Wird man nach einer Privatinsolvenz von ALLEN Schulden befreit?

3 Antworten

Nein - man ist nur von den Schulden befreit, die gemäß InsO zur Tabelle angemeldet worden sind. Nicht davon erfasst sind solche nach § 39 InsO - sogenannten "nachrangigen Forderungen", außer das Gericht ruft in seinem Eröffnungsbeschluss EINDEUTIG zur Anmeldung solcher Forderungen auf. Hierunter fallen insbesondere Buß-, Zwangs- und Ordnungsgelder oder auch aber auch Zinsen und Säumniszuschläge auf Forderungen der InsO-Gläubiger. Im Beschluß über die Restschuldbefreiung wirst du im Normalfall immer den Hinweis auf § 302 InsO vorfinden, der darauf verweißt, dass solche Schulden wie die o. g. von der Restschuldbefreiung ausgenommen sind. Das hat für dich zur Folge, dass Gläubiger solcher Schulden nach Beendigung des InsO-Verfahrens und der daraus resultierenden Restschuldbefreiung die Forderungen wieder bei dir einfordern werden. Notfalls auch durch Zwangsvollstreckungsmaßnahmen. Solltest du solche Forderungen befürchten müssen, solltest du dich umgehend mit meinem InsO-Verwalter in Verbindung setzen, damit du eventuell eine vorsichtige Schätzung der Kosten bekommst, die nach der Restschuldbefreiung auf dich zukommen. Wobei ich darauf hinweisen möchte, dass Gläubiger nachrangiger Forderungen diese dem InsO-Verwalter nicht unbedingt zur Kenntnis geben müssen, da ausschließlich der Eröffnungsbeschluss des Insolvenzgerichtes ausschlaggebend ist und sollte dieses nicht zur Anmeldung nachrangiger Forderungen aufgerufen haben, diese Gläubiger sich auch nicht zwangsläufig melden werden.

Du solltest dir im Klaren sein, wie sich die Privatinsolvenz auf dich auswirkt. Du lebst dann auf dem niedrigsten Lebensniveau und wirst keinerlei Luxusgüter mehr haben - auch keinen Urlaub. Es ist in den meisten Fällen besser, die Schulden langfristig irgendwie abzubauen.

Man sollte keine Schulden vergessen, aber die RSB wird einem nicht versagt, wenn Gläubiger vergessen wurden, das ist Blödsinn. Mann sollte keinen Gläubiger vergessen, das ist klar!
Wenn einem die Restschuldbefreiung erteilt worden ist, gilt diese für ALLE Schulden (Ausnahmen: Buß-, Zwangs- und Ordnungsgelder) die VOR dem Antrag auf Insolvenzverfahren entstanden und nicht zur Tabelle gemeldet worden sind, da es den Gläubigern zuzumuten ist, sich 6 Jahre lang selbst in den Insolvenzbekanntmachungen kundig zu machen und zur Tabelle zu melden.

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