Wieviel Inkassogebühren sind angemessen?

3 Antworten

65 € sind im Rahmen des gesetzlich Zulässigen:

  • Gegenstandswert gem. Anlage 2 RVG bis 500 €: Gebühr von 49 €
  • Maximaler Gebührensatz von 1,3 für "normale 2300 VV RVG)
  • 49 € x 1,3 = 63,70 €
  • Post- und Telekommunikationspauschale (7002 VV RVG) wären 20 % der Gebühren
  • 63,70 € x 20 % = 12,74 €
  • 63,70 € + 12,74 € = 76,44 €
  • Inkassogebühren netto: 76,44 €
  • Wenn noch Umsatzsteuer dazukommt: 90,96 €

Welcher Gebührensatz hier angemessen ist, könnte hier eine spannende Diskussion werden. Theoretisch könnte man hier ein standardisiertes Masseninkasso und damit einen Gebührensatz von 0,3 gemäß 2301 VV RVG unterstellen (BGH Urteil vom 14.03.2019, 4 StR 426/18 (PDF)). Praktisch wirst du diese Auffassung allerdings vermutlich gerichtlich klären lassen müssen.

Woher ich das weiß:Hobby – Hobbyjurist - Grundwissen, garniert mit Recherche

Deine Rechnung ist vollkommen falsch.
Maximal 0.3 Gebühr macht bei einer HF bis 500 € lediglich 15,00 € Inkassovergütung + 3,00 € Auslagen. Punkt. Mehr müsste nicht bezahlt werden.

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@Comp4ny

Du hast schon gelesen, was ich oben geschrieben habe, oder? Meine Rechnung ist vollkommen richtig, ausgehend von 2300 VV RVG. Ob hier das von mir oben genannte Urteil des BGH und damit 2301 VV RVG anwendbar ist anwendbar ist oder nicht, kann und will ich hier nicht beurteilen. Fakt ist, dass Inkassobüros nach wie vor regelmäßig mit einem Gebührensatz von 1,3 abrechnen und damit in der Vergangenheit vor Gericht auch regelmäßig durchgekommen sind. Sicher kann es der FS darauf ankommen lassen. Ich würde dem FS allerdings empfehlen, sich dazu juristisch beraten zu lassen. Ich halte nichts davon, die Fragesteller bei einer juristischen recht fraglichen Situation in möglicherweise trügerischer Sicherheit zu wiegen, ohne die Verantwortung übernehmen zu können und zu wollen.

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@Answer123
dass Inkassobüros nach wie vor regelmäßig mit einem Gebührensatz von 1,3 abrechnen und damit in der Vergangenheit vor Gericht auch regelmäßig durchgekommen sind.

Na das will ich gerne mal sehen. Gib mal alle Urteile her :)
Eine 1.3 Gebühr ist im normalen Inkassogeschäft überhaupt nicht durchsetzungsfähig, ausgenommen es ist ein umfangreiche Einzelfallbearbeitung, aber die muss belegt werden.

Es ist hinreichend bekannt dass kein Inkasso aktiv klagt oder klagen würde. Selbe große Inkasso´s wie Infoscore (heute Paigo) sind schon vor Gericht gescheitert. Und das in einem Rechtskräftigen Urteil wo nur 0.5 zugesprochen wurde.

Ich halte nichts davon, die Fragesteller bei einer juristischen recht fraglichen Situation in möglicherweise trügerischer Sicherheit zu wiegen, ohne die Verantwortung übernehmen zu können und zu wollen.

Prinzipiell hast du recht, doch wiege ich mich ein Stück weit in Sicherheit da ich seit über 17 Jahren mit Inkasso´s zu tun habe & schon lange im WWW Menschen mir Rat & Hilfe zur Seite stehe in diesem Bereich. Sicherlich bin ich nicht unfehlbar, aber Grundwissen für den einfachen Laien zu vermitteln, das obliegt mir doch recht gut. Selbstverständlich übernehme ich keine Rechtsberatung.

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@Comp4ny

Danke erst mal, dass du angibst, wo du dein Wissen her hast. Damit kann man schon mal besser arbeiten :) Konkrete Urteile und Entscheidungen müsste ich suchen gehen, mache ich die Tage mal.

Ich persönlich würde es spätestens nach dem o.g. Urteil des BGH auch auf ein Gerichtsverfahren ankommen lassen. Ich bezweifele aber, dass der FS sich selbst hinreichend vor Gericht vertreten könnte. Und den persönlichen Stress und Ärger ersetzt einem auch im Obsiegensfall keiner.

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@Answer123

Es bedarf noch nicht mal viel Recherche um sich gewisses Grundwissen, besonders als Laie, anzueignen. Früher oder später stößt man auf das besagte BGH Urteil 03/2019 oder auch auf das verlorenen Klageverfahren von Infoscore .

Allgemeine Webseiten wo auch alles zu den Kosten steht, muss ich hier sicherlich jetzt nicht verlinken. Sind meist die TOP-Ergebnisse bei Google.

Konkrete Urteile und Entscheidungen müsste ich suchen gehen, mache ich die Tage mal.

Sehr gerne :)

Und den persönlichen Stress und Ärger ersetzt einem auch im Obsiegensfall keiner.

Das ist schon richtig, aber in der heutigen Zeit sollte man es auf eine Klage wirklich drauf anlegen & ein Anwalt der hier gerne Präzedenzurteile erwirken will, findet sich schnell. Hilft ja auch allen Schuldnern.

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Hey,

also ich hoffe du hast noch nichts bezahlt, da hier natürlich solch hohe Gebühren nicht berechnet werden dürfen, besser gesagt, durchsetzungsfähig wären.

Maximal eine 0.3 Gebühr wären hier in Ordnung, das wären in deinem Fall 15,00 € Inkassovergütung + 3,00 € Auslagen.

Mehr würden dir in einem Klageverfahren auch nicht bekommen.
Aber ein Inkasso klagt in aller Regel nicht, da sie verlieren würden.

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