jahre, Steuerlast (fiktiv) 60.000,- EUR zu versteuerndes Einkommen.
  • Bis zum 85 Lj. = 20 Jahre = 3.000,- EUR jährlich sind dem Einkommen hinzu zu rechnen.
  • Beispiel B: Alter 67 Jahre, Steuerlast (fiktiv) 60.000,- € zu versteuerndes Einkommen.
  • Bis zum 85 Lj. = 18 Jahre = 3.333,34 EUR jährlich sind dem Einkommen hinzu zu rechnen.
  • Beispiel C: Alter 60 Jahre, Steuerlast (fiktiv) 60.000,- zu versteuerndes Einkommen. Kunde will Einmalzahlung.  60.000 EUR  - 30% = 42.000,- EUR werden in diesem Jahr dem Einkommen hinzu gerechnet und mit dem persönlichen Steuersatz versteuert.

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