Wie ich bemerkt habe, wurde meine Steuerklasse seit Januar von 2 auf 1 geändert, auf Anfrage meinte das FA, weil ich 2014 geschieden wurde, was kann ich tun?

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2 Antworten

Steuerklasse 2 ist für Alleinerziehende.

Steuerklasse 1 wäre nicht anzuwenden, wenn Du weiterhin alleinerziehend bist, d.h. mit keiner volljährigen Person, für die Du kein Kindergeld beziehst, in einem Haushalt lebst.

Steuerklasse 1 wäre anzuwenden, wenn das Kind, das noch in 2014 bei Dir lebte, nicht mehr bei Dir, sondern dem anderen Elternteil lebt. Dann bist Du zwar alleinstehend, aber nicht alleinerziehend.

Daher stellen sich Fragen:

- Welche Kinder gibt es?

- Wie alt sind die Kinder?

- Bei wem leben die Kinder?

- Was hat sich daran zwischen 2013 bis heute geändert?

Ratlos1966 14.08.2015, 18:40

Danke erstmal. Antworten:

Alleinerziehend seit 2008 1 Kind 22 Jahre, Schüler, erhalte Kindergeld 1 Kind 15 Jahre, Schüler, erhalte Kindergeld. beide leben bei mir. Kein weiterer Erwachsener bei mir gemeldet. Geändert hat sich lediglich 2014 mein Status von getrennt lebend zu geschieden.

Hätte dies gerne bei meiner Frage schon angegeben - hatte aber nur 2 Zeilen zur Verfügung. Habe die Änderung der Steuerklasse wegen meines wechselnden Einkommens nicht bemerkt. Sicher erst mal mein Fehler - hätte ich prüfen müssen.

Habe beim FA nachgefragt. Nach deren Auskunft habe sie die Steuerklasse wegen der Scheidung geändert?! Ich solle jetzt einen vereinfachten Antrag auf Lohnsteuerermässigung stellen. Für die Zeit von Januar bis jetzt, werde ich aber kein Rückerstattung bekommen. Gerade dies ärgert mich aber.

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gandalf94305 14.08.2015, 21:16
@Ratlos1966

Für die Einordnung in Steuerklasse 2 spielt es keine Rolle, ob Du ledig, getrennt lebend, geschieden oder verwitwet bist. Insbesondere ändert sich durch die Scheidung dieser Status nicht. Grundlage ist §24b EStG. Der steuerliche Status "alleinerziehend" ist dadurch definiert,

  • daß Du für mind. ein minderjähriges Kind, für das Du Kindergeld bekommst, im eigenen Haushalt sorgst und
  • daß keine weitere volljährige Person im Haushalt lebt, für die Du kein Kindergeld bekommst.

Das ist nach Deiner Schilderung gegeben. Also stellst Du einen Antrag auf Einstufung in Steuerklasse 2 unter Berufung auf §24b EStG, dessen Voraussetzungen vorliegen.

Die Steuerklasse ist nicht der wesentliche Punkt. Zu viel bezahlte Lohnsteuer bekommst Du bei der Veranlagung im Folgejahr wieder zurück. Es geht um die Anerkennung des Alleinerziehenden-Freibetrags von 1.908 EUR plus 240 EUR für das zweite Kind. Bei einem Steuersatz von z.B. 25% spart Dir das knapp 600 EUR an Steuern.

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LittleArrow 14.08.2015, 21:37
@Ratlos1966

Hätte dies gerne bei meiner Frage schon angegeben - hatte aber nur 2 Zeilen zur Verfügung.

Ja fast, nämlich eine begrenzte Zeichenzahl von 160 für die Hauptfrage.

Aber gehe bitte nochmal spasseshalber in eine neue Frageeingabe. Dort findest Du unter dem Feld für die Hauptfrage den fast unübersehbaren Link "Weitere Details hinzufügen", das wäre Dein zusätzlicher Platz für die Fragebeschreibung gewesen.


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EnnoWarMal 15.08.2015, 09:54
@gandalf94305

spart Dir das knapp 600 EUR an Steuern.

Nein. Eine Steuerklasse spart keinen Cent Steuern. Sie verschiebt nur den Zahlungsfluss.

Sonst eine super Antwort. DH!

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gandalf94305 15.08.2015, 10:07
@EnnoWarMal

Es spart schon Steuern, denn mit Einordnung in StKl 1 ist das Finanzamt ja offensichtlich der Meinung, daß die Voraussetzungen für StKl 2 nicht vorliegen, mithin der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende nicht zu gewähren ist. Es geht also nicht nur um Lohnsteuer, die ggf. im Folgejahr zurückerstattet wird, sondern anscheinend auch um die generelle Frage der Gewährung des Freibetrags.

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Ratlos1966 15.08.2015, 18:14
@LittleArrow

Meine Frage bezieht sich auf die Steuerklasse.

Nach meiner Trennung 2008 erhielt ich auf Antrag Steuerklasse 2. Seit 2015 habe ich Steuerklasse 1, obwohl ich alleine mit zwei Kindern lebe, für die ich Kindergeld beziehe. Auf Nachfrage beim FA (als ich das erst jetzt bemerkt habe!) weshalb das geändert wurde, erhielt ich die Auskunft das liege an meiner Scheidung im letzten Jahr. Zwar könne ich ab sofort wieder die Steuerklasse 2 beantragen, aber dies würde nicht mehr rückwirkend gehen.

Bezüglich einer möglichen Rückerstattung:

Ich habe zum einen noch nie einen Lohnsteuerjahresausgleich gemacht. Zum anderen brauche ich monatlich jeden Euro.

Sicher hätte ich es sofort bemerken sollen - habe ich aber halt nicht. Dachte auch nicht das das FA einfach mal so die Steuerklasse ändert. Was soll ich denn außer dem Antrag auf Lohnsteuerermässigung noch tun um für die Monate ab Januar zuviel gezahlte Lohnsteuer wieder erstattet zu bekommen?

Danke für die bisherigen Antworten, besonders auch an LittleArrow bezüglich der Frageeingabe.

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gandalf94305 15.08.2015, 18:49
@Ratlos1966

Ok. Dann ist das wohl so:

- Steuerklasse X - und dann Trennung und auf Antrag Steuerklasse 2.

- Scheidung - Finanzamt ist ahnungslos und stuft Dich auf Verdacht in Steuerklasse 1 ein. Das ist eine Änderung der ELStAM-Daten und hätte eine Nachricht an Dich auslösen müssen.

- Du kannst nun erneut einen Antrag auf Steuerklasse 2 stellen, der wohl genehmigt wird, aber nur für September und folgende Monate gilt (für August ist es wahrscheinlich zu spät).

- Die zuviel gezahlte Lohnsteuer (aufgrund Fehlens des Freibetrags für Alleinerziehende) für Jan-Aug bekommst Du erst in 2016 per Einkommensteuererklärung zurück.

Generell (und das ist unabhängig von Deiner Lohnsteuerklasse und den obigen Ereignissen) kannst Du einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellen, um absehbare Werbungskosten etc. bereits beim Lohnsteuerabzug zu berücksichtigen, wenn das zu einer Steuerermäßigung führen wird.

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auf Anfrage meinte das FA, weil ich 2014 geschieden wurde,

Entweder hat das Finanzamt keine Ahnung oder du hast was falsch verstanden. Ich tippe auf die erste Variante.

Oder du meinst nicht die Lohnsteuerklasse.

Wer verheiratet ist und Arbeitnehmer, hat zwangsläufig die 3, 4 oder 5.

1 und 2 können nur Unverheiratete haben.

6 können alle haben.

Deinem Kommentar bei gandalf zufolge müsstest du die 2 haben.

Nun ist der Unterschied sind 2.148 Euro im Jahr, also 179 Euro pro Monat. Als Freibetrag. Bi einem Steuersatz von angenommen 30% hast du also 54 Euro weniger im Monat netto. Mithin eine Erstattung von 648 Euro bei der Festsetzung und Abrechnung der Einkommensteuer - isoliert betrachtet.

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