Wie kann man als Privatanleger steuern sparen? Geldanlage

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Ich gehe mal davon aus, daß Du ein harmloser Privatanleger bist, d.h. die Vermögensposition ist maximal sechsstellig.

Durch die Abschaffung der Spekulationsfristen für Wertpapiere und die Einführung der Abgeltungssteuer wird der Gewinn aus einer Anlage immer besteuert - es kann höchstens der Zeitpunkt der Besteuerung noch festzulegen sein. Das "Timing" mit Spekulationsfristen, ab denen Gewinne dann steuerfrei waren, fällt damit weg.

Ebenso wurden durch die Steuergesetzreformen seit 2006 einige Schlupflöcher für Verlustmodelle zur Steuerersparnis gestopft. Die Besteuerung geschlossener Fonds nach aktueller Gesetzeslage wird teils unattraktiv bzw. unschön und erfordert sicher einen Steuerberater zur Berechnung wirklicher Optimierungen. Hier hat meines Erachtens der Gesetzgeber in populistischer Weise überreguliert und sollte einige Besteuerungsregimes wieder zurücknehmen.

Wo jedoch jeder sparen kann: Freibeträge ausnutzen. Man kann 801 EUR als Anleger im Jahr steuerfrei als Gewinn einstreichen. Das sind Dividenden von Aktien, Kupons von Anleihen, Ausschüttungen und ausschüttungsgleiche Erträge von Fonds, sowie Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren. Man sollte daher unterjährig darauf achten, diese Kapitalerträge zu planen, um möglichst den Freistellungsauftrag auszuschöpfen. Paßt es zum Jahresende nicht, so kann man ein paar Kunstgriffe anwenden:

  • Zu viel: man kauft Anteile eines Rentenfonds, der das Ertragsausgleichsverfahren anwendet und relativ hohe Zwischengewinne ausweist. Diese werden beim Kauf als gezahlte Zwischengewinne wie Verluste verbucht. Dadurch mindert sich der zu versteuernde Gewinn. Verkauft man später diese Position wieder zu einem Zeitpunkt, zu dem der Zwischengewinn relativ niedrig steht, erfolgt keine schlechtere Besteuerung.

  • Zu viel: man verkauft eine Position, die im Verlust steht, die man jedoch halten will. Dadurch werden Verluste realisiert. Kauft man die gleiche Position gleich wieder zurück, bleibt das Portfolio identisch (es wurden bei Fonds und 100%-Rabattierung der Ausgabeaufschläge nicht einmal Gebühren fällig), man hat jedoch den Gewinn durch den realisierten Verlust gemindert.

  • Zu wenig: man verkauft Anteile sehr gut gelaufener Positionen und kauft diese gleich wieder zurück. Damit ist das Portfolio identisch (es wurden bei Fonds und 100%-Rabattierung der Ausgabeaufschläge nicht einmal Gebühren fällig), man hat jedoch einen zusätzlichen Gewinn realisiert. Zukünftig werden dann nur noch die ab diesem Zeitpunkt anfallenden Gewinne besteuert bzw. vielleicht sogar leichte Verluste, die aber unter dem Strich immer noch einen Gewinn darstellen.

  • Geringere Steuerlast: Ausländische offene Immobilienfonds können Ausschüttungen steuerbegünstig durchführen, so daß im Vergleich zu Aktienfonds mit gleicher Ausschüttungshöhe ein höherer Betrag netto verbleibt.

Zum Vergleich: kauft man einen klassischen ausländischen thesaurierenden Mischfonds als Altersvorsorge, so lassen sich durch korrekte Angabe der ausschüttungsgleichen Erträge jedes Jahr bis zu 801 EUR steuerfrei unterbringen. Würde man das jedes Jahr ausschöpfen, wären bei Verkauf der Fondsanteile nur noch der Kursgewinn und ggf. der Ertrag des letzten Geschäftsjahres zu versteuern. Würde man dies nicht jährlich angeben, sondern erst mit Veräußerung auf die Besteuerung setzen, so würden in 10 Jahren beispielsweise 8.010 EUR mehr an zu besteuernden Erträgen anfallen, d.h. es wären ca. 2.200 EUR mehr Steuern zu bezahlen. Selbst bei einer Inflationierung von 2% p.a. wäre dies immer noch ein sehr deutlicher Mehrbetrag.

Noch ein Punkt: durch die Regel zur Günstigerprüfung kommen Anleger mit geringeren Grenzsteuersätzen als 25% bei der Abgeltungssteuer besser weg. Man kann also beispielsweise bei geringen Einkommen im Rentenalter auch von den niedrigeren Steuersätzen profitieren, wenn man die Gewinne in diese Zeit verlagern kann.

Summa summarum: Steueraspekte kann man zur Optimierung von Anlagen einsetzen, aber das ist meiner Meinung nach das i-Tüpfelchen, nicht das Grundprinzip der Auswahl von Investmentprodukten. Zunächst geht es darum, Qualitätsprodukte auszuwählen, die sinnvolle Erträge liefern.

Daher würde ich auch generell empfehlen, die Finger von Garantiefonds zu lassen, da diese steuerlich sehr häßliche Nebeneffekte haben können.

Die Antwort von @Gandalf ist umfassend und zutreffend.

Darüberhinaus, kann sich jeder mit seinem Steuerberater + dem Anlageberater hinsetzen um eine Strategie zu erarbeiten.

Dazu gehört eben auch welche Erträge, wann benötigt werden, was thesauriert werden kann und soll, wie die Planung für die Zeit bis zum Ende des Arbeitslebens und danach aussieht.

Daraus kann man dann eine Strategie entwickeln die "Steuer optimiert" ist.

Da das aber etwas kostet, sollten die Erträge deutlich über 6.000,- Euro im Jahr liegen, sonst lohnt es sich nicht.

Dafür hat man aber die Gewissheit, dass es keine negativen Überraschungen gibt und man keine Akten wegräumen muss, wenn der Steuerprüfer kommt.

Es gibt eine gute und unkomplizierte Art Steuern zu sparen bzw. Steuern in Privatvermögen umzuwandeln.

Wer interesse hat kann sich gerne an mich wenden. Information und Beratung ist vollkommen unverbindlich und kostenlos!

Bitte melden unter dominik.brendel@gmx.net mit Betreff finanzfrage.net

Wie kann man Haus verkaufen, ohne die Hälfte des Erlöses an Steuern zu bezahlen?

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Ich habe ein Gewerbegebäude vermietet und bekomme dafür hohe Mieteinnahmen. Die Sache ist äußerst rentabel. Da zur Zeit jeder der Geld hat auf der Suche nach einem Renditeobjekt ist, wäre es höchst unklug wenn derjenige der so etwas hat, wie ich, dieses verkauft, denn dann hat er wieder das was momentan nicht so gefragt ist, nämlich Geld auf einer Bank. Dennoch würde ich das Gebäude gerne verkaufen, denn ich habe immer wieder Ärger mit dem Mieter. Da interessante Renditeobjekte derzeit sehr gesucht sind, würde ich für das Gebäude sicher einen Spitzenpreis bekommen, und von dem Geld könnte ich etwas Neues bauen. Das Problem ist nur, dass ich den Erlös aus dem Verkauf zum höchsten Steuersatz versteuern muss, d. h. knapp die Hälfte würde das Finanzamt kassieren. Bei einem Verkaufserlös von € 1,2 Mio wären das € 540.000,00. Bevor ich gut eine halbe Mio Euro verschenke, verzichte ich aber lieber darauf und behalte das Gebäude.

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Abfindung und 183 Tage in Ägypten oder Fünftelregelung, was ist besser?

Ein Hallo an alle Forumsmitglieder, ich habe die Möglichkeit mit einer Abfindung meinen Arbeitgeber zu verlassen. Ich muss nicht, aber ich kann wie viele andere Hundert auch, also kein Zugzwang. Von daher habe ich jetzt so viele Frage zwecks Abfindung und Steuer sparen, das ich im Internet rumgesucht und dann diese Seiten hier (finanzfragen.net) gefunden habe. Ich vermute mal das mir diese Seiten kein spezialisierten Steuerberater ersetzen werden, aber zumindest mal werden mir die Antworten einen kleinen Einblick geben, was so auf mich zukommen wird, Gesetz den Fall´s, das ich die Abfindung annehmen werde. So, jetzt werde ich anfangen meine ersten Fragen zu stellen, zu denen mit Sicherheit noch die ein oder andere Frage hinzu kommen wird. Vielen Dank, jetzt schon mal, für eure Geduld. Wenn ich jetzt eine Abfindung von sagen wir mal Euro 200 000.- erhalten würde (ich weiß noch nicht genau, wie viel ich bekommen werde) und ich 183 Tage, (im Jahr der Abfindung,) in Ägypten verbringe, kann ich dann von meiner Abfindung Steuern sparen, da ich ja mehr als ein halbes Jahr im außer europäischem Ausland verweile? Oder geht da gar nichts, da mein Erstwohnsitz Deutschland ist, da ich dort auch eine Eigentumswohnung habe. Bin ich eventuell mit der Fünftelregelung genauso gut dran, als wenn ich 183 Tage Auswandern würde? Möchte mich im voraus bei Euch für Eure Antworten bedanken. MfG.

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Warum bitte lohnt sich Vermietung/Verpachtung zum Steuersparen!?

Man hört öfter, dass Immobilien ein super Weg seien, Steuern zu sparen. Viele Zahnärzte, Anwälte etc. würden sich nebenberuflich als Vermieter betätigen, weil das steuerlich so toll sei. Es gebe da so tolle Möglichkeiten. Kann mir jemand erklären, um welche Posten es dabei vor allem gehen soll? Ich hab mich jetzt recht tief eingelesen, aber verstehe diesen Punkt einfach nicht.

Zum Hintergrund: Ich bin Anwalt (habe aber mit Steuern wenig zu tun). Ich werde in Kürze ein unbebautes Grundstück (bereits im Eigentum) bebauen zur Vermietung, Baukosten ca. 1,5 Millionen Euro, 5 Wohnungen. Ich hab mich recht tief eingelesen und verstehe glaube ich jetzt, wie das mit Abschreibung und den laufenden Werbungskosten grundsätzlich funktioniert. Ich habe aber noch nicht ganz verstanden, was da jetzt steuerlich so toll sein soll.

Mein momentanes Verständnis:

1. Kosten des Hausbaus: Abschreibung / Tilgung:

Ich werde 2% der Kosten des Hausbaus über 50 Jahre abschreiben können. Das sind ja aber nur 100% von Kosten, die ich real gehabt habe, d.h. da spare ich gar nichts. Gleichzeitig muss ich die Tilgung des Kredits aus meinem versteuerten Einkommen bestreiten, ohne dass ich diese Tilgung absetzen könnte - ich bekomme also auch den Hauswert nicht steuerfrei. Ich kann Dinge wie eigene Reisen in der Phase des Hausbaus mit in die Herstellungskosten nehmen (inklusive Verpflegungsmehraufwendung etc.) d.h. mit abschreiben, aber letzteres ist so wenig, dass es nicht ins Gewicht fällt. In der Phase des Hausbaus bzw. bzgl. der Hausbaukosten sehe ich also null Vorteile.

2. Kosten zum späteren Management des Hauses (z.B. häusliches Arbeitszimmer)

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