Wie Zins-Swap kaufen?

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5 Antworten

Derartige Swap-Geschäfte zur Absicherung eines variabel verzinslichen Kredites sind theoretisch denkbar, aber praktisch für Privatleute nicht realisierbar. Die theoretischen Vorteile werden durch den hohen administrativen Aufwand für die weitgehende Anpassung kompensiert. Abgesehen davon ist ein Euro-Libor kaum die richtige Zins- und Betragsgröße für einen derartigen Kredit.

Vermutlich ist aber auch der abzusichernde Kredit unzureichend beschrieben. Wie sieht es aus mit der Kreditlaufzeit, den Tilgungsmodalitäten, den monatlichen bzw. jährlichen Zahlungsfälligkeiten für Zinsen und Tilgung? Welche Sicherheiten kann der Bekannte für die Erfüllung seiner Swap-Verpflichtungen stellen, die auch aus den Inkongruenzen aus dem Swap und Kredit resultieren?

Swaps an der Börse? Dazu müssten derartige Geschäfte standardisierte Merkmale aufweisen. Ein bestehender Privatkredit dürfte da schlecht passend sein.

Mir wurden in der Vergangenheit einige Zins-Cap-Geschäfte bei Immobilienfinanzierungen bekannt, die allesamt eine Gesamtlaufzeit von nur 5 Jahren hatten. Aus heutiger Sicht wäre das ein sehr kurzfristiger Zeitraum für einen Privatkredit. Üblicherweise plagen Privatkreditnehmer lange Kreditlaufzeiten und enge Budgetrestriktionen, die den Einsatz von Swaps und Caps nicht sinnvoll machen.

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Kommentar von fragant22
29.06.2013, 21:51

Vielen Dank für die fachkundige Antwort! Zur Frage: Es geht konkret um einen Kredit mit folgenden Merkmalen:

Kreditsumme: 100.000€

Kreditlaufzeit: 25 Jahre

Tilgung: linar über 25 Jahre (ca. 333€ pro Monat)

Zinsfälligkeit: Am Ende des Jahres

Zinssatz: 4,25%

Währung: EURO

Zinssatz: Flexibel, orientiert sich am EUROLIBOR

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Es gibt ein paar Derivate auf Swaps, die Du über Scoach.de finden kannst. Die sind aber nicht über 25 Jahre gedacht zu halten.

Allerdings halte ich eine Absicherung eines Kredits von nur 100 kEUR über einen 10Y-Euribor-Swap für unsinnig. Wie hoch ist denn das Risiko? Was will er denn damit erreichen? Dieser kleine Betrag über 25 Jahre? Sorry, klingt höchst seltsam.

Dann sollte er doch gleich kein variables, sondern ein festverzinstes Darlehen abschließen. Warum denn über ein Swap-Konstrukt, das in diesem Bereich wahrscheinlich mehr Kosten mit sich bringt als das Zinsrisiko wirklich wert ist.

Im Prinzip kann die Bank, die den Kredit vergab, auch einen Swap verkaufen. Damit sichert die Bank ja auch ihre eigenen Risiken für Kreditpools ab. Er sollte mit der Bank sprechen. Die wird jedoch höchstwahrscheinlich fragen, ob er das für ein Darlehen mit der genannten Ausstattung wirklich ernst meint.

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Kommentar von fragant22
29.06.2013, 22:13

Es geht konkret um folgendes Problem (sorry für alle Leser, ich wiederhole mich hier kurz): Der Kreditgeber möchte den Marktzins bekommen (deswegen 6-Monats-EURIBOR). Der Kreditnehmer möchte jedoch einen fixen Zinssatz. Also würde ein Zins-Swap oder Zins-Cap in Frage kommen, richtig?

In welchem Rahmen liegen denn die Kosten für solch ein Swap-Konstrukt in Prozent pro Jahr so grob? Über 1-2% p.a.?

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Hallo

ich kann mich den vorrednern nur anschließen. Bei solchen "kleinen" Geschäften rentiert der Aufwand nicht. wenn Banken untereinander SWAP Geschäfte abschließen macht es neben der Masse auch das Volumen. Zumal du Sicherheiten stellen musst. Üblich ist ein täglicher Collateral austausch. Auf Cash oder Wertpapierbasis. Diese gestellten Sicherheiten werden wiederrum vom Kontrahenten verzinst.

Neuerdings dürfen die Banken die OTC Geschäfte seit diesem Jahr verpflichtend melden und über einen CCP ( Central Counterpart) clearen . Angefangen mit den "normalen" Zinsswaps.

Wie du siehst sind da 100k Peanuts. Da müsste dein Freund der Bank horrende Gebühren zahlen damit Sie ihn "mitspielen" oh Verzeihung mittauschen lassen^^

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Kommentar von fragant22
29.06.2013, 22:20

Danke für die Einschätzung.

Ich habe von dem BGH Urteil bezüglich Deutscher Bank gehört (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bgh-urteil-deutsche-bank-muss-schadensersatz-wegen-zinswetten-zahlen-a-752374.html) Hier ging es auch "nur" um 540.000€ - Warum sollte man 100k nicht über einen Swap absichern können? Im Prinzip geht man doch so wie ich das bis jetzt verstanden habe, einen individuellen Vertrag mit der Bank ein. Man hört doch auch immer Geschichten über unwissende Rentner & Kleinanleger die Swaps "angedreht" bekommen haben von Banken, die werden doch auch nicht direkt ein paar Millionen in Swaps angelegt haben oder?

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Privatleute können keinen Zins Swap kaufen.

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