Wird vom Freistellungsauftrag die Steuer oder der Gewinn abgezogen?

4 Antworten

§ 20 Abs 9 EStG

9) 1Bei der Ermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen ist als Werbungskosten ein Betrag von 801 Euro abzuziehen (Sparer-Pauschbetrag); der Abzug der tatsächlichen Werbungskosten ist ausgeschlossen. 2Ehegatten, die zusammen veranlagt werden, wird ein gemeinsamer Sparer-Pauschbetrag von 1 602 Euro gewährt.

Also ganz eindeutig, die 801 Euro beziehen sich auf die Einkünfte und nicht auf die Steuer.

Der Broker hat alles richtig gemacht (mit dem Steuerabzug).

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Deine Bank hat alles richtig gemacht - allerdings solltest du vielleicht darüber nachdenken, künftig den verbleibenden Freibetrag für andere Anlagen aufzuwenden, damit auch diese Erträge zumindest bis zu einem Teil steuerfrei bleiben.

Wer hat Recht???

Du hast da etwas mißverstanden: Du bekommst nicht 801 Euro Steuern vom Staat erlassen, sondern es wird ein Ertrag von 801 Euro frei von Kapitalertragsteuer, Soli und KiSt gestellt. Deine Bank hat also recht.

Eigentlich muss man doch auch nur das Wort "Freistellung" ein wenig sinnentsprechend interpretieren.

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@EnnoBecker

Mit der Begrifflichkeit ist das so eine Sache: Wenn ein Fußballspieler von seinem Verein freigestellt wird, dann bedeutet das nicht, dass er künftig den Libero abgibt.

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Der Freistellungsauftrag beschreibt den nicht zu besteuernden Ertrag, d.h. wenn Du einen Gewinn einstreichst, dann wird genau dieser (und nicht nur die Steuern) vom Freistellungauftrag abgezogen bzw. gegen den Verlustverrechnungstopf gerechnet.

Im Zweifelsfall also: die Bank hat recht :-)

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