Wie verrechne ich Umsatz-, Gewerbe- und Einkommensteuer?

5 Antworten

Ich glaube bei Dir liegen einige Grundirrtümer vor und Du gehst in die Selbständigkeit, bzw. bist in die Selbständigkeit gegangen, ohne Dich darauf vorzubereiten.

Mir schwant Übles, wenn ich daran denke, dass Du den Auftrag kalkuliert hast, ohne von Kalkulation Ahnung zu haben.

  1. Was ist es? eine GbR, oder ein Einzelunternehmen? Du schreibst von einer GbR, aber in der Ich-Form. Eine GbR sind mindestens 2.
  2. die 30.000,- Umsatz, ist das der Umsatz, also netto, zuzüglich 19 % Umsatzsteuer also 5.700,- Euro, Gesamtbetrag 35.700,- Euro, oder ist es der Bruttoumsatz, also 30.000,- /1,19 = 25.210,08 Euro + 19 % Umsatzsteuer = 30.000,- Euro?
  3. Hast Du bei Deinen Löhnen von 7.500,- Euro die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung mitgerechnet? Wer macht Deine Lohnabrechnungen und sorgt dafür, dass der/die Arbeiter angemeldet werden?
  4. Sind sind den Betriebskosten wirklich alle Kosten enthalten? Telefon,Gebühren, Bankkosten, Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwand, Werkzeug usw.?
  5. Hast Du bei Deinen 500,-Euro Kosten die enthaltene Vorsteuer berücksichtigt?
  6. Also, wenn in den 30.000,- die Umsatzsteuer enthalten ist, dann musst Du aus den 22.000,-, die Dir nach 8.000,- Ausgaben bleiben (ich gehe mal von Deinen unrealistischen Annahmen aus), erstmal ca. 4.800,- Euro Umsatzsteuer zahlen.
  7. Dann blieben also 17.200,- Euro. Die übrigen Steuern sind Jahressteuern.
  8. Bliebe es ei 17.200,- Gewinn also 0,- euro Gewerbesteuer. von den 17.200,- wären dann noch Deine Ausgaben für z. B. die Krankenversicherung, die Pflegeversicherung usw. zu zahlen, bei denen zumindest Mindestbeiträge anfallen, so ca. 400,- Euro im Monat.
  9. Also, die Ertragsteuern, also Gewerbe- und Einkommensteuer werden vermutlich nach den Zahlung nicht anfallen, weil nicht zu versteuern übrig bleibt, abeer eben auch nur etwa der ALG II Satz zum Leben.
Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Das mit der GbR hatte ich völlig überlesen...

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Danke für deine ausführliche Antwort.

(1) Was ist es? eine GbR, oder ein Einzelunternehmen? Du schreibst von einer GbR, aber in der Ich-Form. Eine GbR sind mindestens 2.

Das ist eine GbR, zwei Geschäftspartner. Aber wie ich unten geschrieben habe, würde ich auf dieses Thema eingehen, wenn ich die Umsatzsteuer gänzlich verstanden habe. Ich hoffe, dass diese Frage auch tatsächlich nachgelagert behandelt werden kann. Denn, wenn ich es richtig verstanden habe, Umsatzsteuer bezieht sich auf das Unternehmen und wird vom Geschäftskonto bezahlt. Einkommensteuer geht über mein und des Partners Privatkonto.

(2) die 30.000,- Umsatz, ist das der Umsatz, also netto, zuzüglich 19 % Umsatzsteuer also 5.700,- Euro, Gesamtbetrag 35.700,- Euro, oder ist es der Bruttoumsatz, also 30.000,- /1,19 = 25.210,08 Euro + 19 % Umsatzsteuer = 30.000,- Euro?

Das habe ich endlich kapiert.

(3) Hast Du bei Deinen Löhnen von 7.500,- Euro die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung mitgerechnet? Wer macht Deine Lohnabrechnungen und sorgt dafür, dass der/die Arbeiter angemeldet werden?

Der Dozent, der mitgearbeitet hat, ist selbstständig und nicht bei uns eingestellt. Den würde ich neben Betriebskosten/Material als Fremdleistung zur Umsatzsteuerlast rechnen. Soviel habe ich jetzt auch zumindest aus dem Austausch mit 'Eifelia' (s. u.) gelernt.

(4) Sind sind den Betriebskosten wirklich alle Kosten enthalten? Telefon, Gebühren, Bankkosten, Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwand, Werkzeug usw.?

+/- 50€: Ja. Es ist eine Coaching-Tätigkeit. Aber da werde ich mich noch einlesen. Weil ich war teilweise über 8 Std. unterwegs. Und da gab es noch was.

(5) Hast Du bei Deinen 500,-Euro Kosten die enthaltene Vorsteuer berücksichtigt?
(6) Also, wenn in den 30.000,- die Umsatzsteuer enthalten ist, dann musst Du aus den 22.000,-, die Dir nach 8.000,- Ausgaben bleiben (ich gehe mal von Deinen unrealistischen Annahmen aus), erstmal ca. 4.800,- Euro Umsatzsteuer zahlen.

Gut, dass du hier nachfragst. Die 500€ und die 7.500€ stellen schon das Brutto da, d. h. dort sind schon die 19% Steuer enthalten. Aber inwiefern ist das für die Umsatzsteuer wichtig. Ich dachte, bei der Umsatzsteuerlast verrechne ich die 19% in den ausgehenden Rechnungen und die 19% in den eingehenden Rechnungen. Bei mir wären es dann ca. 4.790€ (19% v. 30.000) - 1.277€ (19% v. 8.000) = 3.513€ Steuerlast.

Wieso muss ich, wie du schreibst, ca. 4.800€ Umsatzsteuer zahlen? Wieso werden da nicht die in eingehenden Rechnungen enthaltenen Steuern berücksichtigt?

(7) Dann blieben also 17.200,- Euro. Die übrigen Steuern sind Jahressteuern.
(8) Bliebe es ei 17.200,- Gewinn also 0,- euro Gewerbesteuer. von den 17.200,- wären dann noch Deine Ausgaben für z. B. die Krankenversicherung, die Pflegeversicherung usw. zu zahlen, bei denen zumindest Mindestbeiträge anfallen, so ca. 400,- Euro im Monat.

In der Einkommensteuer würde ich jetzt im Rahmen der EÜR die Bruttoeinnahmen und Bruttoausgaben verrechnen und käme auf einen Gewinn von ca. 22.000€ (30.000 ./. 8.000).

Wären nicht diese 22.000€ das anzugebende Einkommen, von dem aus man dann (neben Minderung durch Werbungskosten und Kinderausgaben etc. etc.) die Einkommensteuer berechnet?

Bzw. ich verstehe nicht ganz, wie du auf 17.200€ kommst.

Auch führst du einen neuen Begriff ein: Jahressteuer. Bist dato hatte ich nur Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer. Magst du es mir erklären?

(9) Also, die Ertragsteuern, also Gewerbe- und Einkommensteuer werden vermutlich nach den Zahlung nicht anfallen, weil nicht zu versteuern übrig bleibt, aber eben auch nur etwa der ALG II Satz zum Leben.

Ja, das stimmt. Ich weiß halt noch nicht, ob weitere Aufträge in diesem Jahr bleiben, sprich, ob ich den Rest des Jahres vom Ersparten lebe oder nicht. Aber wenn ich das Prinzip, sprich die Berechnung der Umsatzsteuer und der Einkommensteuer und das Verhältnis beider zueinander verstanden habe, dann gehe ich das Ganze mit einem fiktiven Beispiel von 100.000€ durch.

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@Olivenbaum2013
Wieso muss ich, wie du schreibst, ca. 4.800€ Umsatzsteuer zahlen? Wieso werden da nicht die in eingehenden Rechnungen enthaltenen Steuern berücksichtigt?

Aus Deinem Sachverhalt war nicht zu erkennen, ob in den Kosten (außer bei den 500,- Euro) Vorsteuer enthalten ist und ob die 30.000,- netto, oder brutto waren. Ungenaue Frage, ungenaue Antwort.

Wären nicht diese 22.000€ das anzugebende Einkommen, von dem aus man dann (neben Minderung durch Werbungskosten und Kinderausgaben etc. etc.) die Einkommensteuer berechnet?

Du hast vergessen die 3.513,- Zahllast an das Finanzamt abzuziehen, die sind auch Betriebsausgabe.

Also, nach Deiner Rechnung 18.487,- Gewinn.

Bzw. ich verstehe nicht ganz, wie du auf 17.200€ kommst.

Bei mir waren es eben 30.000,- Einnahmen, 8.000,- + 4.800,- = 12.800,- Betriebsausgaben = 17.200,- Gewinn.

Auch führst du einen neuen Begriff ein: Jahressteuer. 

Jahressteuer ist ein Oberbegriff für Steuern, die für ein Jahr erhoben werden mit einer jährlichen Steuererklärung. Einkommen-, Umsatz-, Gewerbe-, Körperschaftsteuer als Beispiel

Im Gegensatz dazu Erbschaftsteuer bei Erbfall, Mineralöl-, Tabak-, Branntweinsteuer bei in Verkehr bringen.

Ja, das stimmt. Ich weiß halt noch nicht, ob weitere Aufträge in diesem Jahr bleiben, sprich, ob ich den Rest des Jahres vom Ersparten lebe oder nicht. 

Auf jeden Fall wird ja Euer Gewinn (Euer, weil GbR) mit einer Erklärung zur einheitlichen udn gesonderten Feststellung der Einkünfte auf Euch beide verteilt.

In Deinem Beispiel mit 22.000,- Gewinn (korrigiert 18.487,-) für jeden 9.243,-/9244,-,- und das wäre für das Jahr steuerfrei.

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@wfwbinder
Wieso muss ich, wie du schreibst, ca. 4.800€ Umsatzsteuer zahlen? Wieso werden da nicht die in eingehenden Rechnungen enthaltenen Steuern berücksichtigt?
Aus Deinem Sachverhalt war nicht zu erkennen, ob in den Kosten (außer bei den 500,- Euro) Vorsteuer enthalten ist und ob die 30.000,- netto, oder brutto waren. Ungenaue Frage, ungenaue Antwort.

Jetzt ist alles klar. Super.

Wären nicht diese 22.000€ das anzugebende Einkommen, von dem aus man dann (neben Minderung durch Werbungskosten und Kinderausgaben etc. etc.) die Einkommensteuer berechnet?
Du hast vergessen die 3.513,- Zahllast an das Finanzamt abzuziehen, die sind auch Betriebsausgabe.

Ok. Da bin ich gespannt, wo das bei Elster reinkommt. In Anlage EÜR sicherlich nicht. Wenn dann wohl in Anlage G. Aber auch da habe ich noch nichts gefunden.

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@Olivenbaum2013
In Anlage EÜR sicherlich nicht.

So kann man sich irren.

Zeile 64 der Anlage EÜR, direkt nach der Vorsteuer, die kommt in Zeile 63.

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@wfwbinder

Oh ja, schlicht übersehen. Gracias.

Ich frage mich dann allerdings, was in Z. 63 kommt. Bzw. habe ich grundsätzlich die Frage in Bezug auf die Einkommensteuer; Bzgl. der Umsatzsteuer zahle ich einmal im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung vierteljährlich und evtl. auch noch im Rahmen der Korrektur bei der Umsatzsteuermeldung am Ende des Jahres. Ich gehe nun davon aus, dass ich vor der Einkommensteuererklärung die Umsatzsteuermeldung fertigstelle, denn für die Einkommensteuererklärung muss ja bereits der Gewinn ermittelt worden sein. Und wenn ich das Verhältnis zwischen der Ust-voranemeldung und der Ust-meldung verstanden habe, dann ist Ersteres eine Vorauszahlung und Letzteres eine evtl. Korrektur nach unten oder oben. In Z. 63 kämen die geleisteten Steuerlasten und in Z. 64 die Korrektur.

Wenn du nun sagst , dass diese 3.513€ in Z. 64 gehören, ich diese 3.513€ doch wahrscheinlich schon im Rahmen der Ust-voranmeldung zahlen muss, müssten die 3.513€ nicht in Z. 63 rein?

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@Olivenbaum2013

Du wirfst schon wieder Umsatzsteuer und Einkommensteuer zusammen.

Alle drei Monate (bei neuen Unternehmen eigentlich jeden Monat) machst du die Umsatzsteuervoranmeldung. Umsatz, daraus die 19 %, abzüglich Vorsteuer. Die Differenz musst Du zahlen.

Diese Zahlungen sind die Vorauszahlung für die Jahrsumsatzsteuererklärung.

Für die Einkommensteuer gehören zu den Einnahmen auch die Umsatzsteuer, die Du auf die Rechnung aufgeschlagen hast. Die Kosten werden in der EÜR netto angesetzt. die enthaltene Vorsteuer kommt in Zeile 63 und die geleisteten Umsatzsteuervorauszahlungen in Zeile 64.

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Besuche ein Existenzgründerseminar, ansonsten gehst Du schneller Pleite, als das Du gucken kannst.

Bekommst Du einen Auftrag über 30.000 Euro, vermutlich von einem gewerbl. Kunden, dann ist das in der Regel die Nettosumme.

Im B2B Geschäft redet man für gewöhnlich immer von Nettobeträgen.

Sprich:

Schreibst Du eine Rechnung über 30.000 Euro, dann kommen noch die 19% Umsatzsteuer oben drauf.

Du berechnest also brutto 35.700 Euro und führst 5.700 Euro Umsatzsteuer an das FA ab. Ggfls. abzüglich geleisteter Vorsteuer.

Gewerbesteuer wird gem. den bei euch festgelegten Steuersatz berechnet, soweit ich weiß einmal im Jahr, bezogen auf Deine Abschlussbilanz.

Die Einkommensteuer wird ebenfalls erst dann endgültig festgelegt, wenn Du dem FA Deine Jahresbilanz vorlegst.

Nochmals:

Seminar besuchen oder einen guten Steuerberater nehmen.

Danke - wenn auch verspätet.

Ich gehe vorsichtshalber davon aus, dass ich 50% vom Brutto abtreten muss. Damit dürfte ich doch auf der sicheren Seite sein oder?

Einmal angenommenen 119.000€ (inkl. 19% USt) für ausgehende Rechnungen und 20.000€ für eingehende Rechnungen, dann wären es 99.000€ von denen ich vorsorglich 50.000€ einbehalte. 49.000€ zum Leben und sicherlich noch ein Puffer aus Rest aus den 50.000€, die ich für Steuern einbehalte.

Ich weiß, das berücksichtigt in keiner Weise die Berechnungsprozesse für Umsatz- Einkommen- und Gewerbesteuern. Ist diese Milchmädchenrechnung nicht aber ein vorsorgliches Anti-Pleite-Gedankenkonstrukt?

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Habe ich es richtig verstanden: Umsatzsteuer ist die in ausgehenden Rechnungen enthaltene USt, die Vorsteuer ist die in eingehenden Rechnungen (Fremddienstleitung, Material, Betriebskosten, Internet etc.) enthaltene USt?

Ja, das hast Du genau so richtig verstanden.

Das wäre quasi die  Umsatzsteuer vor anmeldung, die monatliche bzw. vierteljährliche Berechnung, die ich dem Finanzamt schicke, richtig?

Ja, das stimmt so.

Und das kommt daher, weil das Finanzamt einem da nicht ganz traut bzw. keine Risiko für den Selbstständigen eingehen möchte, was Nachzahlung etc. angeht?

So würde ich das nicht sehen: das Finanzamt möchte einfach schon zu dem Zeitpunkt das Geld haben, an dem es fließt und nicht erst im schlimmsten Fall über ein Jahr verspätet.

Und die  Umsatzsteuermeldung gilt nur der Korrektur?

Die Umsatzsteuermeldung ist dann die verbindliche Steuererklärung für das Jahr. Die Voranmeldungen haben meines Wissens nach rechtlich keinerlei Relevanz. Und ja in der Praxis, ist das für Dich einfach nur noch die Zusammenfassung mit evtl. kleinen Korrekturen.

Die Umsatzsteuer ist auf den Umsatz zu berechnen, nicht auf den Gewinn. In Ausgangsrechnungen ausgewiesene Umsatzsteuerbeträge ./. in Eingangsrechnungen enthaltene Vorsteuerbeträge = Umsatzsteuerzahllast. Die wird aber vierteljährlich mittels Umsatzsteuervoranmeldungen erhoben. Die im Kalenderjahr vereinnahmte Umsatzsteuer, im Kalenderjahr bezahlte Vorsteuer und die im Kalenderjahr bezahlten oder erstatteten Voranmeldungsbeträge sind gewinnwirksam, wenn Du den Gewinn mittels Einnahme-Überschuss-Rechnung ermittelst.

a) Umsatzsteuer: D. h. die 19% werden auf die 30.000 EUR gerechnet?

b) Die Zeichensetzung "./." verstehe ich nicht.

c) Was tatsächlich rauskommt, weiß ich nicht. Will nur im Groben wissen, was ich zurückhalten soll, um nicht womöglich nachzuzahlen.

d) Was ist mit der Einkommensteuer? Auf was wird das angerechnet? Und kann ich hier von den 22.000 EUR ausgehen?

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@Olivenbaum2013

a) Umsatzsteuer: D. h. die 19% werden auf die 30.000 EUR gerechnet?

Ja, aber Vorsteuer geht ab.

b) Die Zeichensetzung "./." verstehe ich nicht.

kaufmännisches Minuszeichen

d) Was ist mit der Einkommensteuer? Auf was wird das angerechnet? Und kann ich hier von den 22.000 EUR ausgehen?

Die wird auf nichts 'angerechnet', das ist eine Privatausgabe und muss aus dem Einkommen gezahlt werden - oder was meinen Sie mit 'anrechnen'?

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@Eifelia

a) Verdammt, warum weiß ich nichts von dem Begriff der Vorsteuer? Im Businessplan kommt das zumindest nicht vor. Woraus besteht die Vorsteuer? Bezahlt habe ich bis dato 500 EUR (inkl. 19%) für Material etc. und 7.500 EUR (inkl. 19% für Personal - Freiberufler). Ausgewiesen habe ich auf meiner Rechnung 19% Umsatzsteuer.

Ich versuche es noch einmal. Berechnung der Umsatzsteuerlast: 5.700 EUR (19% v. 30.000 EUR) ./. 1.520 EUR (19% v. 7.500 EUR + 500 EUR) = 4.180 EUR.

Wenn das so richtig ist, wie bezieht sich jetzt diese Umsatzsteuerlast auf die Berechnung der Umsatzsteuer?

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@Eifelia

Klarstellend: Wenn Du 30.000 € Umsatz machst, schreibst Du Rechnungen über 35.700 € - Deine Kunden zahlen die Umsatzsteuer, Du vereinnahmst sie und gibst sie an das Finanzamt weiter.

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@Olivenbaum2013

a) Verdammt, warum weiß ich nichts von dem Begriff der Vorsteuer? Im Businessplan kommt das zumindest nicht vor. Woraus besteht die Vorsteuer? Bezahlt habe ich bis dato 500 EUR (inkl. 19%) für Material etc. und 7.500 EUR (inkl. 19% für Personal - Freiberufler). Ausgewiesen habe ich auf meiner Rechnung 19% Umsatzsteuer.

Vorsteuer ist die Umsatzsteuer, die Du selbst zahlen musst.

Beispiel: Ein Schreiner kauft Holz, Schrauben, Leim und Beschläge für 200 € netto und zahlt dafür dem Lieferanten 238 € brutto.

Dann baut der Schreiner einen Tisch und verkauft diesen für 400 € netto, in seiner Rechnung stehen also 400 € + 76€ Umsatzsteuer.

Wenn das der einzige Umsatz wäre, stünde in der USt-Erklärung:

Umsatz 400 €

Umsatzsteuer 76 €

Deine Berechnung ist deshalb falsch, weil in Lohn- und Lohnnebenkosten keine Umsatzsteuer enthalten ist, da kannst du nichts abziehen.

abziehbare Vorsteuer 38 €

Umsatzsteuerzahllast 38 €.

Verkauft er den Tisch an einen Unternehmer für dessen Unternehmen, dann hat der wiederum 76 € Vorsteuerabzug. Solange Unternehmer untereinander Geschäfte machen, ist die Umsatzsteuer neutral - daher denken Unternehmer netto. Verkauft er den Tisch an eine Privatperson, ist diese als letzte in der Kette imit der USt tatsächlich belastet.

Deine Berechnung ist falsch, weil in Lohnkosten keine Umsatzsteuer enthalten ist, da kannst Du nichts abziehen.

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@Eifelia

Ähm - denk Dir den Text zwischen 'Umsatzsteuer' und 'abziehbare Vorsteuer' einfach weg, da ist was schiefgegangen...

Weil der Schreiner unterm Strich nur 38 € zahlt, spricht man übrigens auch von 'Mehrwertsteuer': Er zahlt nur auf den Mehrwert, den er durch seine Arbeit geschaffen hat.

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@Eifelia

d) Habe die Einkommensteuer bisher nur aus dem Angestelltendasein gemacht. Aus dem Grund stellt sich für mich die Frage, was da alles reinfällt.

Die Frage stellt sich daher weiterhin für mich: Welche Zahl steht beim Einkommen? 30.000 EUR oder 24.300 EUR (30.000 ./. 5.700).

Die Ausgaben für Material und Personalkosten müssten dann und Werbungskosten stehen oder? Und wenn ja, dann abzüglich der jeweiligen 19%, richtig? Dann wären es 6.480 EUR (8.000 (Perso- und Materialkosten) - 1.520 EUR (19% von 7.500 EUR (Personalkosten) und 19% von 500 EUR (Materialkosten)).

Soweit richtig?

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@Olivenbaum2013

Nein, nicht richtig,

Du hast oben geschrieben, Du machst 30.000 € UMSATZ. Umsatz ist netto.

In Deinen Rechnungen addierst Du die Umsatzsteuer DAZU, bekommst sie bezahlt und führst sie dann ab. Die 30.000 gehören Dir.

In Personalkosten ist keine Umsatzsteuer drin. Deine Angestellten schreiben Dir ja keine Rechnung mit Umsatzsteuer.

Für Materialkosten erhältst Du wahrscheinlich Rechnungen mit ausgewiesener Umsatzsteuer - ohne ordnungsgemäße Rechnung kein Vorsteuerabzug. Keine Umsatzsteuer würde z. B. von Kleinunternehmern oder Privatleuten ausgewiesen. 7 % werden ausgewiesen, soweit Dein Material z. B. aus Wasser, Lebensmitteln oder Büchern besteht.

Du ermittelst hier auch kein Einkommen, sondern einen Gewinn. Einkommen ist ein Begriff aus der Einkommenssteuer, da sind wir noch nicht.

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@Eifelia

Jetzt erst gesehen: Bei Gewinneinkünften gibt es keine Werbungskosten, es gibt nur Betriebsausgaben.

Du ermittelst einen Gewinn - aus der Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben. Bei der Einnahme-Überschuss-Rechnung gehört die vereinnahmte Umsatzsteuer - die Du Deinen Kunden in Rechnung stellst - zu den Einnahmen. Die verausgabte Umsatzsteuer - die Du in Rechnung gestellt bekommt - gehört zu den Ausgaben. Die an das Finanzamt gezahlte oder von diesem erstattete Umsatzsteuer gehört ebenfalls zu den Ausgaben bzw. Einnahmen.

Betriebsausgaben sind natürlich nur die Kosten, die mit dem Betrieb zusammenhängen. Hast Du z.B. nur EIN Telefon für private und betriebliche Zwecke, ist ein Anteil der Telefonkosten für die private Nutzung abzugrenzen.

Am Ende hast Du einen Gewinn. Den trägst Du in den Anlage G ein (oder S oder L, falls Du keinen Gewerbebetrieb, sondern eine selbständige Tätigkeit (vulgo: freiberufliche Tätigkeit) ausübst oder als Land- und Forstwirt tätig bist) - nur den Gewinn.

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@Eifelia
Klarstellend: Wenn Du 30.000 € Umsatz machst, schreibst Du Rechnungen über 35.700 € - Deine Kunden zahlen die Umsatzsteuer, Du vereinnahmst sie und gibst sie an das Finanzamt weiter.

Ok, das Wirrwarr wird weniger und weniger. Vielen Dank.

Dann ist es in meinem Fall so, dass ich 24.300 € Umsatz gemacht und 5.700€ Umsatzsteuer ausgewiesen habe.

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@Eifelia
In Personalkosten ist keine Umsatzsteuer drin. Deine Angestellten schreiben Dir ja keine Rechnung mit Umsatzsteuer.

Ich hatte Freiberufler, keine Angestellten. Zählt das etwas nicht zu den Personalkosten? Zählt es zu 'Fremdleistung'?

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@Olivenbaum2013
Deine Berechnung ist falsch, weil in Lohnkosten keine Umsatzsteuer enthalten ist, da kannst Du nichts abziehen.

Wäre die erbrachte Leistung nicht die Leistung eines Angestellten, sondern eine Fremdleistung, wäre meine Rechnung dann richtig?

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@Olivenbaum2013

Wenn die Fremdleister alle umsatzsteuerpflichtige Unternehmer und keine Kleinunternehmer sind und ordnungsgemäße Rechnungen mit Umsatzsteuerausweis gestellt haben, dann ja (wobei ich jetzt nicht nachgerechnet habe - man rechnet brutto durch 1,29 = netto!)

Wie ist das denn jetzt mit der GbR?

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@Eifelia
Wenn die Fremdleister alle umsatzsteuerpflichtige Unternehmer und keine Kleinunternehmer sind und ordnungsgemäße Rechnungen mit Umsatzsteuerausweis gestellt haben, dann ja (wobei ich jetzt nicht nachgerechnet habe - man rechnet brutto durch 1,29 = netto!)

Waren es nicht 1,19?

Nicht ganz - 30.000 brutto sind 25.210 netto und 4790 USt (gerundet)

Stimmt.

Das heißt in meinem Fall (alles keine Kleinunternehmer):

Umsatzsteuer: 4.790€

Umsatzsteuerlast: 4.790€ ./. 1.277€ (8.000€ ./. 6.723€ für Perso- und Materialkosten) = 3.513€.

Umsatzsteuerlast ist also die Summe, auf der ich schlussendlich sitzenbleibe. Und sie ergibt sich aus der Umsatzsteuer, die ich in meinen Rechnungen ausgewiesen habe und der von mir an andere gezahlten USt?

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@Eifelia
Du ermittelst hier auch kein Einkommen, sondern einen Gewinn. Einkommen ist ein Begriff aus der Einkommenssteuer, da sind wir noch nicht.

Ach so. Dachte, ich Frage parallel schon mal zur Einkommensteuer. Weil ich muss ja auch die Steuererklärung abgeben und da wird das Einkommen verlangt, Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit. Aber diese Frage können wir in der Tat nach hinten schieben.

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@Eifelia
Wie ist das denn jetzt mit der GbR?

Diese Frage sollten wir, glaube ich, wirklich nach ganz hinten stellen - ist aber nur eine Vermutung. Denn in unserer GbR gibt es zwei Geschäftsführer. Das mit der GbR habe ich erwähnt a), damit ich es nicht vergesse und b), damit für die Leser von Anfang an klar ist, um was für eine Unternehmensart es sich handelt.

Um das Thema der GbR stellen sich mir zwei Fragen:

  • Zum einem das eben schon erwähnte Thema des Einkommens in der Steuererklärung zur Einkommensteuer: Gebe ich hier als Einkommen 100% oder 50% des Gewinns an? (Einmal abgesehen natürlich von der Frage, welche Zahl da in das Einkommen in der Steuererklärung reinkommt.)
  • Ich und mein Partner haben und darauf geeinigt, dass ich unabhängig von dem, was wir als UMSATZ erwirtschaften, ich einen Tagessatz von 600€ bekomme, weil ich auch den Hauptteil der Dienstleistung erbracht habe, Rest bleibt auf dem Geschäftskonto. Das wären dann 9.000€. Hier wäre dann die Frage, wie man diese Thematik angeht.
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@Olivenbaum2013

1,19 natürlich- zu dicke Finger.

Und zum Rest: ja. Du "bleibst aber nicht darauf sitzen" - Du musst lernen, in Nettobeträgen zu denken. Die USt, die Du in Rechnung stellst, gehört Dir von Anfang an nicht

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Und vom Gewinn gehen bei der Einkommensteuererklärung noch die Sonderausgaben (Spenden, Kirchensteuer, Vorsorgeaufwendungen...) ab.

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So wie ich das lese, schwimmst Du einfach nur noch bei der Funktion der Umsatzsteuer. Den Rest hast Du, denke ich, bereits ganz gut durchdacht.

Die Umsatzsteuer funktioniert wie folgt: Du schreibst eine Rechnung über sagen wir 1000 € netto und berechnest zusätzlich 190 € Umsatzsteuer. Somit überweist Dein Kunde Dir 1190 €. Davon schuldest Du dann dem Finanzamt die 190 € Umsatzsteuer. Sprich, die Umsatzsteuer wird von Deinem Kunden bezahlt und Du führst sie nur für diesen an das Finanzamt ab.

Weiter kannst Du bei allen Rechnungen, die Du bekommst, Dir die Vorsteuer vom Finanzamt zurückerstatten lassen.

Sprich, für Dich fallen im Zusammenhang der Umsatzsteuer keine Kosten an.

Das ganze läuft in der Praxis dann so ab, dass Du monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung an Dein Finanzamt abschickst. In dieser teilst Du mit, wieviel Umsatzsteuer Du auf Deinen Rechnungen ausgewiesen hast (und somit Dein Kunde an Dich bezahlt hat) und wieviel Vorsteuer Du bezahlt hast. Dann wird einfach gerechnet: Umsatzsteuer - Vorsteuer = zu bezahlender Betrag an das Finanzamt. Und diesen Betrag überweist Du dann monatlich an das Finanzamt.

Für das ganze Jahr machst Du dann eine Umsatzsteuermeldung, in dem alle Umsätze für das Jahr, die umsatzsteuerlich relevant sind eingetragen werden. So werden unterjährige Unschärfen korrigiert (z. B. wenn Du nachträglich im nächsten Monat noch eine Einkaufsrechnung buchst und somit die Vorsteuer im Vormonat gefehlt hat).

Schau mal, hier kannst Du Dich anfangen in das Thema einzulesen. Wobei das Thema Umsatzsteuer durchaus seine Fallstricke hat (viele Ausnahmen, Auslandsregelungen usw. usf.).

Danke.

Ok, das mit der Umsatzsteuer habe ich so langsam verstanden.

Das ganze läuft in der Praxis dann so ab, dass Du monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung an Dein Finanzamt abschickst. In dieser teilst Du mit, wieviel Umsatzsteuer Du auf Deinen Rechnungen ausgewiesen hast (und somit Dein Kunde an Dich bezahlt hat) und wieviel Vorsteuer Du bezahlt hast. Dann wird einfach gerechnet: Umsatzsteuer - Vorsteuer = zu bezahlender Betrag an das Finanzamt. Und diesen Betrag überweist Du dann monatlich an das Finanzamt.

Habe ich es richtig verstanden: Umsatzsteuer ist die in ausgehenden Rechnungen enthaltene USt, die Vorsteuer ist die in eingehenden Rechnungen (Fremddienstleitung, Material, Betriebskosten, Internet etc.) enthaltene USt?

Das wäre quasi die Umsatzsteuervoranmeldung, die monatliche bzw. vierteljährliche Berechnung, die ich dem Finanzamt schicke, richtig? Und das kommt daher, weil das Finanzamt einem da nicht ganz traut bzw. keine Risiko für den Selbstständigen eingehen möchte, was Nachzahlung etc. angeht?

Für das ganze Jahr machst Du dann eine Umsatzsteuermeldung, in dem alle Umsätze für das Jahr, die umsatzsteuerlich relevant sind eingetragen werden. So werden unterjährige Unschärfen korrigiert (z. B. wenn Du nachträglich im nächsten Monat noch eine Einkaufsrechnung buchst und somit die Vorsteuer im Vormonat gefehlt hat).

Und die Umsatzsteuermeldung gilt nur der Korrektur?

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