Wird Abgeltungssteuer auf Hedgefonds erhoben? Wie werden die Steuern berechnet?

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Es gibt in Deutschland eine Reihe von Zertifikaten auf Hedgefonds und ein paar Strategiefonds, die man wohl als Hedgefonds bezeichnen kann. Diese publizieren ihre Berichte im ebundesanzeiger.de und sind damit ganz gewöhnliche Kapitalanlagen, die der Abgeltungssteuer unterliegen.

Handelt es sich bei Hegdefonds jedoch um Offshore-Fonds, die keiner lt. Investmentsteuergesetz geforderten Publikation (Offenlegung) steuerlich relevanter Daten nachkommen, so werden diese zwar nicht jährlich automatisch besteuert, aber der Fiskus greift kräftig bei der Veräußerung zu. Da Offshort-Hedgefonds-Anteile jedoch typischerweise auch in ausländischen Depotbanken gehalten werden und damit für den deutschen Fiskus nicht transparent sind, liegen alle steuerlichen Erklärungspflichten beim Anleger. Diese Fonds werden daher "intransparente Investmentsfonds" genannt.

§6 InvStG regelt dies: "Sind die Voraussetzungen des § 5 Abs. 1 nicht erfüllt, sind beim Anleger die Ausschüttungen auf Investmentanteile, der Zwischengewinn sowie 70 Prozent des Mehrbetrags anzusetzen, der sich zwischen dem ersten im Kalenderjahr festgesetzten Rücknahmepreis und dem letzten im Kalenderjahr festgesetzten Rücknahmepreis eines Investmentanteils ergibt; mindestens sind 6 Prozent des letzten im Kalenderjahr festgesetzten Rücknahmepreises anzusetzen. Wird ein Rücknahmepreis nicht festgesetzt, so tritt an seine Stelle der Börsen- oder Marktpreis. Der nach Satz 1 anzusetzende Teil des Mehrbetrags gilt mit Ablauf des jeweiligen Kalenderjahres als ausgeschüttet und zugeflossen."

Das kann zu einer heftigen Besteuerung führen. Auch "intransparente Fonds", die zwar an deutschen Börsen notiert sind und aber den Anforderungen nach §5 InvStG nicht nachkommen, fallen unter diese Regel. Den SPDR Gold ETF findet man beispielsweise nicht im ebundesanzeiger.de.

Daher: man kann durchaus ohne Probleme in Hedgefonds investieren, sollte jedoch auf die Publikationspflichten lt. InvStG achten, da man ansonsten steuerliche Nachteile erleidet, die zwar theoretisch durch die Einkommensteuererklärung wieder ausgeglichen werden können, praktisch jedoch an der Beibringung erforderlicher Nachweise scheitern dürften.

PS: Was ich oben vergessen hatte - die ISIN des SPDR GLD, falls jemand das nachschauen möchte. Diese lautet US78463V1070.

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