Wie sollte man am besten vorsorgen wenn man der gesetzlichen Rente nicht mehr vertraut?

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6 Antworten

Das Ziel der Vorsorge für die Rente ist ja, bis zum Zeitpunkt X eine möglichst große Summe anzusparen. Den typischen Weg über eine private Rentenversicherung kann man dabei tatsächlich eher vergessen, denn da ist keine großartige Rendite und folglich auch keine tolle Rente mehr zu erwarten. Grundsätzlich halte ist trotzdem das Nutzen aller Möglichkeiten für sinnvoll. In Deinem Fall wäre das z.B. eine Betriebliche Altersversorgung (BAV) als Direktversicherung. Wie an anderer Stelle schon geschrieben, favorisiere ich dabei Verträge bei der Friends Provident, dem Volkswohlbund und der Nürnberger.

Es bleibt die Frage: Was sind die Alternativen?

  • Immer gern genommen und auch hier gerne empfohlen: Der Fondssparplan bei der Bank. Hier kann man, je nach seinen persönlichen Vorlieben und der individuellen Risikobereitschaft, in monatlichen Raten in frei wählbare Fonds sparen.
  • Die andere Alternative: Der Fondssparplan beim freien Fondshändler. Hier gibt es mehr Auswahl und ggf. auch geringere Kosten.
  • Variante 3: Der Private Equity-Sparplan. Je nach Konstrukt ist das wesentlich sicherer und bietet trotzdem höhere Renditen. Die gibt es nur bei spezialisierten Finanzdienstleistern. Das Problem hierbei: Es gibt weniger kompetente Berater als Leute die Private Equity nur vom Hörensagen kennen (und aus Prinzip dagegen sind) - völlig unbegründet zwar, aber so ist es leider.
  • Nicht zu vergessen: Immobilien als Geldanlage, wobei ich eine Vorliebe für ganze Häuser mit mehreren Wohneinheiten habe, die dann vermietet werden. D kannst ja auch mit einzelnen Wohnungen anfangen und Dich dann hocharbeiten. :-) Die eigene Immobilie zum selber drin wohnen ist in meinen Augen nur teilweise eine Altersvorsorge.

Allle diese Möglichkeiten haben natürlich auch unterschiedliche Rahmenbedingungen, wie Verfügbarkeit, Kündbarkeit, Laufzeit sowieso, etc. Auch das können Kriterien bei der Auswahl der richtigen Altersvorsorge sein.

Bevor Sie aber all Ihr Geld in die Altersvorsorge stecken: Wie sieht es mit der Absicherung für die Zeit bis dahin aus? Hast Du eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Versicherung gegen schwere Krankheiten? Es wäre in meinen Augen sehr ratsam, mit einem ganzheitlich arbeitenden Makler eine Finanzplanung durchsprechen, sonst fehlt möglicherweise nachher ein entscheidendes Stück Vorsorge.

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Niklaus 10.09.2012, 09:58

Was ist mit staatlicher Förderung, Inflation, Steuern vor und ab Rentenbeginn, Krankenversicherungsbeiträge etc.

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jsch1964 10.09.2012, 11:54
@Niklaus

Das alles ist wichtig, wie Du ja mit Deinen Beispielzahlen sehr anschaulich belegst. Allerdings widerspricht das nicht meiner Ausgangsannahme, das es vor allem darauf ankommt, eine möglichst große Summe anzusparen. Wieviel muss ich denn monatlich sparen, um auf mindestens 568,- monatliche Rente zu kommen?

Wenn ich nur mal zum Spaß bei generali-quickstep.de (die nehme ich für Zwischendurchberechnungen gerne, aber es kann auch jeder andere Rechner sein) eine Berechnung für einen 25jährigen Mann mache, Privatrente mit 67, garantierte Rente 568,- Euro - dann müsste dieser 25jährige jetzt schon jeden Monat 266,- Euro sparen. Da wird es nicht viele geben, die das können.

Spart er in Private Equity, braucht er nur die Hälfte (incl. Inflationsausgleich!), was bei Fondssparplänen möglicherweise auch zutreffend sein mag. Ich persönlich mag solche börsengehandelte Produkte, wie offene Fonds nicht so sehr. Zusätzlicher Vorteil: Die Kapitalerträge aus PE unterliegen nur der Teilwertbesteuerung.

Wenn wir Deine Anmerkung und meine Forderung zusammenpacken, sind alle steuerlich geförderten Sparpläne und alle Versicherungen außer BAV raus aus dem Rennen, denn die werden niemals genügend Rendite erwirtschaften, um auch nur halbwegs mit einer finanzierbaren monatlichen Rate auf entsprechende Summen zu kommen.

... und bei der BAV bleibt dann tatsächlich nur ein englischer Anbieter, wie z.B. Friends Provident.

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Niklaus 17.09.2012, 07:56
@jsch1964

Wie viel von den PE Projekten schaffen wirklich den Durchbruch IPO oder Übernahme etc. und wie viel gehen baden ???? Woher weiß ein Anleger welches PE-Objekt für ihn das Richtige ist?

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jsch1964 19.09.2012, 15:05
@Niklaus

Das Wichtigste zuerst: Private Equity ist nicht automatisch Venture Capital.

Ich bin ein Sicherheitsfreund. Deswegen würde ich zum einen sowieso nicht in VC investieren (worauf Deine Frage abzielt), sondern in Mezzanine oder Buy-Out. Zum anderen würde ich auch nicht in Einzelprojekte investieren, sondern immer in Fonds oder sogar Dachfonds, bei denen dann von mir aus auch ein kleiner Teil VC dabei sein darf.

Dann habe ich die Sicherheit, dass ruhig ein kleiner Teil der Firmen auf der Strecke bleiben kann, ohne dass dies mein Kapital gefährdet. Das verstehen auch normale Anleger. Streuung ist, wie meistens, auch hier der Sicherheitsgurt.

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Niklaus 23.09.2012, 08:39
@jsch1964

Ich kenne alle Varianten von PE. Davon kannst du ausgehen. Trotzdem denke ich, ist PE in welcher Form auch immer, höchsten in geringer Dosis dem Vermögen zuzufügen.

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GAFIB 06.10.2012, 13:37
@Niklaus

Da stimme ich Niklaus zu. Private Equity-Beteiligungen, in welcher Schattierung auch immer, sind unternehmerische Beteiligungen, d.h. haben auch die entsprechenden Risiken.

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Mach dich selbständig, gründe ein Unternehmen und zieh deine ganze Altersvorsorge und Absicherung privat auf.

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Die wirklich wichtige Frage zur Altersvorsorge sollte lauten:„Welche Altersvorsorge ist für mich optimal“? In Deutschland ist die Altersvorsorge in drei Schichten aufgebaut. Aber Achtung: Weder die optimale Schicht noch die Art der Altersvorsorge kann man pauschal festlegen. Es ist ein großer Unterschied, ob jemand eine Rürup-Rente, eine Riester-Rente, eine betriebliche Altersvorsorge eine privat Rentenversicherung oder einen Fonds-Auszahlungsplan abschließt. Jede der Versorgungsarten hat unterschiedlich hohe Aufwendungen um die gleiche Nettorente zu erzielen. Dies ist abhängig von der Art der Arbeit, selbständig oder angestellt, ob er über oder unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, welchen Familienstand er hat, der Anzahl der Kinder, der Höhe des Einkommensteuersatzes und der Form der Krankenversicherung, gesetzlich freiwillig gesetzlich oder privat.

Alle Versorgungsformen sind sowohl in der Einzahlungsphase wie in der Rentenphase unterschiedlich besteuert. Die größten Auswirkungen entstehen aber ab Beginn der Rentenphase. Die Besteuerung und die Krankenversicherung wirken sich hier enorm aus. Um eine gleiche Nettorente nach Steuern und Krankenversicherung in allen Vorsorgearten zu erzielen, hat man unterschiedlich hohe Aufwendungen für seine Rente. Denn es ist schon ein großer Unterschied, ob ich von dem im Angebot errechneten Betrag noch Steuern und ggf. Krankenversicherung bezahlen muss oder nicht. Deshalb ist es wichtig, dass vor Abschluss jeglicher Altersvorsorge ein qualitativer und quantitativer Schichtenvergleich durchgeführt wird. Erst dann kann man sagen welche Schicht, welche Art der Altersvorsorge optimal ist. Auch Kombinationen können in betracht kommen.

Seit 1.1.2005 gilt das Alterseinkünftegesetz,

  • Schicht 1 Basisversorgung: gesetzliche Rentenversicherung und Basisrente (Rürup-Rente)
  • Schicht 2 Zusatzversorgung: betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente
  • Schicht 3 Kapitalanlagen: Private Renten- bzw. –Kapitallebensversicherungen, Investmentfonds
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Wenn Du versicherungspflichtig beschäftigt bist, dann bist Du in der gesetzlichen Rente pflichtversichert, daneben solltest Du Dich beim Arbeitgeber erkundigen, ob der nicht eine Betriebsrente anbietet, vielleicht existiert die schon? Daneben würde ich Dir auf jeden Fall eine ergänzende private Vorsorge empfehlen. Mit Mitte 20 könnte Deine private Rente noch ca. 40 Jahre für Dich "arbeiten", das ist viel Zeit um eine gute Rendite abzuwerfen. Daneben kannst Du - wenn Du versicherungspflichtig beschäftigt bist - auch noch eine staatlich geförderte Riesterrente abschließen. Ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung würde ich Dir auch empfehlen, es ist immer wohltuend im Alter keine Miete zu zahlen.

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Niklaus 10.09.2012, 10:01

Liebe Rentenfrau, schau dir mal mein Beispiel an.

Mann (ledig), 34 Jahre alt, Versorgungslücke ab dem 67. Lebensjahr 540 €

Erforderliche Bruttorente um die Versorgungslücke abzudecken:

  • Basisrente: 779 €
  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 1.050 €
  • Unterstützungskasse, Pensionszusage: 1.050 €
  • Riesterrente: 779 €
  • Private Leibrente: 568 €
  • Investmentfonds-Auszahlungsplan: 690 €

Die Differenz zwischen Bruttorente und Nettorente sind Steuern und Beiträge für die Krankenversicherung. Ausgehend von den unterschiedlichen Bruttorenten, ist die Höhe des monatlichen Aufwands natürlich auch unterschiedlich. Bei der Ermittlung des Nettoaufwandes müssen nämlich noch die unterschiedlichen staatlichen Förderungen und die unterschiedlichen Renditen der Vorsorgeformen eingerechnet werden.

Welche Form der AV ist nun die Richtige?

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Niklaus 16.09.2012, 16:47
@Niklaus

Hier der Aufwand dazu:

  • Basisrente: 210 €
  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 302,51€
  • Unterstützungskasse, Pensionszusage: 302,51 €
  • Riesterrente: 210,17 € (damit wird aber nicht die komplette Versorgungslücke gedeckt)
  • Private Leibrente: 110,06 €
  • Investmentfonds-Auszahlungsplan: 116,37 €
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Das ist abhängig von Deinem monatlichen Einkommen. Was davon kannst Du evtl. dafür auf die Seite legen. Wie sind Deine Zukunftspläne?(Darunter fällt auch evtl. Familienplanung!) Würde mich zunächst von verschiedenen Stellen, nicht nur Versicherungsmaklern, informieren lassen (Im Rentensystem wird sich mit Sicherheit etwas ändern müssen)

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Natürlich mit der betrieblichen Altersvorsorge; das ist doch keine Frage!!

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Niklaus 10.09.2012, 09:59

Mann (ledig), 34 Jahre alt, Versorgungslücke ab dem 67. Lebensjahr 540 €

Erforderliche Bruttorente um die Versorgungslücke abzudecken:

  • Basisrente: 779 €
  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 1.050 €
  • Unterstützungskasse, Pensionszusage: 1.050 €
  • Riesterrente: 779 €
  • Private Leibrente: 568 €
  • Investmentfonds-Auszahlungsplan: 690 €

Die Differenz zwischen Bruttorente und Nettorente sind Steuern und Beiträge für die Krankenversicherung. Ausgehend von den unterschiedlichen Bruttorenten, ist die Höhe des monatlichen Aufwands natürlich auch unterschiedlich. Bei der Ermittlung des Nettoaufwandes müssen nämlich noch die unterschiedlichen staatlichen Förderungen und die unterschiedlichen Renditen der Vorsorgeformen eingerechnet werden.

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jsch1964 10.09.2012, 11:32
@Niklaus

Das sind schöne Beispielzahlen. So ist es deutlich anschaulicher.

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mig112 10.09.2012, 13:36
@jsch1964

Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst manipuliert hast :-))

Es fehlt in @Niklaus Liste der monatliche effektive Aufwand - und exakt da liegt der "Hase im Pfeffer": Mit VL-Umwandlung und AG-Zuschuß würde die baV hochinteressant sein!

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Niklaus 16.09.2012, 16:46
@mig112

@mig112: Das ist keine Statistik. Das ist ein glasklare Berechnung mit einer unabhängigen Berechnungssoftware ermittelt. Keine Software eines Finanzdienstleisters. Steuer. Krankenversicherung etc.den Aufwand kann ich dir auch liefern.

  • Basisrente: 210 €
  • Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse: 302,51€
  • Unterstützungskasse, Pensionszusage: 302,51 €
  • Riesterrente: 210,17 € (damit wird aber nicht die komplette Versorgungslücke gedeckt)
  • Private Leibrente: 110,06 €
  • Investmentfonds-Auszahlungsplan: 116,37 €
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