Wie ist das zu verstehen. "Gewinnmitnahme"

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Ein paar Börsenweisheiten:

  • "Buy low, sell high" ist ein wesentliches Prinzip im Wertpapierhandel. Man muss bei tiefen Kursen einsteigen und bei hohen Kursen aussteigen.

  • "The trend is your friend" bedeutet, daß etwas, das einen Aufwärtstrend hat, mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter steigen wird. Was einen Abwärtstrend hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch weiter fallen.

Die wesentlichen Fragen sind nun, was "tiefe" und "hohe" Kurse sind bzw. wann ein Trend gebrochen wird, da ja niemand in die Zukunft schauen kann. Also wird beispielsweise die Charttechnik eingesetzt, um Hypothesen über das zukünftige Anlegerverhalten (und die Kursentwicklung) aus dem bisherigen Verlauf zu formulieren. Weiterhin werden fundamentale Aspekte einbezogen, um Kurse in Beziehung zu Kennzahlen zu setzen, und zu bestimmen, ob ein Kurs noch "angemessen" ist.

Wenn es nun in einem Aufwärtstrend oder bei kruzfristigen, überraschenden Kursschüben Anleger gibt, die daran glauben, daß der Trend bald gebrochen wird (schau Dir mal die Fahnenstangen bei Silber an) oder gar kein Aufwärtstrend vorliegt, dann wird es irgendwann zu Verkäufen kommen, um das Risiko von nachfolgenden Kursstürzen zu vermeiden. Das sind Gewinnmitnahmen. Man steigt aus, da aufgrund der eigenen Einschätzung so der Gewinn gesichert (Buchgewinne in reale Gewinne materialisiert) werden.

Kein Markt ohne Käufer und Verkäufer.

  • Will niemand das Wertpapier verkaufen, fehlen die Verkäufer und es gibt nur eine Nachfrage (Geldkurse).

  • Will niemand das Wertpapier kaufen, fehlen die Käufer und es gibt nur ein Angebot (Briefkurse).

Glaubt also niemand daran, daß etwas steigen kann, dann bleibt entweder mangels Transaktionen der Kurs gleich, oder der Kurs muss zwangsläufig sinken, denn es gibt dann keinen Käufer für einen höheren Kurs mehr, wohl jedoch für niedrigere Kurse.

Ausnahme sind manche Derivate, bei der im Direkthandel mit den Emittenten diese dennoch gehandelt werden können, da es sich emittentenseitig um marktneutrale Geschäfte handelt und diese nicht über Kurse, sondern über Gebühren und Spreads verdienen. Hierbei handelt es sich also streng genommen nicht um einen klassischen Markt, sondern ein Geschäft mit den Emittenten.

Spekulationen mit z.B. Rohstoffen verstärken Kursbewegungen, da z.T. große Geldmengen bewegt werden, um tief einzusteigen und hoch auszusteigen. Nur ist damit auch verbunden, daß im Verkaufsfall großer Mengen der Kurs fällt, da es nicht genug Käufer für die Höchstkurse gibt. Ein Verkauf kann also durchaus marktbeeinflussend sein. Beispiele sind die Eingriffe der Notenbanken durch Verkauf von Devisen oder die Silberspekulation der Gebrüder Hunt.

http://www.silberknappheit.de/historisches/spekulation_der_brueder_hunt.php

Wenn niemand diese Aktie kaufen will, dann gibt es keinen "Markt". Es gibt dann auch kein "Oben".

Der Markt besteht nur bei Existenz von abgeschlossenen Geschäften zwischen Verkäufern und Käufern, wenn es vorher Angebot und Nachfrage gab.

Das ist ganz einfach. manche versuchen billig einzukaufen. Wenn die Aktie steigt verkaufen sie die Aktien an Charttechniker und andere, die glauben, dass der Kurs weiter steigt.

Der Kurs ist ja nicht für jeden oben, nur weil er gestiegen ist. Für viele Marktteilnehmer wird eine Aktie allein dadurch interessant, dass sie teurer geworden ist.

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