Wie geht ihr mit eurem schwankenden Depotwert (Einzel-Aktien) um?

4 Antworten

Wenn du dir mit 11 Aktien im Depot solche Sorgen machst, hast du mit Sicherheit zu große Positionen, bei gleicher Verteilung sind es etwa 9% pro Position im Depot. Das erhöht natürlich dein Risiko. Mit etwas breiterer Streuung und Positionsgrößen von 2-5%, und einem Stop, mit dem du pro Position nicht mehr als 0,5% vom Depotwert verlieren kannst, schläfst du besser, und musst dir um Einzelwerte keine Gedanken machen. Aufstocken, wenn Werte fallen, ist einer der größten Fehler, den Anleger immer wieder machen, denk an Telekom und Commerzbank: am Ende des Kursverfalls ist kein Geld mehr da. Betrachte eine Aktie als Mitarbeiter, der Geld für dich verdienen soll: Probezeit 3 Monate, wer die überlebt, ohne ausgestoppt zu werden, bleibt nur dann im Depot, wenn mindestens 5% Plus da stehen, ansonsten raus damit. Wenn ein Mitarbeiter Geld für dich verdient hat, kreiegt bei +20/50/100% einen Bonus, d.h. du kaufst nach, entweder für die gleiche Summe oder die gleiche Stückzahl wie beim Erstkauf: so nimmst du lange Trends mit. Und immer schön den Stop hinterherziehen, aber so, dass du nicht bei einer normalen Monatsbewegung raus fliegst. ATR Stop heißt das Zauberwort.

Erstens: ich habe derzeit keine Einzelaktien im Portfolio, da das Risiko hier deutlich höher ist als bei Marktslices per Fonds/ETFs.

Zweitens: man sollte nicht nur den Depotwert beobachten, sondern einzelne Positionen. Und die schwanken nun mal.

Für jede Position, die man kauft, sollte man bereits vor dem Kauf überlegen, ob das eine Position ist, die per Stop-Loss oder Trailing-Stop-Loss (jeweils mit welchem Abstand) begrenzt, mit einem Put gegen Rückgänge abgesichert oder bei gewissen Kursniveaus durch Nachkauf aufgestockt werden sollen. Diese Limits und Absicherungen können natürlich über die Zeit zu verändern sein bzw. die Sinnhaftigkeit einer Absicherung kann sich ändern.

In diesem Sinne sind doch 1-2% im Minus eigentlich ein nicht so schlechtes Ergebnis dafür, daß über den gleichen Zeitraum der Eurostoxx 50 knapp 4%, der DAX gut 3% und der S&P 500 sogar fast 6% tiefer steht.

Natürlich willst Du Dich nicht primär an Benchmarks messen und wenn der Stoxx Europe 600 mal 30% in die Tiefe rauscht, "nur" 10% an Buchwert verlieren, aber bedenke, daß es immer wieder auch Erholungen gibt. Dann steigen Deine Werte vielleicht einen Tick mehr als die anderen und unter dem Strich liegst Du damit nicht schlecht. Oder sie steigen dann auch nur wieder auf das Ausgangsniveau und Du hast eben nur eine geringere Volatilität. Das ist doch ok.

Aktieninvestments sind etwas Langfristiges. Wenn nicht, dann begibst Du Dich ins Trading - und das ist dann wirklich ein Spiel mit den Wahrscheinlichkeiten, bei dem es (fast) nicht mehr darauf ankommt, welcher Wert gehandelt wird.

Also: Halten und Beobachten. Gibt es im gleichen Anlagesegment bessere Werte, dann kannst Du Umschichten. "Hin und Her macht jedoch Taschen leer." Es ist bis zur Klärung des Fiscal Cliff bestimmt noch mit einiger Volatilität zu rechnen, d.h. es werden gute Nerven benötigt :-) Auch das Jahresende hat immer noch ein paar Überraschungen bereit.

PS: Und dann wäre auch mal Zeit, darüber nachzudenken, nach welchen Kriterien Du eigentlich Dein Portfolio zusammenstellst. Hast Du eine gute Diversifikation in Regionen, Branchen, Währungen, Unternehmensgrößen, etc.? Hast Du mal betrachtet, ob Dein Portfolio Positionen enthält, die gemessen an ihrem Risiko zu stark gewichtet sind?

Ich habe McDonalds, K+S, Intel, Total, Royal Dutch, Altria, Apple und Air Liquide. Intel, Apple und K+S habe ich nachgekauft, aber zu früh, daher liege ich bei den dreien schief, also 5000 Euro im Minus, leider! Leoni habe uch verkauft, ist dann weiter gefallen, werde ich aber derzeit nicht mehr anfassen. Überlege mir, ob ich Daimler ins Depot legen soll oder Schlumberger. So viel kann ich nicht mehr kaufen, dazu fehlt das Geld.

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Mir ist die Schwankung nahezu egal. Ich halte zu über 90% meines Aktienanteils in Dividendenwerten, die beim Kauf eine Dividendenrendite von mind 6% hatten. Kursgewinne oder Verluste interessieren mich nicht, ich habe ja mein regelmäßiges Einkommen. Über Kauf oder Verkauf denke ich mal in 10-20 Jahren nach. Und der zweite Punkt: Wichtig ist was das ganze Depot macht und nicht nur die Aktien und mein Aktienanteil liegt bei max. 20% (der Rest ist max 10% Rohstoffe, aber ohne Öl und Nahrungsmittel, der Rest sind Renten). Damit mach ich zwar nie 20% p. a. auch nicht mal als Ausreisser (in den guten Börsenjahren von 1998- Mitte 2001 habe ich knapp 17% gemacht und wurde belächelt), bin aber sehr gut durch sämtliche Finanzkrisen gekommen (ich hatte nie weniger als 4% und lächle jetzt zurück).

welche Dividendenwerte hast Du? Habe Total, Altria und Royal Dutch als Dividendenwerte. Nun ja, Intel mit 4% Rendite kann man mittlerweile auch dazuzählen.

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Antrag auf Verlustverrechnung nicht gestellt

Hallo zusammen,

der Januar ist kaum zwei Wochen alte und schon kommt der erste Kunde, der feststellt, dass der zum 1.1.2009 festgestellte vortragsfähige Verlust aus Kapitalanlagen wohl auch zum 1.1.2014 festgestellt wird, weil er in den Vorjahren die 1en in den Zeilen 60/61 nicht gemacht hat und in 2013 - trotz meines eindringlichen Hinweise auf den Fristablauf - kein Gewinn realisiert wurde.

Der Kunde hat zwar ein Unternehmen und eine Beteiligung, durch die er hin und wieder neue Bescheide für alte Jahre bekommt aber die Bescheide sind nicht nach 164 AO vorläufig.

  1. Kann er für die wichtigsten Jahre (2010/2011), in denen hohe Gewinne anfielen, die aber nicht mit dem Verlustvortrag verrechnet wurden, noch irgendwas machen?

  2. Sorgt ein neuer Bescheid mit geänderten Einkünten aus einer Beteiligung dafür, dass er seine Verlustverrechnung beantragen kann.

  3. Ändert sich in den Aussagen dadurch etwas, dass die negativen Einkünfte in 2008, die zu dem Verlustvortrag führen, zwar in 2009 korrekt erklärt wurden aber erst jetzt beschieden werden???

Dass man aktiv werden muss (und die 1en an der richtigen Stelle setzen), damit Verluste verrechnet werden, geht dem Steuerpflichtigen nicht ein und ich vermute mal, dass er nicht der einzige mit dem Thema ist, auch wenn nicht vielen auf dem anschließenden Bescheid nichts auffällt.

Zusatzfrage: Kunde hat sein Vermögen an verschiedenen Stellen im Ausland. Es gibt keinen Verrechnungstöpfe oder irgendwas in der Richtung. Man teilt Gewinne und Verluste auch von einem Depot getrennt mit. Kann er Gewinne mit Altverlusten verrechnen und Verluste vortragen? Wenn ja, was muss auf der Anlage Kap wo angegeben werden? Und ist er mit seinem Depot in D (mit Verrechnungstopf) schlechter als mit denen im Ausland gestellt?

Auf den Hinweis, dass er einen guten Steuerberater braucht, kann er verzichten. Den hat er schon von der Veranlagungsbeamtin und von mir bekommen.

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Fragen zur Verrechnung des Verlustvortrages mit Gewinntopf bei der Depotbank.

Hatte schon mal eine Frage zu dem Thema gestellt:

http://www.finanzfrage.net/frage/koennen-aktienverluste-mit-finanzamt-verlustvortrag-statt-mit-verlusttopf-d-bank--verrechnet-werden

Habe es so gemacht, wie damals erarbeitet und hat bisher auch gut geklappt:
Aktien von Bank A auf anderes Depot bei der Bank B umgebucht.
Aktien bei Bank B verkauft.
Bank B hat die Kapitalertragssteuer und den Solidaritätszuschlag auf die erzielten Gewinne an das Finanzamt abgeführt.
Verlusttopf bei Bank A blieb unangetastet.

Wie gehts nun weiter? Als nächstes steht die Steuererklärung an.

Mein Plan ist nun als nächstes, dass ich die Einkommenssteuererklärung (KAP) mache und dem FA alle relevanten Kauf-/Umbuchungs- und Verkaufbelege einreiche. Ich hoffe dann, daß mir das FA die von der Bank B abgezogene Kap.ertragssteuer und Soli.zuschlag mit meinem Verlustvortrag verrechnet und mir diese Steuern wieder erstattet und den Verlustvortrag entsprechend verringert bzw. auf 0 setzt? (Die Gewinne dürften den Verlustvortrag überschritten haben).

Was mir noch völlig unklar ist: Die Bank B hat beim Verkauf der Aktien den Topf "Berechnungsgrundlage der gezahlten Steuern" um die Höhe des Aktiengewinns automatisch erhöht. Irgendwie müsste die Bank B diesen Topf ja entsprechend verringern, sonst würden mir ja beim nächsten Verlust-Trade bei der Bank B die Steuern von der Bank B wieder erstattet? (wäre dann ja praktisch eine doppelte Steuererstattung?)
Teilt das FA der Bank B mit, daß es diesen Topf entsprechend verringern muß oder muß ich der Bank B selbst irgendwie Bescheid geben?

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DWS RiesterRente Premium - Lack ab oder nur ein Kratzer: Schon Churning oder noch Riskoabsicherung?

Das Wichtigste zuerst: Ich möchte mit dieser Frage zunächst nur wissen, ob es sich um ein individuelles Problem handelt, das in dieser Ausprägung nur in meinem Depot stattfindet, oder ob es strukturell ist und somit ausser mir noch andere betrifft. Davon hängen meine nächsten Schritte ab.

Worum gehts: Seit August 2011 schichtet die DWS regelmässig Fondanteile in meinem DWS RiesterRente Premium um. Die erste Umschichtung geht dabei i.d.R. von dem aktienbasierten DWS Vorsorge Dachfond (A) in den rentenbasierten DWS Duration XL (B). Soweit so gut. Ich kann die Begründung sogar nachvollziehen, dass es hierbei um die Absicherung meines Garantiebetrages geht. Wenige Tage später wird jedoch quasi wieder zurück geschiftet, also von rentenbasiert (B) nach aktienbasiert (A). Das passiert nicht zu gleichen Anteilen, weshalb mir nicht sofort ersichtlich war was hier passiert. Aber als ich mir die Umschichtungen isoliert angeschaut habe, musste ich festestellen dass die in 95% der Fälle mit Kursverlusten für mich einhergehen. Und zwar sowohl auf dem Hinweg (A) als auch auf dem Rückweg (B). Also habe ich mir mal die Mühe gemacht und nur den Wertverlust in meinem Depot durch die Hin-und-her-Umschichtung herausgerechnet. (Ist nicht schwer kostet nur ein bisschen Mühe) und komme auf einen Wertverlust von 13,5% alleine durch die Umschichtungen (Depot Wert 7.700; Verlust durch Umschichtungen seit 08/2011 1.040€.) Jetzt wurde mir auch klar, warum trotz Kursteigerung beider Fonds im betrachteten Zeitraum mein Depotwert gesunken ist. Der freundliche Herr von der Verbraucherzentrale, war erstaunt, handelt es sich doch bei dem DWS RiesterRente Premium um das auch von den Verbraucherzentralen und Finanztest immer noch regelmässig empfohlene Produkt für Riester FondSparpläne. Er fabulierte direkt etwas von "massivem Churning" und bat mich das an die große Glocke zu hängen. Ich bin nicht davon überzeugt, dass der Begriff Churning hier richtig ist, weil die DWS für diese Transaktionen ja keine Gebühren nimmt und der Wertverlust im Depot nur durch ungünstige Kurse entsteht. Sei es drum. Bevor ich überhaupt daran denke die große Glocke zu läuten, möchte ich wissen, ob der Wertverlust durch Hin-und-zurück-Umschichtung bei Euch ähnlich hoch ist. Oder ob es sich um ein Einzelschicksal handelt. Danke für Eure Antworten.

P.S.: Verzeiht meine saloppe Schreibe. Ich möchte nicht das Ihr beim Lesen einschlaft oder vom Finanz-Chinesisch abgeschreckt werdet. Aber um Missverständnissen vorzubeugen: Ich verstehe mit meinem laienhaften "gefährlichen" Halbwissen was CPPI ist, wie diese Strategie grundsätzlich funktioniert und das die DWS CPPI bei diesem Produkt automatisiert einsetzt. Ich verstehe nicht die Frequenz, also warum bei einer langfristigen Anlage wie der RiesterRente 2mal pro Monat die Verteilung im Depot angepasst wird, warum das Vor und Zurück geschieht, und warum das fast immer mit Kursverlusten für mich einhergeht. ....Keine Zeichen mehr übrig....genug jetzt!

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Was sind vernünftige Maße für das KGV?

Normalerweise heißt es ja, dass KGVs zwischen 5 und 15 üblich sind, wobei 5 billig ist und 15 teuer und 10 fair.

Auch dienen KGVs ja dazu zwischen Peer Groups zu vergleichen und ein Kursziel zu ermitteln im Sinne der Aktienbewertung durch Multiples. Doch was für KGVs machen dann sinn?

Macht dann z.B. ein KGV von 388, wenn eine Aktie gerade bei 3.88 steht und der vorhergesagte Gewinn 0.01 betragen wird Sinn, oder sollte man dann lieber sagen, die Aktie hat kein KGV. Denn wenn man sagen würde ein KGV von 10 wäre fair, dann müsste sie ja auf 10 Cent fallen bei 6 Euro Buchwert.

Oder es gab ja auch das phänomen, dass Klöckner & Co. ein KGV 2009e von knapp 1 hatte - bei 10 Euro Gewinn je Aktie und einem Kurs von 9 Euro, als kurz nach dem Lehmancrash der Kapitalarkt zusammenbrach. Tatsächlich war aber das KGV für 2009 negativ als Anfang 2010 der Geschäftsbericht rauskam.

Oder eben negative KGVs wären ja besonders niedrige KGVs. Also wenn die im ersten Beispiel beschriebene Aktie -0.01 Gewinn machen würde, dann wäre ja das KGV mit -388 plötzlich wieder weit unter 15 und auch unter 5, also spottbillig.

Was sollte also ein vernünftiger Bereich für das KGV sein, wo man auch mit gutem Gewissen sagen kann, die Daimler-Aktie hat ein KGV von x im Jahr 2013 oder Apple hat für 2015 ein KGV von y?

Wie viele Jahre hinaus macht ein KGv überhaupt sinn? Könnte man z.B. die Gewinne so lange fortschreiben bei Apple und sagen die Aktie hat für 20xx ein KGV von 4 und ist daher spottbillig? Oder sollte man vielleicht sagen EON hat 2009 über 4 Euro verdient und hat jetzt ein KGV von 4 auf Basis von 2009?

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