wie schnell geht die Umsetzung einer Räumungsklage? Wie schnell ist ein Mieter raus?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Du bist offenbar Vermieter und da erwarten Dich deprimierende Erfahrungen:

Der Räumungsprozeß beginnt beim Amtsgericht. Wieviel Zeit zwischen Klageerhebung und Termin zur mündlichen Verhandlung vergeht, hängt von der Arbeitsbelastung des Gerichts ab. Das können 3 Monate sein, es können aber auch 6 oder 9 Monate sein.

Die erste mündliche Verhandlung bedeutet nur beim Versäumnis- oder Anerkenntnisurteil, dass schon ein Vollstreckungstitel vorliegt. Muß neu terminiert werden -weil zum Beispiel Zeugen vernommen werden müssen- vergeht mindestens ein weiterer Monat, ebenso, wenn ein streitiges Urteil schon nach der ersten mündlichen Verhandlung ergeht.

Das Urteil muß den Parteien zugestellt werden, der Vermieter braucht davon eine vollstreckbare Ausfertigung. Schon wieder sind 4 Wochen vergangen.

Ganz übel wird es, wenn der Mieter in die Berufung geht. Da kann locker ein weiteres Jahr weg sein bevor die Sache abgeschlossen ist.

Aber auch ohne Berufung bedeutet ein Urteil haben nicht, dass der Mieter am Tag danach auszieht. Wenn er das nämlich nicht freiwillig macht, muß vollstreckt werden. Die dafür zuständigen Personen, die Gerichtsvollzieher, haben auch einen vollen Terminplan. Zwischen Beauftragung und Ausführung der Räumungsvollstreckung vergehen 1 bis 4 Monate.

Hoffentlich hast Du noch genügend Geld auf dem Konto. Auch bei der Räumungsvollstreckung heißt es nämlich: Ohne Moos nix los. Wenn der Gläubiger (= Vermieter) den Kostenvorschuß in vier- bis fünfstelliger Höhe nicht zahlt, wird nicht vollstreckt.

Um Deine Frage zu beantworten: Von 6 Monaten bis zu mehreren Jahren ist alles möglich.

dass eine Berufung die Räumung stoppt, ist mir neu, aber auch wieder klar. Das kann teuer werden und an die Nerven.

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Es ist eine Frage, wieweit sich der Mieter gegen Deine Kündigung, bzw. Räumungsklage wehrt, bzw. deren Durchführung. Mit 3 Monaten siegt wohl Dein Optimismus - solange wird es schon dauern, bis Du einen ordnungsgemäßen Räumungsbeschluß in den Händen hast. Und dann kann es erst richtig lustig werden, wenn es sich beispielsweise um eine mittellose Familie handelt. Mitunter übernehmen dann die Behörden die Mietzahlungen, weil keine geeignete Wohnung zu finden ist.

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Hallo, ich hoffe, mir kann jemand weiterhelfen bei folgendem Problem: Ein Pärchen, ist als Mieter in eine Wohnung im Herbst 2013 eingezogen. Mit beiden wurde der Mietvetrag mündlich gemacht. Sie haben nie regelmäßig die Miete bezahlt und sind nun mit einem Teil der Mietzahlungen in Rückstand, ebenso mit der Kaution. Wir haben versucht, eine gütliche Einigung herbei zuführen. Leider ist diese gescheitert. Gestern haben wir eine letztmalige Zahlungsaufforderung in den Briefkasten gelegt - beide per SMS und E-Mail über den Posteingang im Briefkasten zusätzlich darüber informiert - und vorsorglich bei erneuter Nichtzahlung die fristloste Kündigung ausgesprochen und die Räumung zum Monatsende verlangt. Nun haben wir heute erfahren, dass vor ein /zwei Tagen ein Hauptmieter inhaftiert wurde. Vermieter und Mieter besitzen einen Wohnungsschlüssel. Was können wir tun? In der Wohnung ist derzeit die Lebensgefährtin, die eine Ausbildung macht und nicht allein für die Mietzahlung aufkommen kann. Kann Sie das Mietverhältnis für beide auflösen und die Wohnung mit dem gesamten Hab und Gut räumen. Die offenen Mietrückstände würden wir über Mahnbescheid, gegenüber beiden als Gesamtschuldner, geltend machen. Ich denke um nicht nur weitere Kosten für beide Seiten zu verursachen und einen Titel zur Sicherung des Anspruchs zu gewinnen. Müssen wir eine Räumungsklage einreichen und dem Lebensgefährten eine eigene Kündigung aussprechen. Kann ein Versuch unternommen werden, mit dem Verteidiger zu sprechen um eine gütliche Lösung zu finden?

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