Wo kann ich einsehen oder nachfragen ob es Restschulden bei einer Zwangsversteigerung (Immobilien) gibt?

1 Antwort

Nekotinus

Fragst du als Gläubiger oder als Schuldner?

Aus den im Zwangsversteigerungsverfahren von den einzelnen Gläubigern angemeldeten Forderungen und dem Protokoll des Vollstreckungsgerichts über die Verteilung des Erlöses kannst du ohne weiteres die (Rest-)Forderungen ermitteln, mit denen die Gläubiger ausgefallen sind.

Exkurs:

Aus der Grundschuld haftet der Grundstückseigentümer nur mit dem Grundstück (§ 1191 Abs. 1 BGB), es ist also eine Sachsicherheit, auch dingliche Haftung, genannt. In das sonstige Vermögen des Schuldners kann daraus nicht vollstreckt werden.

Der Gläubiger verlangt aber auch die Übernahme der persönlichen Haftung und zwar dadurch, dass der Schuldner ein abstraktes Schuldversprechen gemäß § 780 BGB abzugeben hat. Man spricht dann von Personalsicherheit. Das Schuldversprechen begründet einen selbstständigen Anspruch neben der Grundschuld. Für die Verbindlichkeit darauf haftet der Versprechende mit seinem gesamten Vermögen.

Das bereits in der notariellen Grundschuld-Bestellungsurkunde zu erklärende Schuldversprechen steht aber nicht kumulativ, sondern nur alternativ zur Grundschuld zur Verfügung. Das Ziel ist nicht, die Zugriffsmöglichkeit dem Volumen nach zu verdoppeln, sondern darin, auf das sonstige Vermögen des Schuldners zugreifen zu können, wenn die Befriedigung aus der Grundschuld rechtlich oder tatsächlich schwierig oder unbefriedigend ist.

Reicht das Meistgebot in der Zwangsversteigerung zur Vollbefriedigung des Gläubigers nicht aus, besteht für den Gläubiger die Möglichkeit, wegen des Forderungsausfalls (aus der dinglichen Sicherheitsverwertung) in das sonstige persönliche Vermögen des Schuldners zu vollstrecken. Die Verjährungsfrist beträgt 30 Jahre.

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