Wieviel ist eine Firma wert? Stimmt die Formel "Jahresumsatz mal 3"

3 Antworten

Kurze Antwort:

Der durchschnittliche Umsatz-Faktor schwankt je nach Branche eher zwischen 0.6 - 1.5 .

Aber:

wenn man es schon so simpel machen möchte, schaut mal lieber auf den operativen Gewinn und rechnet den mit einem Faktoren von 4-8, da man sich mit Umsatz ohne Gewinn nichts kaufen kann). Diese Multiplikatoren publiziert z.B das Magazin FINANCE regelmässig auf ihrer Website.

Kommt-drauf-an Antwort:

  • Ein strategischer Investor (oft grössere Firma in derselben Branche) zahlt in der Regel mehr als ein Finanzinvestor, da es Synergien gibt.
  • Wie nachhaltig sind die Gewinne des Unternehmens?
  • Was für eine Markstellung besetzt das Unternehmen?
  • Was ist das Marktpotential des Unternehmens?
  • Wie abhängig ist das Unternehmen vom Eigentümer, von einzelnen Grosskunden, von wichtigen Lieferanten?
  • Wie hoch sind die Eintrittshürden in den Markt des Unternehmens?
  • ...

Am aufschlussreichsten ist es, die Perspektive der potentiellen Käufer einzunehmen. Ein Artikel, welcher das macht, findest du zum Beispiel hier: https://www.nimbo.ch/blog/4-zentrale-Fragen-zum-Firmenwert


Ich habe noch eine Anmerkung zu dem Thema. Leider ist es nicht ganz so einfach, es gibt auch verschiedene Wege, den Wert zu ermitteln. Welches Verfahren der Fagensteller hier anführt, klingt nach dem Vereinfachtes Ertragswertverfahren. 

Dieses Verfahren verwenden Finanzämter zur Ermittlung des Unternehmenswert um die Erbschaft- und Schenkungsteuer zu berechnen: Das durchschnittliche Betriebsergebnis der letzten drei Jahre wird mit einem Faktor multipliziert, der vom Bundesfinanzministerium festgelegt wird (seit 2016 liegt dieser Kapitalisierungsfaktor bei 13,75) 

Wer mehr zu dem Thema wissen möchte, dem kann ich sehr das Buch Nicolas Schmidlin „Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse: Praxisnahe Einführung mit zahlreichen Fallbeispielen börsennotierter Unternehmen“ (http://ist-das-gut.com/unternehmensbewertung-kennzahlenanalyse-praxisnahe-einfuehrung-mit-zahlreichen-fallbeispielen-boersennotierter-unternehmen/) empfehlen.

 Sehr anschaulich an gut Bespielen beschrieben. Neben dem Vereinfachtes Ertragswertverfahren gibt es u.a. auch noch das Substanzwertverfahren, Vergleichswertverfahren, Ertragswertverfahren und AWH-Verfahren.

Der Unternehmenswert ist immer das Ergebnis der Unternehmensbewertung. Je nach Anlass muss dabei differenziert werden. Der Anlass ist relevant für den Zweck, aus welchem wieder die Funktion abgeleitet wird. Je nach Funktion wird dann das Bewertungsverfahren ausgewählt, welches schlussendlich für den Unternehmenswert verantwortlich ist. Der Unternehmenswert ist jedoch nicht gleich der Unternehmenspreis!

Mehr Infos würdest du unter: http://www.bewerten-unternehmen.de erhalten!

Was möchtest Du wissen?