Wie kann man einen behindertengerechten Umbau einer Mietwohnung finanzieren?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Grds. wäre der Vermieter gem. § 554a BGB ("Barrierefreiheit") nur zur Erlaubniserteilung dieser Maßnahmen verpflichtet, wenn

  1. eine Behinderung i. S. d. § 3 BGG vorliegt (Schlaganfall, Erblindung usw.) - eine Altersgebrechlichkeit reicht i. d. R. hier nicht aus; ferner

  2. das Interesse an der unveränderten Erhaltung der Wohnung oder des Gebäudes nicht das Interesse des Mieters an einer behindertengerechten Nutzung der Mietsache überwiegt. (Treppenlift im Hausflur verengt Treppen unzulässig für Mietparteien mit Kinderwägen oder Rettungseinsätze) bzw.

  3. der Umfang der bausubstanzschädigenden Umbauten unverhältnismäßig wäre, also eine rollstuhlgerechte Badezimmertürverbreiterung nur bei Versetzung der Wand zum Nebenzimmer möglich wäre.

Die Kosten trägt der M allein, etwa (auch) durch die Pflegeversicherung oder das Versorgungsamt.

Und: Der VM hat Rechtsanspruch auf Rückbau :-O

Mobile Hilfen (klappbare Rampen, Haltegriffe im Bad, mobile ebenerdige Duschkabinen in der Küche, Badewannenlifte oder -einstiegshilfen, Klappsitz in der Dusche usw.) wären hingegen nicht zustimmungspflichtig.

Je nach Art der erforderlichen Umbaumaßnahmen ist es manchmal oft zielführender und erheblich günstiger, die passende eigerichtete Wohnung zu mieten denn seine gewohnte Umgebung aufwändig umzubauen - und mindestens ebenso kostenträchtig wieder zurückzubauen :-)

G imager761

Die Frage hat doch kürzlich schon jemand hier gestellt. Hast Du da nicht aufgepaßt?

Schau mal in § 554a BGB (ist im Internet veröffentlicht), da steht alles drin:

Es ist nicht Aufgabe des Vermieters, einen behindertengerechten Umbau vorzunehmen. Er muß dem Umbau nur zustimmen und kann sogar eine zusätzliche Kaution für den späteren Rückbau verlangen.

Organisieren und finanzieren muß der Mieter den behindertengerechten Umbau. Soviel mir bekannt ist, gewähren gesetzliche Krankenkassen Zuschüsse, aber keineswegs vollständige Kostenübernahme.

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