Wie Steuerschuldnerschaft bei Reverse-Charge Rechnung aus dem Ausland behandeln?

2 Antworten

Wenn er bei einem Deutschen Unternehmen gekauft hätte, würde er sich ja die 1.900,- über die Vorsteuer auch zurück geholt haben.

Nur wäre die Steuer vorher nicht durch ihn, sondern durch den deutschen Unternehmer gezahlt worden, der für ihn geleistet hat.

In beiden Fällen ist der Saldo auf den Konten der Finanzämter der gleiche.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

ja aber man bekommt ja eine netto Rechnung aus dem Ausland. Wie werden dann die 1900 erstmalig deklariert? Muss ich die explizit mit einer Rechnung oder einem Eigenbeleg versehen?

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@daniel87

In der Umsatzsteuervoranmeldung gibt es das Feld "innergemeinschaftliche Erwerbe" Wenn man dort die 10.000,- eingibt werden die 1.900,- als Steuerschuld berechnet und der Betrag wird gleich wieder als Vorsteuer abgezogen. Es ist ein Nullsummenspiel.

Es dient aber der internationalen Abstimmung.

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@wfwbinder

Vielen Dank. Das hat mir sehr geholfen! Die Notwendigkeit der zusammenfassenden Meldung habe ich schon begriffen, aber dass das dann darüber alles abgewickelt werden kann wusste ich nicht. DANKE!

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@daniel87

Ganz genau ist es eben das Zusammenspiel von Zusammenfassender Meldung und Umsatzsteuervoranmeldung.

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@daniel87
Muss ich die explizit mit einer Rechnung oder einem Eigenbeleg versehen?

Was ist damit gemeint? Man notiert die 13b-Beträge, rechnet die Steuer aus - und fertig. Wenn du noch irgendwelche Zettel brauchst für hinter den Spiegel, hindert dich daran keiner.

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Der italienische Dienstleister schreibt Dir eine Rechnung mit Nettobetrag (ohne USt) und verweist in der Rechnung darauf, dass die Leistung in Deutschland (durch den Leistungsempfänger) zu versteuern ist.

Der deutsche Unternehmer versteuert die Leistung in Deutschland so, wie Du richtig beschrieben hast. Bezogen auf diese Leistung beträgt die Steuerbelastung für den deutschen Unternehmer +/- 0 - die Steuereinnahme für das Finanzamt ebefalls 0.

Dieses Ergebnis hätte sich übrigens auch beim Einkauf einer Leistung durch einen Unternehmer für sein Unternehmen von einem Unternehmer ergeben. Nur hätte sich bei zwei deutschen Unternehmern dieses Ergebnis auf zwei Seiten verteilt. Der Leistende hätte die USt eingenommen und ans Finanzamt abgeführt - der Leistungsempfänger hätte sich die Vorsteuer wiedergeholt - also insgesamt +/- 0.

So ist es.

Fragt man sich nur, wo der Sinn der Aktion stecken soll.

Ganz einfach: Nicht alle Unternehmer können 100% der Vorsteuer ziehen.

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