Wie kompliziert ist die Steuererklärung bei einem gemeinsamen Investment?


26.10.2020, 16:28

Die Firma ist eine amerikanische "Corporation" und es handelt sich bei der Investition um private Aktienanteile. Die Firma ist bereits profitabel, plant aber in absehbarer Zukunft keine Gewinnausschüttungen.

Uns wurde erklärt, dass Pro Funding Runde die Bewertung der Firma steigt, sodass die Anteile auch wieder privat gewinnbringend verkauft werden können und nicht der Börsengang abgewartet werden muss.

Wie würden wir dann diese Gewinne in unseren Steuererklärungen angeben und unsere individuellen Beteiligungshöhen angeben? Die Investmentfirma die den An- und Verkauf der Anteile handhabt hat uns angeboten gemeinsam ein Konto bei Ihnen zu eröffnen.

2 Antworten

Aus dem Vertrag der beiden Unternehmer folgt die Gewinnverteilung hier nach dem Anteil ihrer Einlagen.

Gewinnberechnung

  1. Gewinn vor Verzinsung der Einlagen = Erlös - Kosten
  2. Einlagen A : B = 1 : 9
  3. Verzinsung der Einlagen: 10%
  4. Zinseinnahmen Z(A) von A : 1/10 * Einlage * 0,1
  5. Zinseinnahmen Z(B) von B: 9/10 * Einlage * 0,1
  6. Gewinn G(6) nach nach Verzinsung der Einlagen = Erlös - Kosten - Zinsen
  7. Gewinn von A 1/10 * G(6) + Z(A)
  8. Gewinn von B 9/10 * G(6) + Z(B)

Regelt der Investmentvertrag nicht die separate Verzinsung der Einlagen, so erhalten die Beteiligten bei aubleibenden Gewinnen keinerlei Leistungen. Die direkte Beteiligung wirft Fragen nach der Haftung für Vermögensausfälle auf. Entnahmen aus dem Konto der Anleger führen zum Wiederaufleben der Haftung für die volle Einlage. Beiteiligungsmodelle verteilen Entnahmen mitunter ohne Deckung durch Gewinne. Dieses von den Beteiligten genommene Kapital muß später nachgezahlt werden.

Der Verkauf von nicht auf Börsen gehandelten Firmenbeteiligungen wird schwierig werden. Ich erkennen in dem Geschäftsmodell ein Schneeballgeschäft. Der Vermittler gibt den Verkauf in die Hände der Erstkäufer, welche mit Gewinnversprechen den Schneeball vor dem Abschmelzen ins Rollen bringen müssen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Danke für deine Antwort frosstrubin. Ich finde es super, dass du genauso wie auch zappzappzapp deutlich darauf hinweist, dass es Schneeballmodelle und Abzocken gibt und man gründlich nachforschen muss, ob dies nicht genau so ein Geschäft ist. Ich bin der Ansicht, dass ich mich als verantwortungsvoller Investor gut informiert habe, um sicherzustellen dass mir dies hier nicht passiert. Bei Interesse kann ich gerne ein Update liefern ob ich Erfolg hatte oder doch all mein Geld verloren habe.

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@NorbertDiehl

Na dann man viel Spaß ...

Negative Erfahrungen haben schon viele vermeintlich "gut informierte" Anleger machen müssen, aber die meisten wollen eben ihre schlechten Erfahrungen lieber selbst teuer bezahlen.

Interessanter als ein Update (bei schlechtem Ausgang erfolgt dieses in der Regel nicht, siehe die vielen Möchtegern-Bitcoin-"Millionäre", von denen man aktuell gar nichts mehr hört), wäre mal, jetzt zu hören, um was für ein Unternehmen es sich denn überhaupt handelt.

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Für einen "qualifizierten Rat", soweit dies in einem Forum überhaupt sinnvoll möglich ist, müsstest Du leider Deine Frage etwas qualifizierter stellen.

Ohne genauere Informationen, um was für eine Firmenbeteiligung an einer "privaten" Firma (Gesellschaftsform!) es sich handelt und in welcher Form Gewinne ausgeschüttet werden sollen, ist die Frage nicht ansatzweise zu beantworten.

Über einen Anteilsverkauf mit Gewinn musst Du Dir sicher zunächst keine Gedanken machen. Das dauert wohl noch ein wenig. Eher wäre über einen erwirtschafteten Gewinn der Firma, wenn er denn ausgeschüttet wird, nachzudenken. Der gehört dann in die Steuererklärung und wird nicht über Rechnungen bzw. Ein-/Auszahlungen, sondern über Abrechnungen der Firma belegt.

Auf jeden Fall gibt es kein "gemeinsames Konto" für solche Firmenbeteiligungen, egal, um was für eine Gesellschaftsform es sich handelt.

Verstehe, danke für diesen Hinweis. Dann werde ich mal konkreter:
Die Firma ist eine amerikanische "Corporation" und es handelt sich bei der Investition um private Aktienanteile. Die Firma ist bereits profitabel plant aber in absehbarer Zukunft keine Gewinnausschüttungen.

Uns wurde erklärt, dass Pro Funding Runde die Bewertung der Firma steigt, sodass die Anteile auch wieder privat gewinnbringend verkauft werden können und nicht der Börsengang abgewartet werden muss.

Wie würden wir dann diese Gewinne in unseren Steuererklärungen abgeben und unsere individuellen Beteiligungshöhen angeben? Die Investmentfirma die den An- und Verkauf der Anteile handhabt hat uns angeboten gemeinsam ein Konto bei Ihnen zu eröffnen.

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@NorbertDiehl

Aktienkäufe gehören gar nicht in die Steuererklärung. Erst wenn ein Verkaufsgewinn erzielt oder ein Gewinn ausgeschüttet wird, muss dieser in der Steuererklärung angegeben werden. Das ist dann ganz einfach, denn man erhält ja sowohl für Kauf als auch Verkauf oder den Gewinn eine Abrechnung und die fügt man dann seiner Steuererklärung bei und fertig.

Ich würde mir allerdings zunächst mal keine Gedanken über Gewinne machen, die noch gar nicht entstanden sind, sondern eher darüber, was das möglicherweise für ein dubiose "Geldanlage" sein soll.

Dann noch ein "gemeinsames" Konto, was bei einem seriösen Aktiengeschäft gar nicht möglich ist. Warum auch, was für einen Sinn sollte das haben?

Wenn ich Deine Beschreibung lese, dann klingeln bei mir alle Alarmglocken, selbst wenn ich nicht genau weiß, worum es sich handelt.

Aktienanteile, die (noch) nicht an der Börse gehandelt werden, aber schon profitabel sind, ständig in der Bewertung steigen und daher "privat" schon vor dem Börsengang gewinnbringend verkauft werden können (wo denn, an wen denn?).

Sorry, aber mein Gefühl: Hier will Euch jemand ganz böse abzocken.

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@Zappzappzapp

@Zappzappzapp Vielen Dank, ich weiß deine Vorsicht und deinen Rat sehr zu schätzen und ja es ist mit Sicherheit kein "traditionelles" Investment, wie ein simpler Aktienkauf über die Hausbank. Ich weiß, dass es meine Aufgabe als verantwortungsvoller Investor ist, mich gründlich zu informieren, damit ich kein Opfer einer Abzocke werde und das habe ich getan. Falls Interesse besteht kann ich gerne berichten wie es gelaufen ist, sobald ich entweder Gewinne realisiert oder all mein Geld verloren habe.

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