wo/bei wem ist neutrale Finanzberatung möglich?

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Honararberater ist ein Titel. Ohne entsprechenden Rechtsrahmen und ohne Nachweis einer Mindestqualifikation. Zeit gegen Geld ist das Vergütungsmodell. Und auch möglich ist zusätzlich über Courtage. Sie haften nicht für ihre Empfehlungen.

Versicherungsberater sind nach §34d dem regulatorischem Rahmen unterworfen. Auch hier gilt Zeit gegen Geld, geregelt nach dem RVG. Sie dürfen nicht vermitteln. Allerdings haften sie auch für die Empfehlung.

Ein Firmen Vertreter und Mehrfachagenten unterliegen ebenfalls der Regulierung. Füße repräsentieren eine oder mehrere Gesellschaften. Diese haften auch im Fall der Fehlberatungen. Sie werden im Fall einen Abschlusses vom Versichere vergütet.

Makler haben die Verpflichtung umfassenden Marktùberblick zu vermitteln. Sie unterliegen ebenfalls der Regulierung. Sie haften selbst im Fall der Fehlberatung. Auch sie werden durch den Versicherer vergütet, stehen aber rechtlich auf der Seite der Kunden

Alle Personen,die der Regulierung unterliegen sind zur umfassenden Dokumentation in Form eines Beratungsprotokolls verpflichtet.

Das ist der rechtlich, formale Rahmen. Entscheidend für neutrale Beratung ist zum einen die Qualifikation, zum zweiten die Markt- und Produktkenntnis aber auch die Fähigkeit des Kunden sich klar zu artikulieren.

Unzweifelhaft gibt es Personen, die einen Verkaufsdruck haben, doch auch das zu erkennen ist der Menschenkenntnis des Kunden zu überlassen.

Je mehr ökonomische Kompetenz der Kunde hat, um so besser der Schutz vor unbalancierter Beratung.

Nur ein Titel bzw eine Vergütungsform als das Kriterium Non plus Ultra auszumachen, auch wenn das Verbraucherschützer gerne hätten, springt definitiv zu kurz.

Berater mit Maklerstatus nach § 93 HGB sind nur dem Kunden gegenüber verpflichtet.

Ein Finanz- und Versicherungsmakler ist ein Erfüllungsgehilfe bzw. Sachverwalter des Kunden. (siehe hierzu § 93 HGB; Handelsmakler). Er ist unabhängig von allen Versicherungen und sonstigen Finanzdienstleistungsinstituten. Hat gegenüber dem Kunden eine hohe Haftung. Finanz- und Versicherungsmakler sind nur dem Kunden gegenüber verpflichtet und keiner Versicherungs- oder Fondsgesellschaft. Sie arbeiten mit professionellen Vergleichsprogrammen und habe meist das komplette Produktuniversum zur Verfügung.

Es gibt auch den Versicherungsberater. Dieser ist Rechtsdienstleister (ähnlich wie ein Anwalt, Steuerberater oder Rentenberater) und ist auch rechtsberatend tätig. Andere Finanzdienstleister dürfen Rechtsberatung nur in Verbindung mit der Vermittlung leisten. Versicherungsberater dürfen keine Provisionen nehmen (gesetzlich verboten einem Honorarberater ist das grundsätzlich nicht verboten, wenn er darauf hinweist), dafür kosten die Geld. Und zwar immer, also auch wenn du nach der Beratung der Meinung bist es passt alles so wie es ist. Die Vergütung richtet sich auch nach dem RVG, sofern nichts anderes vereinbart wird. Du solltest mit Stundensätzen ab 120 € rechnen. Honorarberater verlangen ebenfalls Honorar für die Beratung, dass auch fällig wird, wenn es nicht zum Abschluss kommt. Banken, Versicherungsmakler und andere Finanzdienstleister sind Verkäufer. Sie müssen deswegen nicht schlechter beraten als andere, aber es bleibt, zu mindest bei mir, ein ungutes Gefühl, weil man vorher ja nicht weiß, ob der Berater nur an seine Provision denkt oder gut beraten will. Man merkt eine Fehlberatung ja nicht so schnell, das merkt man oft erst nach 10, 20 oder mehr Jahren. Was aber in jedem Fall nicht schaden kann, ist sich auch selbst etwas kundig zu machen, Dazu sollte man dann aber keine Boulevardpresse nehmen, die ein bis 2 Artikel in der Zeitung haben, sondern richtige Fachbücher, die auch eine wissenschaftliche Komponenete haben. Spontan fallen mir da die Verlage Vahlen, Springer-Gabler oder Beck ein, aber es gibt mit Sicherheit auch viele andere.

aber es bleibt, zu mindest bei mir, ein ungutes Gefühl, weil man vorher ja nicht weiß, ob der Berater nur an seine Provision denkt oder gut beraten will. Man merkt eine Fehlberatung ja nicht so schnell, das merkt man oft erst nach 10, 20 oder mehr Jahren.

Und bei einem Honorarberater hast du keine ungutes Gefühl? Du zahlst das Honorar und glaubst ihm. Typische Honorarberater sind Rechstanwälte. Was glaubst du warum die meisten Rechtsanwälte eine Geschichte immer weiter ausdehnen, die Streitsumme nach oben treiben und dem Mandanten erzählen der Gang zum Gericht sei das richtige.

Bei einem Honorarberater bekommst du eine Leistung und ein Rechnung. Egal ob der Rat gut oder schlecht war und auch ob du den Rat umsetzt oder nicht. Die Rechnung musst du auf alle Fälle bezahlen.

Honorarberatung hat nichts mit Qualität zu tun sondern ausschließlich mit Vergütung. Unabhängigkeit und Neutralität ist keine Sache der Vergütung sondern des Charakters

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