Frage von Casio58413, 285

Wie werden Gewinne aus Kryptowährungen besteuert?

Guten Abend, Ich würde gerne wissen, wie die Rechtslage in Deutschland ist, was Gewinne aus Kryptowährungen betrifft.

Wie Sie vielleicht schon kennen, gibt es eine digitale Währung namens "Bitcoin". Der Kurs BTC/EUR schwankt ja schön. Szenario C ist mir am wichtigsten

Szenario A:

Wenn ich einen Bitcoin für z.B 2000€ kaufe und 6 Monate später diesen Bitcoin für 3000€ verkaufe, weil der Kurs gestiegen ist, habe ich ja einen Gewinn von 1000€.

Laut Recherche gilt dieser Trade als private Veräußerung, was mittels Einkommensteuer versteuert wird. Nur zu Bestätigung: Stimmt es, dass wenn ich diese Bitcoins länger als 12 Monate halte, die Steuer wegfällt?

Szenario B: Man kann über Platformen seine Bitcoins verleihen und entsprechende Zinserträge bekommen. Beispiel: Ich verleihe 1 Btc zu 0.09% Zinsen pro Tag für 2 Tage. Das ist ein Gewinn von 0.0018 BTC. Muss der Gewinn aus diesem Darlehensgeschäft auch versteuert werden, wenn ich die BTCs länger als 1 Jahr halte?

Szenario C, jetzt wird es kompliziert!

Ich kaufe 1 BTC für 1000 Euro. Nun existieren weitere Kryptowährungen. Diese kann man aber NUR mit Bitcoins kaufen. Es existiert auch ein entsprechender Kurs. Ich investiere 1 Btc in zb 1 XPP (XPP ist hier die andere Kryptowährung). 10 Monate später ist 1 XPP 5 BTC wert! Ich verkaufe nun die XPP und bekomme 5 BTC. Nach 12 Monaten wandel ich diese 5 BTC in Euro um.

Wie sieht hier die Besteuerungsgrundlage aus? Kennt jemand vielleicht einen Steuerberater, der Kryptowährungen 100% versteht und sich da auskennt?

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Finanzamt & einkommensteuer, 241

Szenario A

Stimmt, DEvisengeschäfte zählen zu den Vorgängen gem. § 23 EStG: (BMF-Schreiben vom 25.10.2004, BStBl. 2004 I S. 1034Tz. 8) Bitcions zählt das BMF dazu.

Szenario B

Klassische Einkünfte gem.  § 20 EStG, Zinseinnahmen. Jährlicher Freibetrag 810,- Euro.

Szenario C

Das sind zwei zu beurteilende Vorgänge. Einmal der Kauf und Verkauf von Bitcoins mit über 12 Monaten Haltedauer (steuerfrei) und der Kauf und Verkauf dieser XPP mit Haltedauer 10 Monate (steuerpflichtig).

Ich sehe täglich einen StB der sich mit diesem Thema auskennt. Ob ich den wirklich kenne, bezweifele ich manchmal.

Kommentar von Casio58413 ,

Verstehe! Zum Szenario C:

Wenn ich also nun ein XPP für 5 BTC verkaufe, fallen also Steuern an. Welcher Euro-Wert würde da als Zahl benutzt werden? Gilt dann der Euro Wert zum Zeitpunkt der Umwandlung von XPP in BTC? Quasi der Ertrag von 5 BTC wird zum Zeitpunkt X in Euro berechnet und daraus dann die Steuer?

Danke!

Kommentar von wfwbinder ,

  Gilt dann der Euro Wert zum Zeitpunkt der Umwandlung von XPP in BTC? Quasi der Ertrag von 5 BTC wird zum Zeitpunkt X in Euro berechnet und daraus dann die Steuer?

Genauso ist es. Vermutlich am besten über eine Exceltabelle zu lösen.

Kommentar von Brigi123 ,

Ich kenne jemanden, der meint, dass das FA solche Gewinne gar nicht mitkriegen würde, weil es noch zu neu sei. Und es sei ja auch völlig anonymisiert. Unrealistisch, oder? Das wird doch bestimmt irgendwie gemeldet. Um mich selbst geht es gar nicht.

Deinen letzten Absatz habe ich übrigens nicht verstanden, egal.


Kommentar von Casio58413 ,

In der Tat ist es unmöglich für jemanden, auch für Polizei und sonst was, herauszufinden, wie viele Bitcoins ich in meiner Wallet habe oder sogar welche Wallet mir gehört. Aber da die meisten ihre Gewinne wieder in Euro bzw. "echte" Währungen umtauschen wollen, landet das Geld wieder auf dem Bankkonto. Und spätestens da kriegt das FA mit, dass irgendwoher Einnahmen kommen ;)

Kommentar von Brigi123 ,

Ja, danke für die Antwort . 

Ich hoffe aber noch auf eine weitere Antwort von wfwbinder, dem besten Profi hier. 

Ich will ja keine Steuern hinterziehen, bin auch selbst gar nicht involviert. Ich möchte nur jemanden warnen vor inkorrektem Verhalten. Mit Begründung am besten.

Kommentar von wfwbinder ,

 Ich hoffe aber noch auf eine weitere Antwort von wfwbinder, dem besten Profi hier. 

Zuviel der Ehre. @Blackleather und @EnnoWarMal, die ich persönlich kenne, oder @Wurzlsepp, mit dem ich in eMailVerbindung bin, haben schon das gleiche Format und einige andere hier, die sich weniger äußern, ebenso.

  Ich möchte nur jemanden warnen vor inkorrektem Verhalten. Mit Begründung am besten.

Warnen ist immer gut. Natürlich sollte man immer korrekte und vollständige Steuererklärungen abgeben. Auch sollte man nicht unterschätzen, dass die Finanzämter sich auch in den Foren umsehen und auf dem Stand der Technik sind.

Kommentar von Ernsterwin ,

Ergänzend zu der Aussage zur Finanzverwaltung hier noch ein Link: https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Fachartikel/2014/fa_bj_14...

Der Fachartikel ist zwar schon etwas älter, lässt aber erkennen, dass die Finanzverwaltungen bei weitem nicht ahnungslos ist, was die Transaktionen mit Kryptowährungen betrifft. ;-)

Kommentar von wfwbinder ,

Zwar geht es in der Veröffentlichung nur um Belange der Bafin und nicht der Finanzverwaltung, also den Finanzämtern und der Besteuerung, aber interessant ist der Artikel auf jeden Fall.

Guter Link.

Kommentar von wfwbinder ,

  Ich kenne jemanden, der meint, dass das FA solche Gewinne gar nicht mitkriegen würde, weil es noch zu neu sei. Und es sei ja auch völlig anonymisiert.

Mit Sicherheit wäre die Chance für Jemanden, der nicht versteuern möchte, recht hoch damit auch durchzukommen. Aber das war hier nicht die Frage, sondern die Frage war, wie die Steuer zu berechnen ist.

 Deinen letzten Absatz habe ich übrigens nicht verstanden, egal.

Die Frage war hier:

 Kennt jemand vielleicht einen Steuerberater, der Kryptowährungen 100% versteht und sich da auskennt?

Antwort:

 Ich sehe täglich einen StB der sich mit diesem Thema auskennt. Ob ich den wirklich kenne, bezweifele ich manchmal.

WAs soll das heißen? Das ich täglich einen StB sehe, der sich mit dieser Materie (auch Bitcoins) auskennt, aber ich mich manchmal frage, ob ich ihn wirklich kenne.

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