Frage von Finnifinanz, 65

Wieso will das Finanzamt Umsatzsteuervoranmeldungen von einem Kleinunternehmer?

Hallo,

ich habe ein Gewerbe angemeldet und von der Kleinunternehmerregelung gebrauch gemacht. Es dreht sich bei dem Gewerbe um Einnahmen durch Internetwerbung (Affilatelinks, Werbebanner etc.). Mein Vertragspartner, von dem ich das Geld bekomme ist Amazon.

Paar Wochen nachdem ich den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung abgesendet habe, bekam ich Post vom Finanzamt. Dort stand drin, dass ich zur vierteljährlichen Umsatzsteuervoranmeldung verpflichtet sei. Begründet wird dies mit §1 a Absatz 4 mit § 18 Abs. 4a des Umsatzsteuergesetzes. Es ist noch der Hinweis angebracht, dass Voranmeldungen nur für die Voranmeldungszeiträume zu übermitteln sind, in denen die Steuer für die innergemeinschaftlichen Erwerbe zu erklären ist.

Leider verwirren mich die Gesetzestexte mehr, als sie mir sagen.

Es ist so, dass der "Werbekostenzahler" Amazon seinen Sitz in Luxemburg hat, also EU-Ausland. Amazon selbst bezahlt die Vergütung jedoch Netto an mich. Des Weiteren wendet Amazon auch das Reverse-Charge Verfahren an. Nur für mich als Kleinunternehmer hat das nach meiner Auffassung doch gar keine Bedeutung.

  1. Wieso bin ich dann zur vierteljährlichen Umsatzsteuervoranmeldung verpflichtet? Ich kaufe nichts im EU-Ausland, ich bekomme Geld.
  2. Verstehe ich das richtig, dass ich nur eine Umsatzsteuervoranmeldung machen müsste, wenn ich im EU-Ausland etwas einkaufe?

Im Internet liest man viel, mal ist von "nicht steuerbare sonstige Leistungen gem. §18b Satz 1 Nr. 2 UStG" die Rede, die man dann wiederrum anmelden müsste. Ich bin wirklich sehr verwirrt.

Über eine fachlich korrekte Antwort würde ich mich sehr freuen :).

Antwort
von Tina34, 48

... dumm gelaufen, bei Kleinunternehmern von Ebay passiert das auch.

.... hätte mal vorher mit seinem Steuerberater gesprochen und hätte man vielleicht mal optiert......

Kommentar von wurzlsepp6682 ,

aber ein Steuerberater kostet doch Geld ....

Kommentar von EnnoWarMal ,

Natürlich muss hier optiert werden. 

Da ist kein Steuerberater wieder mal teurer als ein Steuerberater.

Antwort
von wurzlsepp6682, 54

durch das Reverge-Charge-Verfahren wird die Versteuerung in der Umsatzsteuer au fden GeldEMPFÄNGER verlagert ....

somit:
Umsatzsteuer-Voranmeldung sowie Zahlung der Umsatzsteuer alle Quartale an das Finanzamt ....

Kommentar von Finnifinanz ,

Amazon zahlt aber die Beträge netto. Da ist nirgendwo Umsatzsteuer ausgewiesen. Und außerdem dreht Reverse-Charge es ja so, dass Amazon es zahlen muss, nicht ich. Ich bin der Leistungserbringer.

Kommentar von wurzlsepp6682 ,

ähm, Leistungserbringer ist Amazon ....

da du die Plattform nutzt ....

http://blog.taxdoo.com/reverse-charge/

Kommentar von wurzlsepp6682 ,

ganz abgesehen davon solltest du meine Antwort mal genau lesen, da ich hingewiesen habe, dass bei Reverse-Charge der LeistungsEMPÄNGER zu versteuern hat ...

Kommentar von Finnifinanz ,

In deinem Link ist die Rede davon, dass man eine Dienstleistung von einem ausländischen Unternehmen in Anspruch nimmt. Ich führe jedoch eine Dienstleistung aus, in dem ich Kunden an Amazon vermittle. 

Kommentar von wurzlsepp6682 ,

ich bin raus .......

du bekommst Geld von Amazon ....

was ist an Geldempfänger ansonsten unverständlich?

aber, streite dich mit dem Finanzamt ...

viel Spaß ...

(byhteway: Nichtabführung von Umsatzsteuer ist Steuerhinterziehung ....)

Kommentar von Finnifinanz ,

Da gebe ich dir ja auch recht, nur wird mir an keiner Stelle Umsatzsteuer gezahlt. Ich hätte dann ja 19% weniger Provision auf die Nettozahlung von Amazon. Das würde bedeuten, dass ich das aus eigener Tasche zahlen müsste. Man kann doch nichts hinterziehen, was man gar nicht bekommen hat. 

Kommentar von wurzlsepp6682 ,

Nocheinmal:

Amazaon => Reverge-Charge = Die Steuern sind vom ZahlungsEMPFÄNGER abzuführen.

wer dir zur Kleinunternehmerregelung geraten hat gehört standesrechtlich erschossen ....

Kommentar von Finnifinanz ,

Ich werde zum Steuerberater gehen und nachfragen. Klingt ja auch nicht unsinnig wenn man drüber nachdenkt, was du sagst. Der Punkt ist halt nur der, dass ich einige Webseitenbetreiber kenne, die sich paar € über das Amazon Partnerprogramm dazu verdienen. Das sind alles Kleinunternehmer und die führen alle keine Steuern ab. Deswegen wundert es mich so sehr... 

Kommentar von wfwbinder ,

Topantwort von Wurzlsepp. Mit beiden Daumen hoch.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community