Wie wird bei der Berechnung der Spekulationssteuer die Eigenleistungen berücksichtigt?

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4 Antworten

Der Gewinne aus einem privaten Veräußerungsgeschäft (§ 23 EStG) wird nach der Formel berechnet:

Verkaufspreis

./. Anschaffungs- und Herstellungskosten 

= Gewinn

Die Anschaffungs- und Herstellungskosten sind nachzuweisen.

Eigenleistungen (also die reine Arbeitsleistung) sind mangels Aufwand in Geld nicht abzugsfähig (wäre ja auch unlogisch, würdest DU die Terrasse vom Nachbarn gemacht haben und er das abziehen wollen, müsste er Dir Geld geben. Du hättest was zu versteuern, er etwas abzuziehen. Hier heben sich diese Posten auf).

Es wäre jetzt noch spannend, on überhaupt Steuer entsteht. Hast Du das Haus selbst bewohnt? Vermietet? Welche FRisten?

Wenn du es genau überlegst, ist es doch logisch, dass nur nachgewiesene (also am irgendwen bezahlte) Anschaffungskosten diese erhöhen.

Versetze dich in die Situation eines durchschnittlichen Beamten beim Finanzamt. Wenn der was von "Eigenleistung" hört, denkt er an Schwarzarbeit und wenn Rechnungen fehlen - und auch noch zufällig in bar beglichen wurden - mit Sicherheit an Schwarzgeld.

Das Gegenteil zu beweisen, wäre an dir. Beim Pflaster z. B. durch deinen Überweisungsbeleg und die Rechnung, die du vielleicht noch als Kopie beim Lieferanten bekommst. Dass aber Eigenleistungen die Anschaffungskosten nicht erhöhen, ist halt mal so Gesetz. 

Antworten zu 1 und 2 also: deine Eigenleistung tangiert das Finanzamt nicht. Bei 3. kann man vielleicht noch was reparieren.

vulkanismus 02.05.2015, 13:53

"Versetze dich in die Situation eines durchschnittlichen Beamten beim Finanzamt. Wenn der was von "Eigenleistung" hört, denkt er an Schwarzarbeit und wenn Rechnungen fehlen - und auch noch zufällig in bar beglichen wurden - mit Sicherheit an Schwarzgeld. "

Quatsch - Schwarzarbeit ist ihm wurscht, weil das Sache des Zolls ist - und fehlende Rechnung sind einfach das, was sie sind - einfach nicht da - aus.

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Es gibt keine Spekulationssteuer sondern die Besteuerung von Veräußerungsgewinnen. 

"Ausdrücklich ausgenommen von der Veräußerungsgewinnbesteuerung sind Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstel- lung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden. "

Die Berechnung wie folgt: 

Veräußerungserlös abzgl. Nebenkostenabzgl. Anschaffungskosten inkl. Nebenkosten abzgl. ggf. abgezogene Abschreibungen abzgl. Werbungskosten= Veräußerungsgewinn/-verlust 

http://www.steuerberater-gaby-muenchen.de/wp-content/uploads/2013/03/Versteuerung-privater-Veräußerungsgeschäfte.pdf    

Das Finanzamt berechnet keine Spekulationssteuer, weil es die nicht gibt.

Es gibt einen Gewinn aus privaten Veräußerungsbeschäften.

Dieser wird dem zu versteuernden Einkommen hinzugerechnet.

Eigenleistungen werden vom Finanzamt nicht berechnet, da sie bei der Gewinnermittlung unberücksichtigt bleiben.

Fehlende Belege werden mit -0- bewertet (bzw. aus Deiner Gewinnermittlung gestrichen). Lass´ Dir doch eine Kopie der Rechnung geben.

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