Wird die Witwenrente auf die EU-Rente angerechnet?

2 Antworten

Das eigene Einkommen des Ehegatten wird auf die Rentenhöhe angerechnet, sobald der Freibetrag überschritten ist. Unter Einkommen ist ein Nettoeinkommen zu verstehen. So ist das Bruttoeinkommen noch in Nettoeinkommen umzurechnen. Bei bestimmten Einkommensarten wird zur Ermittlung des Netto-Betrages ein pauschaliertes Verfahren angewendet. Das den Freibetrag überschreitende Einkommen wird aber nur zu 40 Prozent angerechnet. Die Anrechnung von Einkommen kann aber dazu führen, dass die Rentenzahlung gekürzt bzw. bei höherem Einkommen gar nicht gezahlt wird.

Die aktuellen Freibeträge lassen sich zum Beispiel auf der Website der Deutsche Rentenversicherung abrufen. Ab dem 01.Juli 2012 gelten folgende Freibeträge: 741,05 Euro (West - alte Bundesländer) und 657,89 Euro (Ost - neue Bundesländer). Der Freibetrag erhöht sich für jedes waisenrentenberechtigte Kind um 157,19 Euro (West - alte Bundesländer) und 139,55 Euro (Ost - neue Bundesländer). Die komplizierte Regelung ergibt aus der Anwendung des § 97 Abs. 2 SGB VI.

Mehr hierzu bei: http://www.finanztip.de/recht/sozialrecht/rententipps/witwen.html#ixzz37peY8GRy

Hallo knatterrente,

Sie schreiben:

bekannte von mir bezieht Witwenrente und ist seit diesem Monat EU-Rentnerin. wird die Witwenrente der EU-rente entgegengerechnet? Oder gar gekürzt, oder bleibt Alles so wie es ist?<

Antwort:

An der Höhe der Erwerbsminderungsrente wird sich in der Regel nichts ändern, an der Höhe der Witwenrente kann sich jedoch etwas ändern, wenn der Freibetrag-siehe hierzu weiter unten- überschritten wird!

Unter folgendem Link der DRV finden Sie hilfreiche Infos zu Ihrer Frage:

google>>

deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/2_Rente_Reha/01_rente/01_grundwissen/03_rentenarten_und_leistungen/07a_renten_an_hinterbliebene/00a_witwer_und_witwenrente/04_einkommensanrechnung.html

Einkommensanrechnung

Auf welche Hinterbliebenenrente welches Einkommen angerechnet wird.

Welches Einkommen wird angerechnet?
Wie erfolgt die Berechnung?

Zu den Hinterbliebenenrenten zählen:

Witwen-/Witwerrenten,
Witwen-/Witwerrenten an vor dem 1. Juli 1977 geschiedene Ehegatten,
Witwen-/Witwerrenten nach dem vorletzten Ehegatten,
Erziehungsrenten und
Waisenrenten an über 18-jährige Kinder.

Das Gleiche gilt für Hinterbliebenenrenten an eingetragene Lebenspartner.

Achtung Bitte beachten Sie:

Während des „Sterbevierteljahres“ (Zeitraum bis zum Ende des dritten Kalendermonats nach dem Tod des Versicherten) wird Ihr Einkommen nicht auf die Witwen-/Witwerrente angerechnet.

Welches Einkommen wird angerechnet?

Neben Erwerbs- oder Erwerbsersatzeinkommen werden zusätzlich auch Ihre eigenen Einkünfte aus Vermögen oder Betriebsrenten, private (Unfall-)Renten und das Elterngeld auf die Hinterbliebenenrente angerechnet. Vergleichbare ausländische Einkommen werden ebenfalls berücksichtigt.

Es kann sein, dass Vermögenseinkommen, kurzfristiges Erwerbsersatzeinkommen aufgrund privater Versorgung, Betriebsrenten und Renten aus privaten Lebens- und Rentenversicherungen, aus allgemeinen Unfallversicherungen und sonstige private Versorgungsrenten dagegen nicht angerechnet werden, wenn

der versicherte Ehepartner vor dem 1. Januar 2002 gestorben ist oder
der versicherte Ehepartner zwar nach dem 31. Dezember 2001 gestorben ist, aber die Ehe vor dem 1. Januar 2002 geschlossen wurde und mindestens ein Ehepartner vor dem 2. Januar 1962 geboren ist,
bei Waisenrenten, wenn die Waise vor 2002 geboren ist.

Erwerbs- oder Erwerbsersatzeinkommen werden allerdings auch hier berücksichtigt.

Zum Seitenanfang Wie erfolgt die Berechnung?

Ihr Rentenversicherungsträger ermittelt zunächst aus Ihrem Bruttoeinkommen ein „Nettoeinkommen“ – durch Abzug von Pauschalwerten, zum Beispiel für Lohnsteuer und Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung.

Bei Einkommensarten, bei denen solche Abzüge nicht anfallen – zum Beispiel bei einer geringfügigen Beschäftigung – erfolgt auch kein Pauschalabzug.

Bei Einkommensarten wie Alters- oder Erwerbsminderungsrenten wird bei einer Einkommensanrechnung grundsätzlich das Nettoeinkommen durch Abzug einer Pauschale in Höhe von 14 Prozent ermittelt.

Eine Beschäftigung ist geringfügig, wenn Ihr monatlicher Bruttoverdienst 450,00 Euro nicht übersteigt.

google>>

wikipedia.org/wiki/Rente_wegen_Todes#Begr.C3.BCndung_f.C3.BCr_die_Einkommensanrechnung

Freibetrag

Von dem durch die Kürzung ermittelten pauschalierten monatlichen Nettoeinkommen wird der Freibetrag abgesetzt.

Bei Witwenrenten oder Erziehungsrenten liegt der Freibetrag bei dem 26,4fachen des aktuellen Rentenwerts. Das sind seit dem 1. Juli 2013 im Westen 742,90 € und im Osten 657,89 €. Bei Waisenrenten liegt der Freibetrag beim 17,6fachen des aktuellen Rentenwerts (495,26 € bzw. 438,59 €). Der jeweilige Freibetrag erhöht sich für jedes Kind des Rentenberechtigten, das Anspruch auf Waisenrente hat (oder hätte, wenn es ein Kind des Verstorbenen wäre), um das 5,6fache des aktuellen Rentenwerts (seit 1. Juli 2013: 157,58 € bzw. 139,55 €).

Ermittlung des anrechenbaren Einkommens

Von den zu berücksichtigenden Einkommensarten wird zunächst jeweils das pauschalierte Nettoeinkommen nach den Regelungen in § 18b SGB IV ermittelt, indem ein bestimmter Kürzungsbetrag abgezogen wird. Sodann wird der Freibetrag nach § 97 Abs. 2 Satz 1 und 2 SGB VI abgesetzt. Von dem danach verbleibenden anrechenbaren Einkommen werden 40 % angerechnet (§ 97 Abs. 2 Satz 3 SGB VI).

Im Zweifelsfall vereinbaren Sie mit Ihrer zuständigen DRV-Rentenanstalt in Wohnortnähe einen Beratungstermin und lassen sich gründlichst beraten, schließlich geht es um viel Geld!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

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