wo sind die Fallstricke und die häufigsten Fehler bei der Finanzierung eines Eigenheimes?

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4 Antworten

Meiner Erfahrung nach werden die Nebenkosten unterschätzt. Da sind zum einen die Grunderwerbsteuer und die Notargebühren. Die muss man vom Eigenkapital bezahlen und wenn recht knapp kalkuliert wurde, fängt es da schon an. Auch die Einrichtung wird unterschätzt, das sind leicht einige tausend Euro (Möbel, Bodenbeläge etc.), die auch vom Eigenkapital gezahlt werden müssen. Da werden aus 20% Eigenkapital schnell nur noch 10% und das finanzieren Banken höchst selten und höchst ungern oder verlangen weitere Sicherheiten. Außerdem werden die Nebenkosten unterschätzt, wenn man vorher Mieter war. Denn die nicht auf die Miete umlagefähigen Nebenkosten kommen zusätzlich dazu. Weiter sind die ersten Reparaturen meisten vor Ende der Finanzierung fällig (viele Finanzierungen laufen länger als 20 Jahre), dafür müssen Rücklagen gebildet werden. Die Monatsbelastung wird oft zu hoch angesetzt, sehr knapp kalkuliert, so dass eine kaputte Waschmaschine alles aus dem Ruder werfen kann.

das kenne ich, dass schon eine Waschmaschine ein Problem sein kann. Bei vielen ist es der Urlaub, den es dann nicht mehr gibt.

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Karl: heinerbumm hat bereits einige „Überraschungen“ beschrieben. Ich ergänze: Der Finanzier (F) muss den gesamten Fremdkapitalbedarf decken. Wenn du 80 % brauchst und er nur 70 % gewährt, musst du einen weiteren F. finden und für die fehlenden 10 % erhöhte Zinsen hinnehmen. Die entschädigungsfreie Sondertilgungsmöglichkeit wird nicht eingeräumt. Die bereitstellungszinsfreie Zeit wird zu kurz bemessen, während sich z. B. die Baufertigstellung verzögert. Für Teilvalutierungen werden hohe Teilvalutierungszuschläge berechnet. Wegen fehlender grundbuchlicher Voraussetzungen (z.B. Grundstücksvermessung steht noch aus) kann Grundschuld nicht eingetragen werden, zur Überbrückung greift eine kostspielige Bürgschaft oder eine teure Zwischenfinanzierung. Nicht jeder Billiganbieter muss auf Dauer günstig sein. Was er anfangs nachlässt, holt er sich später zurück, z. B. Gebühren bei Objektwechsel, Prolongation Anschlussfinanzierung/Laufzeitverlängerung), Schuldübernahme durch Erwerber, Eigentumswechsel aufgrund Erbschaft usw.

Die Laufzeit der Immobilienfinanzierung ist meist sehr lang, 25 bis 30 Jahre. Wer kann heute schon sagen, ob man seinen Job mit der derzeitigen Bezahlung für diese lange Zeit behält. Es können auch Unfall oder Krankheit dazwischen kommen. Hält die Ehe oder bricht alles auseinander. Diese Faktoren sind es, die die Finanzierung eines Eigenheimes ins Wanken bringen können.

ich sehe im Moment die Gefahr, zu teuer zu kaufen und die niedrigen Zinsen als Normalität zu sehen. Das kann teuer werden, wenn die Zinsen wieder steigen und du zu knapp kalkuliert hast.

Ich kenne in meinem Bekanntenkreis einige, die sich insofern übernommen haben, weil sie über Jahre ihr Leben einschränken mussten und dann auch nach über 10 Jahren erkannten, dass es immer noch eng ist.

Rechne genau und spiele die Zahlen auch mit höheren Zinsen in x Jahren durch.

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