Wie lassen sich Differenzbeträge mit Rente von 63 und dem eigentlichen Eintrittsalter vermeiden?

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3 Antworten

Hallo,

ich bin skeptisch, ob die o.g. Rechnung so aufgehen könnte. 

Die Arbeitslosigkeitszeiten in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn bei der „Rente mit 63“ wird in der Regel nicht auf die für die Rente notwendigen Versicherungszeiten von 45 Jahren angerechnet. Es gibt zwar Ausnahmen, die ich hier aber nicht auf Anhieb erkennen kann. 

Somit dürften für die vorgezogene abschlagsfreie Rente mit 63+ möglicherweise die erforderlichen 45 Versicherungsjahre fehlen

 ......oder habe  i c h  jetzt einen Denkfehler  ? 

In Anbetracht der bleibenden finanziellen Rentenauswirkung nach einer irreparablen Fehlentscheidung, würde ich eher eine kostenlose, professionelle Beratung durch die RV empfehlen. 

Primus 27.08.2017, 22:38

Du denkst schon richtig, aber die Abschläge, die dann anfallen, sollen durch den Arbeitgeber ausgeglichen werden.

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Gaenseliesel 27.08.2017, 23:44
@Primus

hm.....  wenn er mit 63+ in die *abschlagsfreie* Rente gehen will, muss er 45 RV Beitragsjahre haben, die er im Bsp. nicht hat. Hat er diese nicht erreicht, geht er mit den bekannten *bleibenden* Abschlägen in Rente. 

und der AG will ihm jetzt diese fehlenden Abschläge die bis zum Lebensende anfallen, ausgleichen ? wenn dem so ist, ist alles gut ! 

Ich habe damit so meine Zweifel Primus  :-(   und zu:

 " Der Arbeitgeber würde auch einen Teil zu schießen, ...... " 

diesen " Teil " sollte er sich bei einer umfangreichen  Rentenberatung mal lieber vorher ausrechnen und diese Summe vom AG absegnen lassen. 

Vielleicht denke ich auch zu pessimistisch ? 

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Pancake 28.08.2017, 00:08
@Gaenseliesel

Vielleicht noch zur Info die 45 Versicherungsjahre sind bereits vor 63 Jahre voll. Deswegen was die 45 Jahre angeht ist save.

Auch unter der Beachtung, dass man dann mit den ALG 1 Zeitraum die 63 Jahre locker erreicht. Unter Berücksichtung das zuvor die 45 Versicherungsjahre erfüllt sind. Ist es so, dass theoretisch der Kollege bis 65 arbeiten könnte, was das Regeleintrittsalter wäre und nach Berechnung der Renteberatung inkl. jährlicher Rentenanpassung gut 200,00€ jährlich rausspringt und das ein lebenlang.

Deswegen suche ich auch hier die bestmögliche Option. Eine Nettoabfinung klingt zwar gut, aber die müsste wohl so hoch sein, dass der AG nicht mitmacht. Eine entsprechende Einzahlung in die Rentenkasse sehe ich als Option, wenn die Summe nicht überdimensional ist.

Eine Aufstockung von ALG 1 im Rahmen einer Abfindung steht auch zur Debatte, aber da während ALG 1 auch Rentenbeträge gezahlt werden, bringt die Aufstockung zwar monatlich mehr, aber es werden keine höher Rentenanteile erwirtschaftet.

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Primus 28.08.2017, 16:59
@Gaenseliesel

@ Gänseliesel: Wie auch immer.... wir sind hier keine Rentenberatungsstelle, die die verschiedenen Varianten durchrechnet.

Den Freund gibts wohl auch nicht - wie man hier liest: 


Es werden wohl nicht ganz 200€ sein, aber wie kann ich den das mit 64 noch die Rente etwas "verögrßern" bis ich die Regelatersrente erreiche


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Gaenseliesel 28.08.2017, 18:23
@Primus

richtig ! so ähnlich antwortete ich dem Fragesteller unter Lissa's Komentar auch bereits. Was er hier in einem Onlineforum erwartet, geht dann doch etwas zu weit. 

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Meiner Meinung nach ist das auch das einzige Modell.

Dein Freund muss sich nur darauf einstellen, dass er in den zwei Jahren an Maßnahmen teilnehmen muss, denn es verschwindet niemand mehr in der Schublade :-)

Pancake 27.08.2017, 22:16

Das ist klar, dass er wohl Maßnahmen machen muss, aber ich denke das ist ertragbar.

Die Frage die ich mir stelle diese 200€ die fehlen im Monat durch zwei Jahre fehlender Einzahlung in die Rentenkasse, wie errechnet sich da die Ausgleichszahlung, um das abfangen zu können.

Weil dem Arbeitgeber könnte man das ohne weiteres schmackhaft machen und da dieser sowieso die Personalkosten senken will längefristig, wäre das natürlich ein guter Ansatz, um ein höher bezahlten Arbeitnehmer loszuwerden.,

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Primus 27.08.2017, 22:36
@Pancake

Es bleibt Deinem Freund nur, eine fűr ihn lohnende Verhandlung mit dem Arbeitgeber zu fűhren, damit er den Defizit der Rente mit einer guten Abfindung ausgleichen kann.

Da die 45 Beitragsjahre durch die Arbeitslosigkeit nicht erreicht werden, muss er Abschläge in Kauf nehmen,  die eben mit der Abfindung, oder der Einmalzahlung aufgefangen werden műssen.

Eine Einmalzahlung in die Rente verkűrzt nicht die Wartezeit, sondern erhőht nur den monatlichen Betrag.

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Pancake 27.08.2017, 23:08
@Primus

Die 45 Jahre bekommt er vor Austritt schon voll, also schon vor die 63 Jahre, soviel sei gesagt.

Es geht im Grunde nur darum, auch wenn er die 45 Jahre voll hat und danach 2 Jahre arbeitslos macht ist er schon knapp über die 63 Jahre, um die abschlagsfreie Rente in Anspruch zu nehmen.

Wenn er jedoch zwei weitere Jahre arbeiten würde, wäre inkl. Rentenanpassung von ca. 2 % eine höhere Rente von ca. 200€ monatlich drin ein lebenlang.

Aus diesem Grund ist natürlich die Frage, was der Arbeitgeber blechen müsste, damit sich das lohnt.

Es stand natürlich auch zur Diskussion, dass der Arbeitgeber ein Aufstockungsbetrag zum ALG 1 bezahlt im Rahmen einer Entlassungsentschädigung. Das heißt ein Fixbetrag von Summe x, welcher dan für 24 Monate ausgezahlt wird.

Problem hierbei ist, bei dieser Variante wird das Rentenkonto nicht erhöht.

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betroffen 28.08.2017, 16:48
@Pancake

Natürlich kann man das mit Sparen, Lebensversicherung, Lottogewinn oder ähnlichem ausgleichen.

Ich empfehle Euch beiden aber ersteinmal die Angaben intensiv zu überprüfen: Meiner Meinung nach kann man nicht durch 2 fehlende Jahre Rentenbeiträge 200,- € Rente auf ewig verlieren.

Ein durchschnittlicher Rentenpunkt beträt zur Zeit 31,03 €. Da müsste der Bekannte ja den 3,2 fachen Durchschnittsverdienst haben. -Und selbst dann...

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Am besten wäre es, dein Freund würde sich bei der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen. Dort können mehrere Optionen ausgerechnet werden.

Eine Differenz von 200 Euro zwischen der Rente für besonders langjährig Versicherte mit 63+x Mon.  und der Regelaltersrente ist nicht möglich, selbst wenn man 2 Jahre Arbeitslosengeld mit einbezieht, da da immer noch 80% der letzten Beiträge eingezahlt werden.

Pancake 28.08.2017, 09:28

Es werden wohl nicht ganz 200€ sein, aber wie kann ich den das mit 64 noch die Rente etwas "verögrßern" bis ich die Regelatersrente erreiche

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Lissa 28.08.2017, 09:38
@Pancake

Wenn man sich entschließt, früher in Rente zu gehen als zum Regelaltersrentenbeginn, muss man auch mit einer niedrigeren Rente rechnen.

Es gibt keine Möglichkeit, das fehlende Jahr auszugleichen.

Ausgleichen kann man nur den Rentenabschlag, den man hätte, wenn man eine gekürzte Rente für langjährig Versicherte mit 63 Jahren in Anspruch nehmen wollte.

 Niemand zwingt eine, dann auch die Rente mit 63 zu beantragen.

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Pancake 28.08.2017, 09:50
@Lissa

Dem kann ich nur zustimmen.

Ich mache ein Beispiel:

Arbeitnehmer erhält 2700€ Bruttogehalt. Um ALG 1 sowie spätere Rente zu erhöhen erhält er 2000€ für 12 Monate Gehaltserhöhung.

Demnach ein Gesamtbrutto einkommen von 4700€ monatlich. Nach 12 Monate geht er in ALG1.

Andere Variante:

Arbeitnehmer erhält weiterhin 2700€. Arbeitgeber zahlt Arbeitnehmer eine Entlassungsentschädigung von 24000€ aus, jedoch monatsweise auf das ALG 1 - d.h 1000€ für zwei Jahre.

Noch eine andere Variante:

Der Arbeitnehmer erhält weiterhin sein Gehalt von 2700€ monatlich. Er geht nach 12 Monate ins ALG 1 und bekommt vom Arbeitgeber Entlassungsentschädigung von 24000€. Nach zwei Jahren könnte er in die Rente gehen, verschiebt es jedoch um ein Jahr, um 0,5 % pro Monat die Rente zu steigern. Oder da Regeleintrittsalter erst ab 65, käme diese vershcobene Renteeintritt garnicht in Frge?

Macht das erste Modell soviel sinn als würde es viel ausgleichen?

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Lissa 28.08.2017, 10:43
@Pancake

Es hat nichts mit dem Ausgleich zu tun, von dem ich geschrieben habe. Ich rate bei solchen Fragen dringend zu einem persönlichen Beratungstermin bei der Rentenversicherung.

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Pancake 28.08.2017, 13:07
@Lissa

Lass es mich anders beschreiben. Wie kann ich bis dato, auch wenn es rein rechtlich kein Abschlag ist die Rente erhöhen?

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Gaenseliesel 28.08.2017, 16:18
@Pancake

Antworten hast du bekommen. Es führt (in einem Onlineforum) doch zu nichts, Diskussionen über " was wäre wenn...." fortlaufend zu führen. 

Wie bereits hier mehrfach empfohlen, sollte dein Freund für all diese sehr speziellen Fragen, dann doch besser einen Beratungstermin der RV nutzen !

Bei diesem Temin würden dann auch wichtige persönliche Details erfasst, die hier möglicherweise gar nicht berücksichtigt wurden, weil Freunde zwar Vieles voneinander wissen aber eben nicht ALLES ! 

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