Wo muss ich als Freiberufler, in Deutschland wohnhaft, Einnahmen aus freiberuflicher Tätigkeit im EU Ausland, versteuern?

1 Antwort

Hallo,

die Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit sind in Deutschland steuerbar und steuerpflichtig.

Hinweis zur Umsatzsteuer: Machen Sie von der deutschen Kleinunternehmerregelung Gebrauch? An wen erbringen Sie diese Leistungen (Unternehmen oder Privatpersonen)?

MfG
-Valeskix

Vielen Dank schon mal für die Antwort.
Ich bin UMST-pflichtig.
Vorträge und Seminare besuchen Privatpersonen.
MfG
Michael

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@Vitaplus

Ob und welche USt dann auf die Rechnungen kommt, hängt insbesondere davon ab, wo die Leistung erbracht wird bzw. als erbracht gilt.

Gemäß Ihren weiteren Schilderungen gehe ich davon aus, dass Leistungs- und Rechnungsempfänger die jeweiligen privaten Seminarteilnehmer sind und nicht etwa eine Bildungseinrichtung/Unternehmen o.ä.

Bei diesen Vorträgen/Seminaren in EU-Ländern kommen für Sie nun m.E. folgende Vorschriften in Betracht:

§ 3a Abs. 1 UStG
(sog. Grundfall oder auch Auffangtatbestand, wenn kein "Spezialfall" vorhanden ist)
Folge: Leistungsort ist Ihr (angenommener) Unternehmenssitz in Deutschland -> Deutsche USt usw.

§ 3a Abs. 3 Nr. 3 Buchstabe a) UStG
("Spezialfall")
Folge: Leistungsort ist Österreich/Italien -> Öster./Ital. USt und Anmeldung/Abführung der USt in diesen Ländern. Entsprechendes gilt für den Vorsteuer-Abzug.

Bei der Beurteilung ist es aber grundlegend wichtig zu wissen, um welche Art der sonstigen Leistung es sich konkret handelt. Es liegt nahe, dass es sich um eine unterrichtende Tätigkeit i.S.d. Spezialfalls handelt. Es gibt jedoch Fälle, in denen der Vortrag als wissenschaftliche Gutachter-/Beratungstätigkeit anzusehen und in der Folge nicht nach § 3a Abs. 3 Nr. 3 a) UStG zu werten ist - was ich hier nicht annehme (siehe Beispiele A 3a.6 Abs. 5 UStAE).

Den Vorsteuerabzug in Deutschland sehe ich nicht gefährdet, da § 15 Abs. 2 UStG nur für bestimmte steuerfreie bzw. nicht steuerbare Umsätze gilt.

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die Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit sind in Deutschland steuerbar und steuerpflichtig.

Ich vermute, hier geht es um die Einkommensteuer.

Wie kommst du zu diesem Schluss?

Wahrscheinlich ist Antwort ja richtig, mich würde aber trotzdem interessieren, wie du sie herleitest.

Machen Sie von der deutschen Kleinunternehmerregelung Gebrauch?

Die Frage ist in diesem Zusammenhang ohne Belang. Der Ort der Leistung ist auf jeden Fall Österreich. Entweder nach § 3a (2) UStG oder nach § 3a (3) Nummer 3 Buchstabe a UStG

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@EnnoWarMal

Ganz simpel: Vereinfachte Frage mit vereinfachten Sachverhaltsangaben = vereinfachte Antwort ohne Gewähr.

Ob hier evtl. ein Sonderfall gegeben ist, der zu einer anderen Besteuerung der Einkünfte führt, ist dann Sache des Finanzamtes oder Beraters, dem dieser Sachverhalt hoffentlich noch vorgetragen wird.

Der Ort der Leistung ist eben nicht in jedem Fall Österreich/Italien. Außerdem geht es vielmehr darum, welche USt-Pflichten insbesondere zu beachten sind (z.B. UStID-Nr.. §13b UStG, Kleinunternehmerschwellen in Österreich/Italien usw.), um welche sich dann bitte der Berater des Vertrauens kümmern sollte.

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@Valeskix

Allen vorab schon mal VIELEN Dank.

Nun nochmals zum Klären:
a) Leistungsempfänger sind Privatpersonen in Italien

diesen Part der Antwort verwirrt mich aktuell mehr als er hilft :-)

Bei der Beurteilung ist es aber grundlegend wichtig zu wissen, um welche Art der sonstigen Leistung es sich konkret handelt. Es liegt nahe, dass es sich um eine unterrichtende Tätigkeit i.S.d. Spezialfalls handelt. Es gibt jedoch Fälle, in denen der Vortrag als wissenschaftliche Gutachter-/Beratungstätigkeit anzusehen und in der Folge nicht nach § 3a Abs. 3 Nr. 3 a) UStG zu werten ist - was ich hier nicht annehme (siehe Beispiele A 3a.6 Abs. 5 UStAE).

--> Es handelt sich NICHT um wissenschaftliche Beratungen, sondern energetische Lebensseminare, wie z.B. Meditation zur Seelenstärkung, etc..
??
Gehe ich nun richtig in der Annahme, dass ich,
NICHT Gewerbetreibender, sondern private Person/Einzelfirma, psychologische Beratungen, aber UMST pflichtig, bei den aufgezeigten Stärkungsseminaren schlicht und ergreiffend wie bisher in Deutschland, meiner Wohn-/Steuerdomizil die UMST abliefern muss??

VIELEN Dank für die konkretisierte Klärung
Michael

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@Vitaplus

Die Umsatzsteuer interessiert sich nicht für die Art der Einkünfte nach dem Einkommensteuergesetz.

Anhand Ihrer Schilderungen sind Sie Unternehmer und unterliegen damit auch dem Umsatzsteuergesetz.

Kurz und knapp: Die Umsatzsteuer ist bei Unterrichtsleistungen an Privatpersonen grds. dort erbracht, wo sie tatsächlich ausgeführt wird - also in den genannten Fällen im Ausland.

Eine Beratungstätigkeit für Privatpersonen ist grds. vom Sitz Ihres Unternehmens aus erbracht - also in Deutschland.

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Steuerliche Veranlagung (DBA) - Home-Office in BE / Freiberufler in DE?

Hallo,

zur Beantwortung meiner Fragen suche ich einen Experten im Bereich DBA / Auslandssteuerrecht, Homeoffice-Regelungen

Folgende Situation:

  1. Meine Partnerin lebt in Belgien. Die Wohnung liegt in unmittelbarer Grenznähe zu Deutschland (100 Meter) auf belgischem Boden.
  2. Ich plane nun mit meiner Freundin zusammenzuziehen. Sollte ich nach Belgien ziehen, wird mein Wohnsitz in Deutschland abgemeldet.
  3. Seit 2 Jahren bin ich in Deutschland als Freiberufler (im IT-Bereich) beim deutschen Finanzamt gemeldet und zahle in DE meine Einkommensteuer + Krankenversicherung
  4. Mein Betriebsstätte (feste Einrichtung) in Deutschland bleibt bestehen
  5. Ich werde in Belgien kein Gewerbe oder eine Betriebsstätte anmelden
  6. Der Lebensmittelpunkt (Freunde, Sozialer Kreis, Geschäftspartner, Ärzte, Schwerpunkt der wirtschaftlichen Interessen) ist weiterhin Deutschland da ich zu Belgien bis auf den Wohnsitz keinen Bezug habe.
  7. Ich habe keine Einkünfte bzw. Kunden aus Belgien bzw. von Belgischen Auftraggebern. Meine Kunden sind Unternehmen in Deutschland. Meine gesamten Bankkonten sind in DE und Angebote/Rechnungen etc. werden aus meinen Büro aus Deutschland geschrieben und abgeschickt.
  8. Das Büro dient Primär der Kundenakquise, Meetings etc.
  9. Der Knackpunkt: Da meine Frau Krank ist und auf ständige Betreuung angewiesen ist erledige ich die Projektarbeit (Programmierung) bisher aus meinem Home-Office bzw. aus dem Wohnzimmer mit meinem Laptop. Für meine Arbeiten ist der Ort völlig irrelevant bzw. ein Laptop reicht mir aus um alle Arbeiten zu erledigen.

Es stellen sich die folgenden konkreten Fragen:

  1. Aufgrund der sehr hohen Einkommensteuerbelastung in Belgien und dem mit einer Aufteilung des zu versteuernden Einkommens einhergehendem Verwaltungsaufwand möchte ich eine Besteuerung meines Einkommens in Belgien unbedingt vermeiden. Es wäre für mein Empfinden Widersinnig mein gesamtes Einkommen aus meiner freiberuflichen Tätigkeiten aus dem Homeoffice in Belgien aufgrund des Tätigkeitsortprinzips/Territorialitätsprinzip in Belgien versteuern zu müssen. Die deutsche Grenze wäre praktisch im Hintergarten und mein Büro ist 10 Minuten von der Wohnung meiner Partnerin entfernt. Müsste ich trotzt aller oben genannten Punkte bei Home-Office Arbeit in Belgien meine gesamten Einkünfte in Belgien versteuern?
  2. Im DBA (DE-BE) wird zur Besteuerung in dem einen oder anderen Vertragsstaat eine feste Einrichtung Vorausgesetzt. Begründet mein Laptop in Belgien eine feste Einrichtung oder Betriebsstätte?
  3. Liegt in meinem Fall eine beschränkte Steuerpflicht vor? Wenn ja, wirkt diese dem DBA (Tätigkeitsortprinzip) entgegen oder wird das DBA vorgezogen?
  4. Kann ich einen Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht beantragen und wären dann meine Einkünfte aus meiner Arbeit aus dem belgischen Homeoffice in Deutschland Steuerpflichtig?
  5. Da meine gesamten Einkünfte von deutschen Kunden stammen, wäre es möglich nach dem Quellenlandprinzip besteuert zu werden?

Danke!!

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