Wie werden Verluste bei Derivaten berechnet innerhalb der Steuererklärung?

4 Antworten

Das wird gerade verändert. Zukünftig werden Verlust bei Geschäften mit Derivaten nicht mehr angerechnet. Im Steuerjahr 2020 gilt noch die alte Regelung:

https://boerse.ard.de/anlagestrategie/steuern/verlustverrechnung-als-stolperfalle100.html#:~:text=Sie%20m%C3%BCssen%20Gewinne%20voll%20versteuern,entstehender%20Verluste%20eine%20neue%20Problemstellung.

Vielen Dank, die Änderungen zu 2021 hatte ich bereits mitbekommen aus einigen publizierten Artikeln.

Interessant ist für mich zu Wissen wie Verluste/Prozentual oder überhaupt mit Gewinnen oder der Abgeltungssteuer verrechnet werden.

Ich weiß zwar das Verluste noch gegengerechnet werden können aus 2020, weiß aber nicht wie die Berechnung dazu stattfindet. Worauf werden die Verluste angerechnet?

Mit den besten Wünschen, Malika

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@grapevine

Was verstehst Du denn jetzt nicht? Falls eine Verrechung zulässig ist, werden die Verluste von den jeweiligen Gewinnen abgezogen und der Rest ist zu versteuern, fertig.

"Prozente" haben damit nichts zu tun und ob die Abgeltungssteuer oder Dein persönlicher Steuersatz für Dich günstiger ist, ergibt sich dann. Die Abgeltungsssteuer wird allenfalls dann "verrechnet", wenn Dein persönlicher Steuersatz, weil günstiger, in Anwendung kommt.

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Ich habe es folgendermaßen verstanden:

Zunächst mal die Aktien.

  1. Haltedauer feststellen, wenn >1 Jahr dann steuerfrei, ansonsten weiter mit 2.
  2. Gewinn od. Verlust = (Verkaufserlös - Brokergebühren) - (Anschaffungskosten + Brokergebühren). Wenn du shortest ist es genau umgekehrt, dh. am Anfang hast du einen Gewinn da du die Aktie leer verkaufst, und dann kaufst du sie zurück um den Trade zu schließen.
  3. Den Gewinn oder Verlust notierst du dir für den "Aktientopf".

Dann zu den Optionen.

  1. Haltedauer feststellen, wenn >1 Jahr dann steuerfrei, ansonsten weiter mit 2.
  2. Puts und Calls: Gewinn od. Verlust = (Verkaufserlös - Brokergebühren) - (Anschaffungskosten + Brokergebühren). Wenn du shortest, also Stillhalter bist, ist es wieder umgekehrt: zuerst bekommst du Prämie (Verkaufserlös) und dann kaufst du die Option zurück um den Trade zu schließen.
  3. Den Gewinn oder Verlust notierst du dir für den "Optionstopf".

Wenn du deine Aktienpositionen mit Optionen absicherst, musst du Options- und Aktiengeschäfte trotzdem getrennt in den zwei Töpfen verrechnen.

Wenn Du dir Aktien andienen lässt (in the money expiry), dann gilt die Option als Anschaffungskosten für die Aktie.

Alle Brokergebühren und Kommissionen gelten gewissermaßen als Werbungskosten, also mit anderen Worten das ist der Aufwand, den du hast, um Gewinn erwirtschaften zu können. Deshalb dürfen alle Gebühren und Kommissionen vom Gewinn abgezogen werden.

Ok, zuletzt fällt der Optionstopf unter "Entgelte für sonstige Leistungen" und der Aktientopf unter "Gewinne aus Aktienkäufen".

Wenn dein Broker in Deutschland sitzt, musst du herausfinden wieviel er schon Abgeltungssteuer für dich bezahlt hat (Aktientopf), und das ebenfalls in der entsprechenden Zeile eintragen.

Wenn du dir die zu erwartende Abgeltungssteuer selbst ausrechnen willst:

  1. ((Aktientopf + Optionstopf) - Steuerfreibetrag) x 0,26375 % = Abgeltungssteuerbetrag

Der Steuersatz oben gilt wenn du Wessi bist und nicht beten gehst :)

Beim Steuerfreibetrag von 801/ 1602 Euro (Single / verh.) musst du auch auf deine anderen Konten achten (Tagesgeld, Festgeld etc.) weil die den Freibetrag evtl. schon ein bisschen verringert haben (siehst du auf dem Jahresabschlußbericht für deine Konten).

Dann gibt es noch die Günstigerprüfung, wenn ich es recht verstehe ist das wenn dein persönlicher Steuersatz unter 25% liegt dann kannst du beantragen, dass dein Steuersatz angewendet wird statt dem Abgeltunsgssteuersatz. Das kommt vor, wenn du z.B. wenig Einkommen hast oder dein Einkommen aus Kapitalerträgen bestreitest.

Also so habe ich es verstanden und würde es so angehen. Bin für Hinweise dankbar falls etwas noch nicht stimmt. Dies stellt auch keine Steuerberatung oder Handlungsempfehlung dar!

Guter Link: https://www.deltavalue.de/besteuerung-von-optionen/

Woher ich das weiß:Recherche

Vielen Dank, die Änderungen zu 2021 hatte ich bereits mitbekommen aus einigen publizierten Artikeln.

Interessant ist für mich zu Wissen wie Verluste/Prozentual oder überhaupt mit Gewinnen oder der Abgeltungssteuer verrechnet werden.

Ich weiß zwar das Verluste noch gegengerechnet werden können aus 2020, weiß aber nicht wie die Berechnung dazu stattfindet. Worauf werden die Verluste angerechnet?

Mit den besten Wünschen, Malika

Die Verluste mindern Deine Einkünfte aus Kapitalvermögen, soweit, wie hier schon ausgeführt wurde, entsprechende "passende" Gewinne vorhanden sind.

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