Wieviel erbt Schwester vom Hausverkauf der Eltern?

4 Antworten

Diese Frage beantworten kann man nur dann, wenn man weiß, ob letztwillige Verfügungen bestehen und wenn man weiß, welche Vereinbarungen anläßlich der Grundstücksschenkung an die Schwester getroffen wurden in dem damals geschlossenen Notarvertrag.

Hoppala:

Die Eltern haben ihrer Tochter im Wege der vorweggenommenen Erbfolge das Eigentum an einen Bauplatz übertragen und gleichzeitig mit dem Sohn vertraglich vereinbart, dass er nach ihrem Tod das von ihnen noch bewohnten Hausgrundstücks erhält. Richtig?

Was haben die Eltern im notariellen Vertrag hinsichtlich der Ausgleichung bestimmt? Haben die Ausgleich angeordnet oder ausgeschlossen (vergl. § 2050 (3) BGB)?

Der Wert der Zuwendung (Bauplatz) ist nach dem Zeitpunkt zu bestimmen, zu dem die Zuwendung gemacht wurde, doch hat ein rechnerischer Ausgleich des seither bis zum Erbfall eingetretenen Kaufkraftschwundes zu erfolgen. Der ausgleichspflichtige Wert wird nach folgender Formel errechnet:

Wert zum Zeitpunkt der Zuwendung x Lebenshaltungssindex zum Zeitpunkt des Erbfalls : Lebenshaltungsindex im Zeitpunkt der Zuwendung.

Lebzeitig können die künftigen Erblasser mit Bauplätzen, Häusern und sonstigem Vermögen anstellen was sie wollen, oder das neidische Kinder da etwas zu fordern hätten.

Als Erbe/in bzw. Pflichtteilsberechtigte/r können sie im Erbfall aus lebzeitige Schenkungen innerhalb von 10 Jahren degressiv, d. h. im Übertragungswert jährlich 10% fallend, Pflichtteilsergänzungsanspüche stellen.

Dieser Wert würde dem Nachlass hinzugerechnet und, derart erhöht, dann zur Pflichtteilsquote ausgeglichen.

Nach 10 Jahren wären alle Schenkungen vollzogen, ohne das es Ausgleichsforderungen gäbe.

Und bei einem Verkauf oder Anrechnung eines Wohnrechts oder Pflegepflicht stünde dem ja ein Wert entgegen, der keinerlei Anrechnung ergäbe.

G imager761

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