Wo ist der Fehler bei Indexfonds?

4 Antworten

Der Fehler darin ist, dass du an das Thema rangehst wie jeder, dessen Idee schief gegangen ist.

Der S&P 500 ist gut gelaufen. Das hat diverse Gründe. Es ist auch nicht unlogisch, dass ein breiter Index in US-Aktien gut gelaufen ist. Nur war es bei anderen hohen Bewertugnen (und fast alles, in das man Geld anlegen kann war mal teuer) falsch, ausgerechnet in das zu gehen. Denke an Gold, Bitcoin, Neuer Markt, Nasdaq, ... Die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen.

Du hättest also (zu 100 % genauso) vor 18 Jahren fragen können "sind die Menschen alle so gierig, dass ihnen die langfristig 30 % im Jahr in der Nasdaq nicht reichen?" oder auch vor sieben Jahren "sind die leute alle so gierig, dass ihnen die langfristig 20 % im Gold nicht reichen?". Heute könnte man fragen, ob die Leute so gierig sind, dass ihnen die 15 % im Jahr in Immobilien in München nicht reichen, du hast den S&P 500 gewählt, weil du dazu ein Buch gelesen hast. Es macht einen Unterschied, ob man 20 Jahre alt ist und keinerlei Erfahrung mit dem Thema hat oder ob man seit über 20 Jahren viel Geld anderer Leute anlegt.

In einer nicht vorgegebenen Zukunft wird auch aus heutiger Sicht mit einem breiten Aktienindex Gewinn erzielt. Ob per heute und langfristig die Wahl des S&P 500 eine gute Idee ist? Sicher hast du nur eine relativ (zu anderen Regionen) hohe Bewertung am Anfang (das ist schlecht) und sicher hast du ein Währungsrisiko.

Angenommen, du hast mit der Idee nach 10 Jahren 10 % verloren. Keiner garantiert dir, dass es die folgenden 10 Jahre besser aussieht. Dann redet ja alles davon, dass die Musik nur noch in Europa, Asien, Afrika oder sonstwo spielt und die USA sich wirtschaftlich nie wieder erholen wird.

Das sieht in Büchern anders aus? Ein Amerikaner wie Boogle oder auch Warren Buffett kennt zur langfristigen Anlage nur Aktien und er kennt natürlich auch nur amerikanische Aktien. Dass es auch Europa oder Asien, warum nicht auch Afrika gibt, die wegen des Grades der Aktienkultur aber auch des wirtscahftlichen Niveaus dort wesentlich mehr Entwicklungspotential haben und in den nächsten 50 Jahren vermutlich nicht nur das bessere sondern auch das stabilere Invest wären, ist weit jenseits von deren Horizont.

Auch Anleihen als Sicherheit dazu nehmen zu wollen ist Grundfalsch. Zum einen können sie stärker schwanken als Aktien. Zum anderen wirst du vermutlich nicht ausgerechnet dann, wenn Aktien gut gelaufen sind, Anleihen beimischen. Dazu ist es über jeden Anlagezeitraum eine bessere Idee, sich an Unternehmen zu beteiligen als ihnen oder überschuldeten Staaten Geld zu leihen.

Was du dir angelesen hast ist Halbwissen (davon auch noch gefühlt ziemlich wenig) und das ist nicht nur in unserer Branche sondern fast überall wesentlich gefährlicher als kein Wissen.

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung

45 Prozent der deutschen Aktienfonds sind besser als ETF.

Stark kapitalisierte Firmen wirken sich bei Kursschwankungen stark aus, während ein aktiver Fonds-Manager diese Papiere vielleicht verkaufen würde.

Da Indizes auf Basis der Marktkapitalisierung zusammengesetzt werden und nur eine begrenzte Anzahl an Werten enthalten, führt die Flut an ETFs dazu, dass sich die Kapitalströme nur auf wenige, große Werte fokussieren.

ETF-Anleger verpassen Chancen: Je mehr Anleger sich über ETFs auf die großen, teuren Indexschwergewichte konzentrieren, desto mehr Chancen ergeben sich abseits dieser Pfade. Fundamental hervorragende Aktien außerhalb der Indizes bleiben vielfach unentdeckt und unterbewertet, bieten jedoch am Ende das bessere Chance-/Risikoverhältnis.

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung
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45 Prozent der deutschen Aktienfonds sind besser als ETF

Belege? Selbst wenn es so "viele" wären, was ich bezweifle, bedeutete es, dass immer noch 55% der ETFs besser sind als Aktienfonds, kein schlechtes Argument für ETFs

Da Indizes auf Basis der Marktkapitalisierung zusammengesetzt werden und nur eine begrenzte Anzahl an Werten enthalten ...

Der MSCI World z.B. besteht aus mehr als 1600 Werten.

ETF-Anleger verpassen Chancen ...

... und sie vermeiden das Risiko einer Anlage in einen schlechter performenden Aktienfonds, siehe oben.

Jede der beiden Anlagen hat ihren potentiellen Anlegerkreis. Ich persönlich würde eine ETF-Anlage vorziehen.

Für eine sinnvolle Empfehlung wäre ein längeres Beratungsgespräch erforderlich.

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Wer nicht in einen Indexfonds geht (ich mache das auch nicht), hat dabei aus meiner Sicht 2 Punkte:

  1. Manche denken, sie, oder ihr Fondsverwwalter (wenn sie in andere Fonds gehen) kann es besser als der Index läuft.
  2. Auch ein Index kann fallen, wenn der Markt rückläufig is, wie z. B. nach 2008.
Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung
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Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Zu 2. würde ich sagen, dass generell alle Fonds (manche mehr manche weniger) fallen wenn der Markt rückläufig ist. Und sich danach wieder erholen? Das wäre jetzt mein Verständnis vom allgemeinen Marktrisiko.

Damit verstehe ich sie richtig, wenn ich sage sie haben auch keine Schwächen an einem Indexfond zu bemängeln, abgesehen von den Renditen?

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Gebühren eines Indexfonds bei der Ing-Diba

Hallo zusammen, meine Frage bezieht sich auf die Gebühren beim Kauf eines Indexfonds bei einer Direktbank (in meinem Fall bei der Ing-Diba). Das Informationsmaterial finde ich sehr undeutlich und wollte daher mal bei euch nachfragen. Meine derzeitige Vermutung der Gebühren sieht folgendermaßen aus:

  • 10 euro pro Trade (egal ob 1 Fondsanteil oder 100)
  • dann 1.75% geht als Gebühr an die ing-diba direkt beim kauf
  • und järhlich 0.17% als verwaltungsgebühr des Indexfonds

Als Beispiel: bei meinem ersten Trade möchte ich 3 Anteile vom "ISHARES DAX DE" kaufen. Sagen wir der steht gerade bei 70 Euro pro Anteil:

  • Kosten für die Anteile: 3 x 70 € = 210 €
  • Kauf-Gebühr 10 €
  • 1.75% Gebühr = 3,68 € ( (210 * 1.75) / 100 )
  • jährlich kommen dann nochmal 0.17% Verwaltungsgebühr drauf, je nachdem wie hoch die Anteile stehen

Muss ich auch beim Verkauf der Anteile eine Gebühr zahlen? Wenn ja, wieviel und welche?

Das ist mein derzeitiges Verständnis der Gebührenstruktur beim Kauf eines Indexfonds bei der Ing-Diba. Bitte korrigiert/ergänzt mich wenn etwas falsch ist oder fehlt. Vielen, vielen Dank!

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