Wie werden aus dem Energieverbrauchskennwert tatsächliche Heizkosten?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Der Verbrauch an Primärenergie schließt Strom und Brennstoffe ein. Wenn Du also 85 m² Wohnung mit 120 kWh/m²/a an Verbrauchswert hast, dann sind das 10.200 kWh Verbrauch.

Geht man davon aus, daß davon 20% Strom und 80% Öl sind, dann wären das also 2.040 kWh Strom mit ca. 0,20 EUR/kWh, d.h. 408 EUR, plus vielleicht 0,10 EUR/kWh für Öl, dann sind das ca. 816 EUR. In Summe kostet das also 1.224 EUR p.a.

Dazu kommt der Haushaltsstrom für eine Familie mit vielleicht weiteren 3.000 kWh Strom p.a., d.h. 720 EUR. Macht in Summe Kosten für Strom und Öl von also vielleicht um die 2.000 EUR.

Wird anstelle von Öl nun Gas verwendet oder eine Solarthermie eingesetzt, verschieben sich die Anteile der Primärenergiearten und es verändern sich die Kosten der einzelnen Positionen. So kann man die Auswirkung der Renovierungsmaßnahme anhand der jährlichen Kosteneinsparungen beurteilen.

Wunderschön berechnet, aber mit den tatsächlichen Kosten wird sich das hinterher wenig decken. Das ist eine Kennziffer, die ebensowenig zutrifft, wie bei den Autobauern der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch.

1
@Snooopy155

Im Prinzip ja. Man kann jedoch davon ausgehen, daß die Abweichung zwischen Energieausweiswerten und realen Werten in einem konkreten Jahr mit einem konkreten Temperaturverlauf bei vergleichbaren Verbrauchsmustern wie die der Vormieter/Vorbesitzer umso geringer ist, je geringer der Wert selbst ist.

Das liegt daran, daß bei älteren Gebäuden mit Werten von über 200 kWh/m²/a eine ganze Menge wohlwollender Schätzungen verwendet werden. Die genauen Eigenschaften der verbauten Substanz werden nicht gemessen. Bei Gebäuden jüngeren Datums kann dies anhand der Bausubstanz und der Dämmung genauer berechnet werden. Bei frisch erstellten/sanierten Gebäuden (wie meinem vom 2004, Originalbaujahr 1951) wird die Rechnung dann noch genauer.

Beispielsweise wurden für mein Haus 50 kWh/m² nach Sanierung berechnet (Niedrigenergiehaus nach EnEV 2002). Tatsächlich habe ich seit 2005 einen mittleren Primärenergieverbrauch von ca. 45-50 kWh/m²/a.

Man sollte sich nicht ausschließlich auf diese Kenngröße verlassen, aber einen Vergleich zwischen unterschiedlichen Gebäuden oder Wohnungen erlaubt dies allemal. Für die Berechnung der Heizkosten sollte man seinen eigenen Verbrauch beobachten. Immerhin hat bereits eine Erhöhung um 1° Zimmertemperatur im Haus für die Heizung einen deutlichen Mehrenergiebedarf.

1
@gandalf94305

Richtig ! Es geht ja um eine Richtgröße und natürlich zählt der individuelle Verbrauch, den man für eine erst noch zu mietende Wohnung nicht einschätzen kann. Deshalb soll ja diese Kenngröße irgend einen Anhaltspunkt liefern, der einen Vergleich mit anderen angebotenen Wohnungen ermöglicht. Zu diesem Zeitpunkt hat ja noch gar kein Gespräch mit dem Vormieter stattgefunden und man hat auch noch keinen Blick auf die Nebenkostenrechnung werfen können.

0
@Snooopy155
Kennziffer, die ebensowenig zutrifft, wie bei den Autobauern der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch.

@Snooopy155: Nein! Im Gegensatz zur Ermittlung des Kennwertes durch unabhängige Energiesachverständige wird der Kfz-Verbrauch in der Automobilverbrauch von den Herstellern selbst ermittelt. Dabei werden die Testwagen bzw. -motoren teilweise kraftstoffsparend "frisiert". Der Normalnutzer hat praktisch keine Chance diese Testwerte zu erreichen.

Im Gegensatz dazu kann das Verbraucherverhalten den Energie-Kennwert bei der verbrauchsorientierten Ermittlung durchaus richtig treffen und eine Verhaltensänderung erhebliche Abweichungen bewirken. Bei bedarfsorientierter Ermittlung des Kennwertes kann der Verbraucher durchaus eine zusätzliche Optimierung des Gesamtverbrauches erzielen.

Die tatsächlichen Kosten sind mengen- und preisbestimmt. Nur die Energiemenge läßt sich vom Verbraucher einigermaßen beeinflussen. Inwieweit sich dies auf die Heizkostenabrechnung auswirkt, hängt bei dem gegebenen Heizsystem auch von dem im Mietvertrag festgelegten nutzungsabhängigen Heizkostenanteil ab (siehe mein Kommentar zu Privatier59).

0
wie komme ich dann auf die mutmaßlichen Jahresheizkosten ?

Der Gang zum Wahrsager oder Runenleger wäre da sehr hilfreich und zwar deswegen, weil der durchschnittliche Verbrauchswert des Hauses ohne jede Aussage für die individuellen Heizkosten ist:

Zum einen werden Heizkosten bei Zentralheizung zwingend nach Verbrauch abgerechnet. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Nutzern eines Hauses können da gewaltig sein. Was hilft einem da der Durchschnittswert?

Desweiteren müßte man wissen, wo genau im Haus die Wohnung gelegen ist. Wohnungen im EG und DG können schon wegen der Lage höhere Heizkosten als der Durchschnitt des Hauses haben.

Zudem ist der Durchschnittswert bei verbrauchsorientiertem Energieausweis aus dem Verbrauch mehrerer Jahre gebildet. Weißt Du, wie die Winter der nächsten Jahre werden?

Schließlich: Wo liegt der Ölpreis in den nächsten Monaten und Jahren?

Frag besser den Vermieter, ob die Vorauszahlungen wahrscheinlich den Verbrauch -im Durchschnitt- abdecken. Das ist besser, als Zahlenraten zu spielen.

Runenleger

i vergessen? :-)

In Berlin gibt es die Nikolaikirche. Die kennt wahrscheinlich jeder und deshalb ist sie touristisch erschlossen.

Im Hauptschiff hat man einen großen Platz gelassen und dort die Reste von Bomben aus dem zweiten Weltkrieg hingeschafft und angeordnet. Man sieht als Besucher also so eine Art Bombe mit Lücken.

Ich möchte gern wissen, was derjenige in seinen Bewerbungsbogen schreibt, wenn er seinen Beruf angeben soll.

Bombenleger?

0

Es sollte klar sein, was der Leser aus der Zahl entnehmen kann. SChließlich hat sich der Gesetzgeber mit dieser Bürokratie viel Mühe gegeben.

0
@Broni
SChließlich hat sich der Gesetzgeber mit dieser Bürokratie viel Mühe gegeben.

ROFL

0
@Broni

Ich halte die Energieeinsparverordnung für eine ABM-Maßnahme für Ministerialbeamte die dadurch gehindert werden sollen, ihre Arbeitskraft für sinnvolle Zwecke einzusetzen.

0
@Privatier59
Ministerialbeamte .... ihre Arbeitskraft für sinnvolle Zwecke einzusetzen.

Das setzt eine gewisse Vielseitigkeit voraus. Fraglich, ob die in diese beteiligten Ministerien gegeben ist.

1

Heizkosten bei Zentralheizung zwingend nach Verbrauch abgerechnet.

Nicht so zwingend nur nach Verbrauch. Oftmals ist da eine heiz- oder wohnflächenbezogene feste Komponente von 30 - 50 %, um z. B. auch die passiven Wohnungsheizer (also die, die ihre Wohnung durch die Nachbarn oben und unten - links und rechts beheizen lassen) mit an den Heizkosten zu beteiligen. Nur die Differenz zu 100 % wird dann nach Verbrauch abgerechnet.

Frag besser den Vermieter,

Deiner Argumentation gegen den Kennwert folgend kann der Vermieter auch nicht helfen, es sei denn, er ist "Wahrsager oder Runenleger". Er kennt weder die kommende Winterkälte noch die Primärenergiekosten der Zukunft, noch die individuell vom Mieter beeinflussbaren Heizgewohnheiten.

0
@LittleArrow

Oftmals ist da eine heiz- oder wohnflächenbezogene feste Komponente von 30 - 50 %,

Nicht nur oftmals, sondern immer da, wo bei einer Zentralheizung über Heizkosten abzurechnen ist. Interessanterweise gibt es trotz dieser zwingend vorgeschriebenen Konstante enorme Unterschiede bei den Einzelabrechnungen, eben weil die verbrauchsbezogene Komponente letztlich den Ausschlag gibt.

Er kennt weder die kommende Winterkälte noch die Primärenergiekosten der Zukunft, noch die individuell vom Mieter beeinflussbaren Heizgewohnheiten.

Aber er kennt die Heizkosten der Vorjahre und wird, wenn er solide kalkuliert, die Vorauszahlungen dem Durchschnittswert anpassen. Vorsichtshalber wird er aber in den Vertrag schreiben, dass er keine Gewähr dafür übernimmt, dass die Vorauszahlungen den tatsächlichen Kosten entsprechen und damit zugleich wertvolle Aufklärungsarbeit für den Mieter leisten.

0
@Privatier59

Nun hast Du Dich in Deiner Argumentation einmal um ca. 360° gedreht. Macht aber nichts;-) Es ist auch nix gegen den gewissenhaften Vermieter einzuwenden, aber der kann weder Energiepreisentwicklung noch Winterhärte/-milde voraussehen.

0

Ist es steuerlich - trotz Poolabschreibung - erlaubt GWG zu aktivieren?

Die derzeitige Regelung zur Poolabschreibung sieht ja eine Wahlmöglichkeit vor:

a) GWG-Sofortabschreibung bis 410 Euro (ab 150 Euro aufzeichnungspflicht).

b) abweichend zu a) Abschreibung "kann" ein Sammelposten gebildet werden, wenn AHK Zwischen 150 und 1000 Euro liegen. Das ist im WJ für alle betr. WG gleich anzuwenden. GWG bis 150 Euro "können" sofot abgeschrieben werden

Das lässt leider folgende Fragen offen (bei Bildung eines Sammelpostens):

  1. Kann ich GWG bis 150 Euro trotzdem aktivieren? --- Im Wortlaut des §6 Abs.2 Satz 4 EStG steht ja "können... als BA abgezogen werden".

  2. Können auch GWG bis 150 Euro mit in den Pool? --- Nach §6 Abs.2 Satz 1 wohl nicht, hier ist 150 als untere Grenze genannt.

  3. Kann ich einzelne GWG zwischen 410 und 1000 Euro trotzdem aktivieren? --- Dem Wortlaut nach scheint mir die Aufnahme in den Pool Pflicht, aber fallen aktivierte GWG denn überhaupt unter die Wahlmöglichkeit? Ich wäre ja auch nicht verpflichtet, die GWG-Sofortabschreibung nach Variante a) zu nutzen.--- Wichtig z.B. bei Inanspuchnahme einer Sonderabschrebung nach §7g Abs. 5. Denn es gibt ein Urteil, welches die Sonderabschreibung im Sammelposten ausschließt. Man müsste daher auf die SAbschr. verzichten, oder das WG nicht in den Sammelpool aufnehmen.

  4. Was ist mit einem IAB (§7g Abs. 2)? --- Kann man diesen als BA abziehen, und dann das GWG mit RBW (falls kleiner 1000 Euro) dem Pool zuschreiben?

  5. Wenn ich ein GWG fälschlicherweise als Nicht-GWG eingeschätzt habe (z.B. einen Drucker mit Fax) und ihn deshalb einer bestehenden Sachanlage (z.B. PC) zugeschrieben habe, interessiert das das FA überhaupt und korrigiert es entsprechend? Oder ist evtl. sogar die tatsächliche Verwendung entscheidend, ob GWG oder nicht-GWG?

Vielleicht weiß der eine oder andere von euch hierzu genaueres. Im Internet hab ich tausende seiten gefunden, leider geht es dort immer nur in dieselbe Richtung, möglichst alles sofort abzuziehen...

...zur Frage

Ist die qm Grösse einer Wohnung immer Berechnungsgrundlage für Nebenkosten?

Machen alle Vermieter die Nebenkostenhöhe an der qm Zahl der Wohnfläche fest- oder was ist alles möglich u. denkbar bei der Errechnung der Nebenkostenhöhe?

...zur Frage

Die Heizkosten kommen mir sehr hoch vor -wie kann ich nun vorgehen?

Die Heizkosten die ich für die letzten Monate zahlen muss kommen mir schon sehr hoch vor dafür, dass es eigentlich Sommer war und ich auch eine längere Zeit nicht zu Hause war. Wie kann ich vorgehen um die Kosten zu überprüfen?

...zur Frage

Immobilieninvestment: Verhältnis von Jahresmiete/ qm zu qm-Preis?

bei Immobilieninvestments (Anlage und Fremdvermietung) kann man ja auch von dem Verhältnis aus Jahresmiete ja qm und dem Kaufpreis je qm Wohnfläche ausgehen, was wiederum einen Rückschluss auf die Bruttorendite zulässt.

Welchen Faktor seht ihr? In welcher Bandbreite sollte sich diese Masszahl bewegen?

...zur Frage

Immer steigt Hausgeld Eigentumswohnung an. Plan 3 DM/qm, nun 3 €/qm, trotz sparen. Habt Ihr Rat?

Hausgeld Eigentumswohnung geht fast jedes Jahr nach oben. Geplant waren erst 3 DM pro qm, nun sind es (nach 15 Jahren) schon fast 3 Euro pro qm. Obwohl ich spare wo es geht - wie frühestens ab Dezember heizen, Wasser sparen etc. - steigt das Hausgeld noch immer weiter an. Habt Ihr einen Rat, was ich noch tun könnte, damit die Kosten nicht weiter ansteigen?

...zur Frage

Nebenkosten für Wohnung stark steigend. 5 Euro pro qm ok?

bei meiner Bude steigen die Nebenkosten stark. Pro qm fallen aktuell ca. 5 Euro an. Das halte ich für sehr hoch.

Zu den Neben-Kosten zähle ich alles ausser Strom, Telefon, Internet.

Die Mietwohnung ist Altbau. Auch wenn eine generelle Aussage nicht einfach ist, dennoch die Frage, ob die NK so hoch sind mittlerweile?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?