Wie und wo vorweggenommene Werbungskosten für Masterstudium rückwirkend eintragen?

3 Antworten

1) Du musst schon für die Jahre Einkommensteuererklärungen abgeben, in denen du die Ausgaben hattest. Anderenfalls würde ja kein Verlust (aus diesen Jahren) "vorgetragen" (nämlich auf das Jahr 2015). Siehe § 11 Abs. 2 Satz 1 EStG.

2) Gewöhn dich von Anfang an an die richtigen Begriffe. In der Einkommensteuererklärung 2013 gibst du gar keinen Verlustvortrag an, sondern machst Werbungskosten oder vorweggenommene Betriebsausgaben geltend - und zwar bei derjenigen Einkunftsart, für die sie angefallen sind und zu der bis dahin noch keine Einnahmen da waren. Also Anlage G, S oder N.

Daraus resultiert dann ein Verlustvortrag, der vom Finanzamt per Bescheid festgestellt wird und erstmalig auf 2014 vorgetragen wird, wo sich ggf. weitere Ausgaben zu ihm gesellen.

3) Selbstverständlich musst du deine Ausgaben belegen. Notfalls nachträglich.

4) Ja, das hat ggf. Auswirkungen. Vorausgesetzt, diese 1.300 EUR sind nicht pauschal versteuert worden und auch nicht aus anderen Gründen steuerfrei. Dann hast du zunächst mal die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit 2015 zu ermitteln, und zwar als Differenz von Einnahmen und Werbungskosten. Ist diese Differenz immer noch positiv, wird sie mit dem vorhandenen Verlustvortrag aus 2014 verrechnet, bis sie verschwindet. Ist sie negativ, erhöht sie den Verlustvortrag. Auf jeden Fall fressen die 1.300 EUR Einnahmen also die Werbungskosten des Jahres 2015 bzw. den Verlustvortrag bis zur Höhe von 1.300 EUR auf; erst danach erfolgt der Vergleich mit dem Grundfreibetrag 2015.

Gute Darstellung, Top.

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Vieles wurde schon richtig und erschööpfend beantwortet. Darum nur nochmal kurz meine Meinung

zu 1)  Ja, für jedes Kalenderjahr, in dem Werbungskosten angefallen sind (Semestergebühren, Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwendungen, Kopierkosten, Fachbücher, Büromaterial, PC-Programme etc...) eine eigene Steuererklärung.

zu 2) Den vom FA festgestelten Verlustvortrag gibst Du auf dem Mantelbogen der Steuererklärung des jeweiligen Folgejahres an. Beim Mantelbogen 2015 ist es in Zeile 80, das kann von Jahr zu Jahr mal verrutschen.

zu 3) Kopien der jeweiligen Immatrikulationsbescheinigungen reichen in der Regel, wenn die Semestergebühren im üblichen Rahmen liegen, ggf. Kopien der Überweisungsbelege / Kontoauszüge beifügen.

zu 4) Kommt drauf an, was das für eine Tätigkeit war und wie die Zahlung deklariert wurde. Als normaler Arbeitslohn? Oder als Aufwandsentschädigung, oder Fahrtkostenerstattung? Ggf könnte es unter die Übungsleiterpauschale fallen.

Für jedes Kalenderjahr musst Du eine eigene(!) Erklärung abgeben (Formular "Einkommensteuererklärungund darin ankreuzen: Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrages), also zunächst für 2013.  Die Studienkosten werden bei den meisten Studiengängen als Werbungskosten in der Anlage N deklariert.

Für 2014 werden in Anlage N auch die € 1.300 als Bruttoarbeitslohn eingetragen und die Studienaufwendungen als auch die Fahrtkosten zum Praktikumsbetrieb als Werbungskosten. Sind die Einkünfte 2014 (Bruttolohn höher als die Werbungskosten) positiv, kreuzt Du allerdings Einkommensteuererklärung an und der Verlustvortrag aus 2013 reduziert sich entsprechend. Sind die Einkünfte 2014 negativ (Werbungskosten sind höher als der Bruttolohn), kreuzt Du Erklärung zur Feststellung ... an und der Verlustvortrag erhöht sich. 

Siehe ansonsten die Antwort von blackleather.

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