Wieso gilt die monetäre Basis als das von der Zentralbank bereitgestellte Geldangebot?

1 Antwort

Das gesamte Geldangebot entspricht ja = dem Bargeld * den Sichteinlagen bei Geschäftsbanken.

Falsch, das ist die Geldmenge M1.

Monetäre Basis: Verbindlichkeiten der Zentralbank gegenüber Banken und Nichtbanken = Bargeld + Einlagen der Geschäftsbanken bei der Zentralbank.

Gablers Banklexikon:

Monetäre Basis; Gesamtheit der aktuellen Bestände an Zentralbankgeld, die die Grundlage für die Geldschöpfung der Banken bilden. Die Geldbasis ist die Summe aus Bargeldumlauf (einschließlich der Kassenbestände der Kreditinstitute) plus Sichtguthaben der Kreditinstitute bei der Zentralbank (Zentralbankguthaben), also ohne Zentralbankguthaben privater oder öffentlicher Nichtbanken. Die Geldbasis stellt nach einer bestimmten geldtheoretischen Lehrmeinung das von der Zentralbank bereitgestellte Geldangebot dar.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung
> Das gesamte Geldangebot entspricht ja = dem Bargeld * den Sichteinlagen bei Geschäftsbanken.
Falsch, das ist die Geldmenge M1.

Hätte ich natürlich dazu schreiben müssen - Das "Bargeld * Sichteinlagen bei Geschäftsbanken = M" bezieht sich auf das makroökonomische Model mit ich gerade arbeite.

Ansonsten vielen Dank für die Antwort, aber ich habe schon eine ganze Menge Definitionen der monetären Basis - unter anderem diese - gelesen. Die Logik dahinter sehe ich trotzdem nicht ganz.

Die Geldbasis ist die Summe aus  Bargeldumlauf plus Sichtguthaben der Kreditinstitute bei der  Zentralbank

Nochmal mein Problem: Diese zwei Faktoren sind doch gerade diejenigen, die eben nicht zu Geldschöpfung verwendet werden können?

Zumindest in unserem Modell funktioniert Geldschöpfung, indem genau das Geld, welches nicht Bargeld oder Reservegeld ist, wieder als Kredit rausgegeben wird. Der rausgegebene Kredit könnte dann wieder an eine Bank gegeben werden, die davon wieder einen Teil als Reserve verwendet und den Rest als neuen Kredit rausgibt, usw.

Deshalb verstehe ich nicht, weshalb die monetäre Basis mit der Definition, die sie hat, als Grundlage für die Geldschöpfung durchgeht. Von den Faktoren her, ist die monetäre Basis doch genau das Gegenteil, zumindest nach meinem Verständnis.

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@rocktrock
Die Geldbasis stellt nach einer bestimmten geldtheoretischen Lehrmeinung das von der Zentralbank bereitgestellte Geldangebot dar.

Dann hängst Du eben einer anderen geldtheoretischen Lehrmeinung an.

Allerdings gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen der Mindestreserve (Einlage der Bank bei der Zentralbank) und der Geldschöpfung. Daher halte ich diese Lehrmeinung schon für vertretbar.

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