Frage von mckayser, 64

Wie kann ich Fahrtkosten zu einer zweiten Arbeitsstätte nach Ablehnung durch das Finanzamt geltend machen?

Hallo! Ich betreue für meinen Arbeitgeber zwei Filialen an festen Wochentagen. Filiale A Montags, Dienstags und Donnerstags, Filia!e B Mittwochs und Freitags. Einfache Strecke zu Filiale A beträgt 55km und zu Filiale B 62km. Filiale B ist geschlossen, wenn A geöffnet ist und umgekehrt. Ich habe in meiner Steuererklärung beide Adressen und die entsprechenden Anzahlen der Arbeitstage angegeben, das Finanzamt hat anscheinend jedoch nur die Kosten für Filiale A akzeptiert. Ich habe durch Recherche herausgefunden, dass es ein Urteil gab, das besagt, dass man nur eine erste Arbeitsstätte über die Kilometerpauschale abrechnen kann. Die übrigen Fahrten zu Filiale B seien als Dienstreisen abzurechnen. Ist dies so korrekt? Und wie kann ich nun vorgehen, bzw die Angaben korrigieren? Einspruch einlegen und dann? Noch eine letzte Frage: Ist es normal, dass der EkSt-Bescheid keine Information darüber enthält, was nicht anerkannt wurde und ich dies quasi selbst rausfinden muss? Danke & viele Grüße, mckayser

Antwort
von blackleather, 34

Wie kann ich Fahrtkosten zu einer zweiten Arbeitsstätte nach Ablehnung durch das Finanzamt geltend machen?

Geltend gemacht hast du sie doch offensichtlich bereits, sonst hätte das Finanzamt sie doch nicht ablehnen können.

Ist dies so korrekt?

Ja.

Und wie kann ich nun vorgehen, bzw die Angaben korrigieren?

Was versprichst du dir davon? Wenn die Fahrten nach B Dienstreisen sind, ist das doch für dich vorteilhafter als wenn nur die Entfernungspauschale angesetzt würde. Deswegen verstehe ich gar nicht, wo du ein Problem hast.

Einspruch einlegen und dann?

Und dann darauf warten, dass der Einspruch mangels Beschwer zurückgewiesen wird.

Ist es normal, dass der EkSt-Bescheid keine Information darüber enthält,
was nicht anerkannt wurde und ich dies quasi selbst rausfinden muss?

Es ist nicht normal, aber es ist auch nicht rechtlich falsch. Schließlich geht es ja bei dem Bescheid nicht darum, dir mitzuteilen, warum die Steuer in einer bestimmten Höhe nicht festgesetzt wurde, sondern vielmehr warum sie in der festgesetzten Höhe festgesetzt wurde.

Kommentar von mckayser ,

Danke für die Antworten!

Es ging mir darum, wie ich vorgehe, nachdem das Finanzamt die als Fahrtkosten angegebenen Fahrten zur Filiale B nicht anerkannt hat.

Die Fahrten wurden auf dem Bescheid des FA nun gar nicht berücksichtigt, daher verspreche ich mir von der Angabe als Dienstreisen eine zusätzliche / höhere Erstattung als ich sie bisher erhalten habe.

Die Frage, was nach dem Einspruch zu tun ist, bezog sich eher darauf, wie ich dem FA dann die Daten zu den Dienstfahrten zukommen lassen soll. In freiem Text inkl. Nachweis z.B. durch Arbeitgeber oder auf einem neuen Formular Werbungskosten?

Meine bisherigen Steuererklärungen wurden immer wie eingereicht angenommen, ich habe daher keine Erfahrungen im Umgang mit dem FA.

Danke & viele Grüße!

Kommentar von blackleather ,

Falls das Finanzamt die Dienstreisen im Steuerbescheid tatsächlich nicht berücksichtigt hat, dann anscheinend deswegen, weil du sie wohl auf der Anlage N nicht als Dienstreisen erklärt hast.

Das wäre ziemlich unfein und spitzfindig vonseiten des Finanzamts, wenngleich formell rechtmäßig. Aber dazu gibt es ja das Rechtsbehelfsverfahren.

Du wirst also bereits in der Begründung deines Einspruchs beantragen, die dem Finanzamt bereits aufgrund der Steuererklärung bekannten Fahrten nach B als Dienstreisen zu berücksichtigen. Ein neues Formular ist dazu nicht erforderlich.

Kommentar von LittleArrow ,

Ein neues Formular ist dazu nicht erforderlich.

Vorsicht! Die nicht anerkannten Fahrtkosten zur Filiale B wurden bisher (vermutlich) mit Entfernungskilometern angesetzt. Bei einer Dienstreise sind es hingegen echt gefahrene Kilometer, also ungefähr die doppelte Strecke!

Und diese Wertangabe der Dienstreisen erfolgt in einer anderen Zeile in Anlage N!

Kommentar von Valeskix ,

Sofern die Einspruchsfrist noch nicht abgelaufen ist, können Sie auch einen sog. "Antrag auf schlichte Änderung" stellen. Der "öffnet" den Bescheid für eine Änderung nur punktuell und nicht komplett, wie ein Einspruch.

Antwort
von Gaenseliesel, 38

Hallo,

das hast du schon ganz richtig recherchiert. Die Erste Tätigkeitsstätte ( A oder B ) kannst du mit der Entfernungspauschale berechnen. Die Fahrten zur zweiten Filiale sind als Reisekosten abzurechnen.

Hier wird es m. M. nach ganz gut erklärt:

http://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/merkblaetter-was-beim-reisekostenrecht-...

Ich bin keine " Frau vom Fach " Einkommensteuererklärung und hoffe auf Korrektur unserer darin versierteren Mitglieder, falls meine Interpretation fehlerhaft sein sollte. ;-))

Zur Frage: eigentlich sollten Erläuterungen zur Festsetzung nachvollziehbar im Anhang zu finden sein, anders kenne ich es nicht. 

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