Wie merke ich, daß mir der Bankberater nur eine Geldanlage empfiehlt, die ihm viel Provision bringt?

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Die Frage ist, ob Du Dich nicht lieber vom Bankberater fernhältst. Warum willst Du Dein Geld bei einer Bank anlegen? Such Dir doch einen unabhängigen Berater, der zunächst mal eine ausführliche Bedarfsanalyse mit Dir macht. Wenn Du nach so einer Beratung Zweifel hast, kannst Du die Ergebnisse hier noch mal diskutieren.

Ich will nicht generell gegen die Beratung durch ein Bank sprechen, aber ich denke,dass eine produktneutrale Beratung, bei der viel Zeit auch für Deine Fragen ist, am Ende Deinen Zielen näher kommt als ein Gespräch bei der Bank.

Testen kein Problem. Lass Dir hier ein paar mögliche Tipps für Deine Bedürfnisse geben udn frage dann den Berater ganz gezielt nach diesen Produkten.

Lehnt er sie in Bausch und Bogen ab, will er nur eigene Produkte verkaufen.

Bei mir gingen immer die Warnlampen an, wenn ein Bankberater versuchte, mir bankfremde Produkte (insb. Versicherungen) zu erklären und zu empfehlen. Zertifikate habe ich mir nie andrehen lassen. Oft habe ich mich bei den Empfehlungen gefragt "Wo ist der Haken? Warum ist das Produkt höherverzinslich oder ertragsreicher als ein Bundesschatzbrief oder eine 5-Jahres-Anleihe?".

Ich lese seit vielen Jahren die Zeitschriften von Stiftung Warentest, die mich stets bei bestimmten Produkten nachdenklich machten. Nicht alles, was sie beschrieben war plausibel, aber ich bin informierter und schlauer geworden. Solche Informationen wirken wie "Weihwasser".

Die Provisionen sind über die Produkte ziemlich gleich.
Ob die Versicherung von A,B oder C kommt spielt bei der Provisionsbetrachtung nur eine sehr geringe Rolle.
Auch das Ergebnis der Geldanlage z.B. in einer Rentenversicherung hat wenig mit der Provisionshöhe zu tun - gute,schlechte,preiswerte,teure Versicherungen unterscheiden sich nicht in der Provisionshöhe.
Bei Fonds ist es genauso, natürlich gibt es Unterschiede des Ausgabeaufschlages aber bei vergleichbaren Anlagehorizont und Anlageuniversum ist meist der Ausgabeaufschlag gleich.
Dem Berater ist es also meist völlig egal ob er Fond A oder Fond B verkauft.
Natürlich gibt es Unterschiede ob er ein Sparbuch für 20.000€ eröffnet oder ob der Kunde Fonds für 20.000€ kauft - aber die Anlage ist sowohl von den Gewinnerwartungen als auch von der Laufzeit bis zu Risikofragen völlig unterschiedlich.
Ist jetzt jeder Berater der einen Fond empfielt ein Provisionsgeier? Denke ich eher nicht. Hier ein Beispiel:
Wenn Dir vor 10 Jahren (also vor 2 Finanzkrisen) einen guten globalen Fond "verkauft" hätte dann wären Deine 20.000 € jetzt 45000€ wert und Dein Sparbuch hätte aus 20.000 € etwa 25.000€ gemacht.
Deine Bank und Berater hätten ca. 1.000 € an Ausgabeaufschlag kassiert (beim Fond) und beim Sparbuch vielleicht 200€.
Es kommt nicht drauf an wieviel Provision/Gehalt oder was auch immer der Bankberater verdient sondern nur wie richtig/zielgenau und passend für den Kunden seine Empfehlung ist.

Wenn der Bankberater nicht gerade ein Anfänger ist bemerkt ein sogenannter "Otto-Normal-Anleger" nicht oder nicht so schnell was der Berater vordergründig für Interessen hat. Die Motivation vieler Bankberater aber längst nicht aller, liegt leider darin in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Geld (Provisionen) zu verdienen.

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