Frage von EinfacherJunge, 177

Wie mit Steuerangabe umgehen bei Bitcoin, Ethereum und co?

Müssen (hohe) Gewinne mit Bitcoins beim Verkauf (Spekulationsgeschäft mit Frist von einem Jahr) obwohl Steuerfrei, da erst NACH einem Jahr verkauft, dem Finanzamt gemeldet werden oder kann man sich das Geld einfach auszahlen lassen?

Gruß

Antwort
von wfwbinder, 162

Die privaten Veräußerungsgeschäfte gem. § 23 EStG (genannt Spekulationsgeschäfte) sind ja nur ein steuerlich relevanter Vorgang, wenn innerhalb einer Frist von einem Jahr erfolgt.

Wenn der Verkauf nach mehr als einem Jahr erfolgt, ist es kein steuerpflichtiger Vorgang und somit auch nicht zu erklären.

Trotzdem würde ich die Käufe und Verkäufe festhalten, damit bei Rückfragen der Nachweis geführt werden kann.

Kommentar von Privatier59 ,

Ich rätsele gerade wie es zu der Jahresfrist kommt.

Kommentar von wfwbinder ,

Weil der BMF entschieden hat, das es beim Kauf von Bitcoins nicht um Wertpapiere usw. geht, sondern es sich um normale private Veräußerungsgeschäfte mit Devisen handelt und Bitcoins zählt der BMF dazu.

DEvisengeschäfte zählen zu den Vorgängen gem. § 23 EStG: (BMF-Schreiben vom 25.10.2004, BStBl. 2004 I S. 1034Tz. 8) Bitcions zählt das BMF dazu.

Kommentar von Privatier59 ,

Danke für den Hinweis!

Kommentar von wfwbinder ,

Ich fand Deine Frage sehr berechtigt und konnte die Skepsis gut verstehen. 

Ich habe selbst lange überlegt, ob ich mit dem BMF Schreiben "leben kann," oder eine andere Lösung habe.

Bitcoins sind keine Währung, denn ihnen fehlt die Eigenschaft in einem festgelegten Gebit gesetzliches Zahlungsmittel zu sein.

Es sind aber auch keine Anleihen, oder vergleichbare Wertpapiere, denn der Emittent muss sie nicht zum Kurs- oder Ausgabewert zurück nehmen/-einlösen.

Keine Aktien, denn sie repräsentieren nicht einen Anteil an einem Unternehmen.

Am ehesten ähnel sie noch einem Wechsel, denn sie können Zahlungshalber übergeben werden, wenn beide zustimmen. Aber auch das passt nicht.

Wenn man das alles berücksichtigt, kann man schon nachvollziehen, dass das BMF die Behandlung "wie Devisen" noch am logischsten findet.

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