Wie viel Zeit bleibt, ein Erbe anzunehmen?

1 Antwort

Für das Ausschlagen gilt eine 6 Wochenfrist, gerechnet ab Kenntniserlangung, dass der Erbfall ("Tante Lisa ist gestorben und du bis Erbe") eingetreten ist u n d warum er Erbe geworden ist (aufgrund gesetzlicher Erbfolge oder eines Testamentes). Erst nach Vorliegen dieser beiden Bedingungen muß die Entscheidung zum Ausschlagen der Erbschaft gefällt und aktiv gegenüber dem Nachlaßgericht erklärt werden.

Ohne diese aktive Erklärung wird man formlos Erbe.

Die 6-Wochenfrist verlängert sich auf 6 Monate, wenn entweder der Erblasser oder der Erbe seinen letzten Wohnsitz im Ausland hat(te).

Muss Erbe gemahnt werden?

Angenommen der Erbe A ist Schuldner einer Rechnung über 10.000 Euro, die durch Erblasser B begründet wurde. Erbe A bat den Gläubiger C telefonisch um Aufschub gebeten, da er selbst nicht so viel Bares besitzt und es noch einige Wochen dauert bis er Zugang zu den Konten der Erblassers B bekommt (Erbschein muss erst beantragt werden, dann bei den Banken die Konten umgeschrieben werden etc.) Gläubiger C versteht die Situation und gewährt (am Telefon) Aufschub, ohne eine weitere Frist zu nennen.

Einige Wochen später kommt ein Schreiben vom Anwalt mit der Aufforderung nicht nur die Rechnung über die 10.000 Euro zu zahlen sondern auch die Anwaltskosten in Höhe von 700 Euro.

Frage:

Wurde durch das Telefonat die Frist die in der Rechnung genannt war aufgehoben? Falls ja, bleibt noch das Problem, dass man dieses Gespräch nicht nachweisen kann. Daher meine 2. Frage: Gibt es eine Sonderregelung, dass ein Erbe A nicht ohnehin zuerst gemahnt werden muss, auch wenn in der Rechnung die an den Erblasser B ging eine Frist gesetz wurde?

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Wenn mein Vater Bürge war, muss ich dann die Schulden von meiner Mutter bezahlen?

Mein Vater ist verstorben aus dem Erbnachlass bekomme ich 25% vom Haus meiner Eltern. Das Haus ist noch mit Schulden belastet und meiner Mutter ist als Hauptschuldnerin eingetragen und mein Vater war Bürgender. Demnach Erbe ich die Bürgschaft zum halben Teil. Jetzt möchte meine Mutter aber das ich mich an den Schulden beteilige zu 25%. Was auch in Ordnung wäre wenn ich nicht noch in einer schulischen Ausbildung (Erstausbildung) wäre. Aber wenn ich nur zur Hälfte Bürge bin muss ich doch nicht die Schulden meiner Mutter zahlen solange sie zahlen kann oder? Ich will das Geld auch nur um meine Ausbildung zu finanzieren aber meine Mutter weigert sich und lässt nicht mit sich darüber reden das ich das Geld aus dem Immobilien verkauf ohne Schuldenabüge bekomme. Ist das so richtig wie sie handelt und ich habe einen Denkfehler oder habe ich recht und meine Mutter verweigert mir mein rechtmäßig zustehendes Erbe?

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