Wo informiert man sich am besten über die Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge?

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6 Antworten

In der Tat: Erster Ansprechpartner ist Deine Personalabteilung. Ansonsten ein Versicherungsmakler oder ein Versicherungsberater (kostet Geld aber es gibt Nettotarife) Bitte nicht Stiftung Warentest. Da tobt grade ein Shitstorm zum Thema BU Absicherung. Die können es einfach nicht!

Candlejack 03.07.2013, 08:26

da tobt ein Shitstorm ? Wo - bei Facebook ? Wo ? Muss ich mir ansehen !

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alfalfa 03.07.2013, 08:52
@Candlejack

Gibt ne offene Gruppe Friends of Finanztest Baldrian. Da geht es ganz gut ab. Und fachlich auch sehr hochwertig.

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Ich würde z.B. einen von Gesellschaften unabhängigen Versicherungsmakler aufsuchen. Dieser stellt die Bedarfsanalyse und den Schichtenvergleich gerne für dich an.

Bedenke aber: Allein der Arbeitgeber entscheidet über den Anbieter und den Durchfürhungsweg. Der Arbeitnehmer hat kein Mitspracherecht. Daher würde ich erstmal die Personalabteilung des Betriebs abklopfen.

Für neutrale Vorabinformationen und ein Grundwissen hier mal reinschauen:

http://www.gdv.de/verbraucherinformationen/

Banken sind keine Versicherungen. Und Bankkaufleute keine Versicherungskaufmänner. Meine Brötchen kauf ich auch nicht beim Metzger. Also lieber nicht.

Bevor Du Dich hier wochenlang mit Wegen und Anbietern beschäftigst: Frag erstmal die Personalabteilung. Die haben oft schon Entscheidungen getroffen bzw. Anbieter rausgesucht, die sie anbieten. Und diese haben oft Mitarbeiter, die beraten und berechnen. Ich war früher so einer. Wenn es Fragen oder Mitarbeiter wie Dich gab, bin ich in die Firma und hab dort ne Beratung gemacht. Das gehörte dazu und da brauchte sich kein Kunde ewig informieren.

So ist das auch sinnvoller, denn wenn DU Dir einen Weg und einen Anbieter rausgesucht hast und Deine Firma etwas anderes festgelegt hat (wozu sie das Recht hat), war alles umsonst.

Bei einem Spezialisten für Altersvorsorge. die betriebliche Altersvorsorge ist nicht immer optimal. Es ist individuell immer zu prüfen ob sie passt.


Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten: „Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? Die Altersvorsorge ist seit 2005 in 3 Schichten aufgeteilt. Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente). Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente. Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. Kapitallebensversicherungen und Aktienfondssparpläne etc. Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Jede Form der Altersversorgung hat unterschiedlich hohe Aufwendungen zum Ansparen einer gleichen Nettorente. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Denn es ist ein großer Unterschied, ob man von der ausgezahlten Rente noch Steuern und ggf. Krankenversicherung zahlen muss oder nicht.

Beispiel:

Mann, ledig, 34 Jahre alt, Versorgungslücke ab dem 67. Lebensjahr 540 € monatlich (=erforderliche Nettorente)

Um die Versorgungslücke von 540 €/Monat netto abzudecken, werden folgende Bruttorenten je Schicht benötigt:

  • Basisrente: 779 €
  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 1.050 €
  • Unterstützungskasse, Pensionszusage: 1.050 €
  • Riesterrente: 779 €
  • Private Leibrente: 568 €
  • Investmentfonds-Auszahlungsplan: 690 €

Der erforderliche Beitragsaufwand monatlich, um die Versorgungslücke abzudecken, beträgt:

  • Basisrente: 210 €
  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 302 €
  • Unterstützungskasse, Pensionszusage: 302 €
  • Riesterrente: 210 € (damit wird aber nicht die komplette Versorgungslücke gedeckt)
  • Private Leibrente: 110 €
  • Investmentfonds-Auszahlungsplan: 116 €

Die Differenz zwischen Bruttorente und Nettorente sind Steuern und Beiträge für die Krankenversicherung. Ausgehend von den unterschiedlichen Bruttorenten, ist die Höhe des monatlichen Aufwands natürlich auch unterschiedlich. Bei der Ermittlung des Nettoaufwandes müssen nämlich noch die unterschiedlichen staatlichen Förderungen und die unterschiedlichen Renditen der Vorsorgeformen eingerechnet werden.

Am besten fragst du zuerst in deinem Betrieb in welcher Form dort die betriebliche Altersvorsorge durchgeführt oder unterstützt wird.

Denn was hilft dir der beste Vertrag, wenn dein Arbeitgeber da nicht mitzieht.

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