Wie kann ich meine Rentenlücke ausrechnen?

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7 Antworten

Erst mal musst Du Dir einen Überblick über Deinen Status quo machen.
Basis ist der jährliche Rentenbescheid, der Dir Auskunft über Deine augenblickliche Rente und eine Schätzung gibt, wie sich diese bis zu Deinem Renteneintritt entwickeln kann (wenn alles so weiterläuft wie in den letzten 5 Jahren).
Ebenso gibt es eine jährliche Rentenprognose für Deine evtl. schon vorhandenen Zusatzrenten (Riester, Rürup, Betriebsrente, Privatrente).
Die Summe aus allen Vorhersagen ist das zu erwartende Einkommen.

Bei der Besteuerung dieses Einkommens musst Du darauf achten, welche Rentenart wie besteuert wird (Privatrente wird z.B. anders behandelt als Riester). Je nach Renteneintrittsjahr und -alter zählen diese Renten unterschiedlich zu Deinem zu versteuernden Einkommen. Auf die gesetzliche Rente und die Betriebsrente fallen zusätzlich noch Beiträge zur Sozialversicherungen (KV, PV) an.

Nun wird es knifflig, weil Du die Inflation berücksichtigen musst. Je weiter in der Zukunft der Rentenbeginn liegt, umso ungewisser wird diese Prognose. Ich habe bei meiner eigenen Analyse vier Fälle gerechnet: 2%, 3%, 4%, 5% Inflationsrate bis zum Renteneintritt unterstellt und die zu erwartenden Renten damit auf ein Vergleichseinkommen von heute umgerechnet.

Da ich davon ausgehe, dass sich an der ungefähren Höhe der Steuern und Abgaben nichts ändert - die Sätze waren auch in den letzten 40 Jahren einigermaßen konstant - kann man mit diesen auf heute umgerechneten Werte in einen Brutto-Netto-Rechner gehen und sich die Netto-Rente berechnen.

Damit bekommst Du einen Anhaltspunkt, wie hoch Deine Netto-Rente bei Renteneintritt sein wird. Das wird spätestens bei der 4%- und 5%-Inflationsrechnung sehr ernüchternd sein! Da heißt es dann, mit einer inflationssicheren Geldanlage gegenhalten (z.B. Aktienfonds, vermietete Immobilie).

Im zweiten Schritt rechnest Du nochmal 15 und 25 Jahre weiter, weil die Rente soll ja auch bis zum Tod ausreichen. Das wird gerne vergessen! Und dann kann es auch bei 2% Inflation nochmal eng werden...

Beispiel:
Angenommen, Dein Rentenbescheid lautet auf 1200 € Rente/Monat in 20 Jahren, wenn Du so weiterverdienst, wie in den letzten 5 Jahren. Dann wären das bei 1%er Rentensteigerung ca. 1464 € Rente/Monat in 2034. Hinzu kommt noch eine Riesterrente, die 450 € betragen wird.

Wenn sonst keine weiteren Einkommen bestehen, wären das 1914 €. Bei 3% Inflation wären das nach heutigem Wert 1914 € / 1,03^20 = 1060 €/M. In 20 Jahren (2034) sind 94% davon zu versteuern = 996 €. KV & PV ca. 101 €, Steuern ca. 5 € (94% der Rente). [Sparerpauschbeträge habe ich vernachlässigt, es geht ja um eine Schätzung].

Das ergäbe eine Nettorente von 1060-101-5 = ca. 954 €. --> GANZ GROBE SCHÄTZUNG im Wert von heute!

15 Jahre später läge die gesetzliche Rente bei 1700 €, wäre aber nur noch 604 € wert, die Riesterrente läge immer noch bei 450 €, wäre aber nur noch 160 € wert. Die Nettorente läge dann bei 764 € im Wert von heute, wofür keine Steuern mehr anfallen, wohl aber noch Sozialversicherungsabgaben! Ohne weitere Rücklagen hat man da spätestens ein Problem!

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In dem du einen Versicherungsmakler aufsuchst, dessen Schwerpunkt bei der Altersvorsorge liegt. Dieser erstellt dir gerne eine Bedarfsanalyse und einen Schichtenvergleich.

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  1. Zielrente festlegen ("Wieviel Geld benötigst du, wenn du 365 Tage Urlaub im Jahr machst?")
  2. Kaufkraftverlust berücksichtigen
  3. Lebenserwartung bestimmen
  4. benötigtes Kapital für die Rentenzahlungen errechnen
  5. bestehende Ansprüche (z.B. gesetzliche Rente, etc.) abziehen
  6. das übrige Kapital ist deine Rentenlücke, bzw. das musst du noch zur Seite legen, um die Lücke zu schließen

Wenn du es dir etwas vereinfachen willst, dann ziehst du deine hochgerechneten Rentenansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung nach der Ermittlung der Rente nach Kaufkraftverlust (Schritt 2) ab.

Einen detaillierteren Artikel mit Links zu den Rechnern für die einzelnen Punkte habe ich mal vor einiger Zeit hier geschrieben: http://die-ruerup-rente.com/wie-berechne-ich-meine-altersvorsorge-luecke/

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Das ist nicht so einfach wie es gerne von irgendwelchen Rechner hingestellt wird. auf alle fälle sind die Steuern, ab Rentenbeginn mit einberechnet werden. Auch die Inflation hört ab Rentenbeginn nicht auf. Die bestehenden Vorsorgebausteine sowie Vermögen etc. sollte mit einbezogen werden. Am besten kann das ein Spezialist für Altersvorsorge, der mit einer unabhängigen Software arbeitet. Also nicht mit einer Software einer Versicherung etc.

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LittleArrow 29.09.2013, 23:45

auf alle fälle sind die Steuern, ab Rentenbeginn mit einberechnet werden.

Was wolltest Du bitte genau sagen?

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Niklaus 30.09.2013, 08:58
@LittleArrow

Auf alle Fälle sollten die Steuern, ab Rentenbeginn mit einberechnet werden.

Es ist zu prüfen, ob durch die Einnahmen im Rentenalter auch Steuern fällig werden, weil diese ja die Versorgungslücke vergrößern. Selbstverständlich gehören Krankenversicherung und alle anderen Ausgaben ebenfalls hinzu.

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Hole Dir eine aktuelle Rentenauskunft vom Rententräger, da wird auch hochgerechnet und überleg Dir was Du im Alter an Einkommen haben willst, vergiß aber die Betriebsrente und evlt. Riesterrente nicht einzurechnen.

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Dazu gibt es einige gute Rechner im Internet. Z.B. diesen hier: http://biallo.sueddeutsche.de/tz/sueddeutsche2/Vorsorge/Vorsorgerechner.php

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Niklaus 29.09.2013, 22:59

Sorry aber dieser Rechner ist zu nichts zu gebrauchen. Völlig oberflächlich.

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Springbutterfly 03.10.2014, 13:33

Das ist der schlechteste Rentenlückenrechner, den ich je gesehen habe!!! Bei mir kam heraus, dass ich mehr Rente kriege, als ich heute netto habe - RESPEKT!

Wichtige Aspekte wie vorhandene Zusatzversorgungen, Besteuerung, Sozialabgaben werden nicht ansatzweise erwähnt.

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Oder auch hier:

http://www.tvers.de/private-altersvorsorge-leistungen/rentenversicherungen-sieger.php

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Niklaus 29.09.2013, 23:00

Sorry aber dieser Rechner hilft nicht weiter.

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