wohlverhaltenphase gläubiger vergessen

2 Antworten

Sofern der Schuldner bei Stellung des Eigenantrages auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens Gläubiger vergessen hat und das Insolvenzverfahren bereits aufgehoben und der Schuldner sodann in der reinen Wohlverhaltensphase ist, können später „auftauchende“ Gläubiger im Insolvenzverfahren nicht mehr berücksichtigt werden.

Das „Vergessen“ eines Gläubigers kann allerdings einen Verstoß gem. § 290 Abs. 1 Nr. 6 InsO darstellen, der zur Versagung der Restschuldbefreiung führen kann. Dieser Verstoß und ein entsprechender Versagungsantrag müssen vom Gläubiger allerdings im Schlusstermin gestellt werden. Soweit das Verfahren aufgehoben ist, entfällt eine Berufung auf § 290 InsO – ein „vergessener“ Gläubiger kann keinen Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung gem. § 290 InsO stellen.

Praktisch bedeutet dies, dass der Gläubiger, der zu spät von dem Insolvenzverfahren erfährt, keine Handhabe gegen den Schuldner mehr hat und gleichzeitig seine Forderung aber ebenfalls nicht mehr geltend machen kann, da gem. § 301 InsO die Restschuldbefreiung – so sie erteilt wird – gegen alle Insolvenzgläubiger wirkt.

bloss wie soll ich mich jetzt verhalten dem inkasso büro das aktenzeichen geben und den gerichtsbeschluss vom eröffnungsverfahren zu senden oder das schreiben dem träuhander geben da ich ja schon in der wohlverhaltensphase bin

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@EnnoBecker

Muss da eigentlich sein, dass man sich hier über jemanden lustig macht, der ein ernsthaftes Problem hat? Wir hatten neulich eine Diskussion, warum es hier so leer geworden ist. Wenn ich ein Problem hätte wegen dem ich nachts nicht schlafen kann und ich erhalte solche Kommentare, würde ich mich hier auch nicht mehr melden.

Sorry, ich finde das gerade ziemlich daneben!

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@Sobeyda
der ein ernsthaftes Problem hat?

Nö, muss nicht sein. Einmal vernünftig geschrieben - und alles ist in Ordnung.

Der Fragesteller hat es ja in der Hand, oder?

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@fruchtzwerg39

@fruchtzwerg39

Beides. Sowohl dem Gläubiger mitteilen, dass er leider mit der Anmeldung zu spät ist, wie auch zur Sicherheit dem Treuhänder, das eine verspätete Anmeldung eingegangen ist.

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Die Antwort von wfwbinder ist korrekt.

Hinzuzufügen ist, sofern ich die Frage richtig verstanden habe, dass es sich wohl um Schulden aus Dänemark aus dem Jahre 2008 handelt.

Wenn dem so ist, stellt sich die Frage, ob die Schulden in Deutschland oder Dänemark ordnungsgemäß tituliert wurden und ein rechtskräftiges Urteil dazu vorliegt? Ich vermute mal nicht.

Dann läuft das Inkassobüro sowieso ins Leere, da eine Titulierung der Forderung wohl wegen Verjährungseintritt ausgeschlossen ist. Dies natürlich nur, wenn man sich in einem, vom Inkassobüro anzustregenden Verfahren, auch auf die Verjährung beruft.

Also Nerven behalten und die Schreiben des Inkassobüros unbeantwortet abheften. Wenn sie keinen rechtskräftigen Titel haben, ist für das Inkassobüro ende Gelände.

Sollte tatsächlich ein Mahnbescheid eines Gerichtes eintreffen, der Forderung fristgerecht komplett widersprechen. Dann müsste seitens des Gläubigers oder Inkassobüros Klage erhoben werden. Wenn du dann im Verfahren die Einrede der Verjährung machst, würde die Klage wohl kostenpflichtig abgewiesen.

Der Gläubiger ging leer aus und hätte seinem schlechten Geld auch noch Gutes hinterher geworfen, da ihn die vollen Kosten des Verfahrens treffen würden.

Den Treuhänder würde ich erst informieren, wenn tatsächlich eine etwaige Klage eröffnet werden würde.

Nein es liegt kein Titel vor

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